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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 10:05 Uhr

Politik : Umgehungsstraße ist umstritten

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die geplante Trasse der Ortsumgehung würde direkt an der denkmalgeschützten Gaststätte „Poppenhuus“ am Herzhorner Rhin vorbeiführen.

Glückstadts Politiker fordern den Bau einer Ortsumgehung für ihre Stadt. Doch bei den Umlandgemeinden herrscht Skepsis. Die Engelbrechtsche Wildnis lehnt die Straße ab, die Blomesche Wildnis wartet ab. Denn die Trasse soll durch beide Dörfer führen. Und die geplante Ortsumgehung würde dann in den Dörfern drei Flüsse und zwei Bahnübergänge queren müssen.

Mit der Straße um Glückstadt herum beschäftigten sich jetzt die Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung. Die Piraten hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, „die Planung und Entwurfsarbeiten der Ortsumgehung Glückstadt B431 bis zur Baureife in enger Abstimmung mit den Umlandgemeinden aufzunehmen“.

Hintergrund ist, dass die „Ortsumgehung Glückstadt B  431“ vor kurzem in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde (wir berichteten). Die Stadtvertreter wollen jetzt Druck machen, dass es nicht nur bei einem Papier bleibt, sondern konkret in die Planung geht. Sollte der Bund die Mittel freigeben, sollte ohne weitere Verzögerung mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen werden – so heißt es unter anderem in dem Antrag, der letztlich einstimmig verabschiedet wurde.

„Die Planung soll in enger Abstimmung mit den Nachbargemeinden erfolgen“, sagte Siegfried Hansen (Piraten) in der Diskussion. Er habe bereits mit dem Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich (CDU), Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Minister Reinhard Meyer und Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, über die Ortsumgehung gesprochen. Nach dem Gespräch sei auch Ferlemann von der Bedeutung überzeugt, so Hansen.


Engelbrechtsche Wildnis sagt Nein


Eine klare Absage zur Ortsumgehung erteilt indes Maren Nagel, Bürgermeisterin der Engelbrechtschen Wildnis. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt sie: „Die Gemeinde hat bereits eine Stellungnahme zu den Plänen abgegeben – an das zuständige Bundesverkehrsministerium.“ Fazit: Die Straße wird abgelehnt. Die Gründe sind unter anderem die „massiven Beeinträchtigungen“ für die Gemeinde.

Von der 5,5 Kilometer langen geplanten Umgehungsstraße würden drei Kilometer über das Gebiet der Engelbrechtschen Wildnis führen. Vorbei an der Psychiatrischen Klinik Vitanas und der denkmalgeschützten Gaststätte „Poppenhuus“ sowie dann über Ländereien, die dadurch zerschnitten würden.

Ihr Amtskollege Niels Schilling, Bürgermeister der Blomeschen Wildnis, hat den Punkt in seiner Gemeinde noch nicht besprochen, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir halten die Ortsumgehung nicht für spruchreif, deshalb gibt es noch keine Meinungsbildung.“ Ein Grund sei, dass diese Straße schon seit langem immer wieder Thema war. „Wir glauben nicht an den Dringlichkeitsplan.“

Allerdings hält er eine Ablehnung von Seiten seines Gemeinderates für denkbar. Es gebe zerschnittene, landwirtschaftlichen Flächen und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, befürchtet er. „Fatal“ findet er die Streckenführung über zwei Bahnübergänge und über die Flüsse Herzhorner Rhin, Kremper Rhin und Schwarzwasser. Was für den Ausbau bezahlt werden müsste, stehe für ihn in keinem Verhältnis zum Nutzen.


>Nähere Informationen zu den Plänen einer Ortsumgehung sind im Internet unter www.bvwp-projekte.de/strasse/B431-G10-SH/B431-G10-SH.html zu finden. Es ist das Projektinformationssystem zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030.

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erstellt am 16.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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