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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 07:49 Uhr

Azubiz : Überwältigender Ansturm auf Berufsmesse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Weit über 2000 Schüler informieren sich auf der Azubiz über berufliche Ausbildungsperspektiven.

Die Ausbildungsmesse Azubiz hat gestern die Erwartungen der Organisatoren getoppt. „Wir haben uns wieder einmal selber übertroffen“, meinte Klaus-Peter Teske, Leiter des Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) Steinburg, begeistert. Weit mehr als 2000 Besucher kamen zum Tag der beruflichen Bildung ins RBZ. Etwa 90 Aussteller – Bildungseinrichtungen und Unternehmen – sowie das Berufsbildungszentrum selbst mit seinen rund 50 Ausbildungsberufen präsentierten Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Informationsangebot. Und das wurde rege genutzt – durchweg positive Rückmeldungen gab es von allen Seiten.

„Es ist eine ganz tolle Resonanz“, sagte Christel Butenschön. Sie hatte gemeinsam mit Rainer Kattge – beide sind Lehrer am RBZ – die Messe in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, dem Jobcenter und dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag organisiert. Jugendliche aus den Gemeinschaftsschulen des Kreises und zunehmend auch aus Gymnasien sowie viele junge Zuwanderer nutzten die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Vielfalt der beruflichen Perspektiven zu verschaffen. Beispielsweise bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein, für die Ausbildungsberufe zur/zum Medizinischen Fachangestellten und Operations-Technischen Angestellten. „Wir hatten bereits 34 Gespräche, darunter auch einige Jungs“, erzählte Heidi Reimers. Sie ist bei der Ärztekammer zuständig für das Projekt „passgenaue Besetzung“, unterstützt junge Leute bei der Bewerbung, die sie dann an Praxen weiterleitet.

Die gute Vorbereitung der Jugendlichen wurde durchweg von den Ausstellern gelobt. „Die Jugendlichen haben gezielt Fragen gestellt – eine Win-Win-Situation“, gab Christel Butenschön die Resonanz wieder. Das sei auch Sinn und Zweck der Azubiz, bekräftigte Carsten Jaeger, stellvertretender Schulleiter. Es gehe nicht um eine Werbeveranstaltung, sondern die direkte Ansprache solle die Jugendlichen ihren persönlichen Berufszielen näher bringen.

Überwiegend informierten darum an den Ständen auch die Auszubildenden der Unternehmen die jungen Besucher. So wie Kimberly Möller (15) und Melina Kreft (16), die seit drei Wochen als Pflegeassistentinnen arbeiten. Ihre Freundin Friederike Offe ist an einer Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin interessiert und informierte sich, welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind. „Dass es Veranstaltungen wie die Azubiz gibt, finde ich gut“, sagte sie.

Besonders großen Andrang gab es beim Zoll. „Es sind viel mehr Leute gekommen, als wir erwartet hätten“, sagten die Beamten Jan Weber und Hans-Henning Braack. Der Zoll war viele Jahre nicht auf Ausbildungsmessen vertreten, nun sucht man aber auch dort dringend Nachwuchs. Die ausgestellten (gefälschten) Handtaschen und Schuhe weckten zudem Begehrlichkeiten bei vielen weiblichen Besucherinnen. „Kann ich die Tasche kaufen? Die passt zu meinem Portemonnaie“, fragte ein Mädchen die Zollbeamten. Doch die meisten waren auf das Berufsbild fixiert. Marc Goponenko (15) beispielsweise hatte sich schon Zoll-Infos geholt. Außerdem war er bei der Bundeswehr und bei der Polizei. „Viele aus meiner Familie arbeiten dort, deswegen finde ich die Berufe interessant“, sagt er.

Sein Freund Soner Ergün (14) war hingegen vom Fraunhofer Institut begeistert. Er will einmal in der Mikrotechnologie arbeiten. Am Fraunhofer-Stand hatten Finn Petersen, Hanna Kruse und Lea Christiansen schon jede Menge Flyer verteilt und die Arbeit im Bereich Leistungselektronik und Mikrosysteme vorgestellt. Mikrotechnologe ist auch ein Ausbildungszweig der Firma Vishay, hinzu kommen Mechatroniker oder Maschinen- und Anlagenführer. „Für uns läuft die Azubiz gut, wir hatten interessante, teilweise auch sehr lange Gespräche“, sagte Personalreferentin Raffaela Hühn.

Und auch das Handwerk begeisterte. Schlange stehen war zum Beispiel bei den Frisören angesagt. „Das Interesse an dem Beruf ist groß, gerade auch bei den Jungs, was mich sehr freut“, erzählt Jasmina Bacic von Friseur Coco. „Wir sind fast jedes Jahr dabei und freuen uns auf neue Auszubildende.“ Die Baulöwen-Olympiade und die Bauhalle lockten viele, als Renner entpuppte sich der Taschenlampen-Parcours der Metaller. Und die Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima setzten mit einem Gewinnspiel, bei dem es Geldpreise gab, ihrer Präsentation das i-Tüpfelchen auf.

„Alle Aussteller sind sehr zufrieden, vor allem auch , weil die Schüler sehr gut vorbereitet waren“, bilanzierte am Schluss Rainer Kattge und lobte das große Engagement der Firmen, wie das der Glückstädter Werkstätten, deren Mitarbeiter zur Stärkung der Gäste und Aussteller diesmal eine Gulaschsuppe mitgebracht hatten. An ihrem Stand zeigten sie die Ausbildungsmöglichkeiten, Köche, Hauswirtschafter und Fachkräfte im Gastgewerbe werden gesucht. „Da wir viel mit Behinderten zusammenarbeiten, sollte jeder bei uns vorher ein Praktikum machen“, sagte Teamleiter Stefan Klose. Und auch für die Vermittlung von Praktikumsplätzen fanden die Schüler insgesamt viele Ansprechpartner.

Zum Abschluss konnten sie sich dann noch ein Bild davon machen, welche Berufsbekleidung es gibt und wie man sich fürs Bewerbungsgespräch passend kleidet. Der Modenschau folgte ein Musikprogramm, für das im Vorfeld im am RBZ Talente gesucht worden waren. Sängerin Julia, die Caritas-Jugendband und die Band „Dreist“ sorgten – moderiert von Lehrerin Marie Kluthe – für einen gelungenen Abschluss. Allen Akteuren dankte Klaus-Peter Teske für ihren Einsatz und die gelungene Zusammenarbeit: „Eine solche Messe auf die Beine zu stellen – Hut ab!“

 

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erstellt am 24.Sep.2016 | 07:00 Uhr

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