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Norddeutsche Rundschau

22. Januar 2017 | 11:10 Uhr

Radverkehr in Itzehoe : Trotz Kritik: Schutzstreifen für Radler bleiben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Itzehoer Stadtverwaltung will den „Masterplan Fahrradverkehr“ weiter konsequent umsetzen. Die Bürger sollen mögliche Gefahrenpunkte melden.

Am Ende der Debatte wurde auch Bodo Schmedtje, Leiter der städtischen Tiefbauabteilung, einmal laut: „Wir setzen nur um, was Sie beschlossen haben“, konterte er die Kritik der Politiker an den neuen Schutzstreifen für Radfahrer an der Alten Landstraße und in Wellenkamp. „Die Streifen sind objektiv sicherer als die bestehenden baulich getrennten Radwege.“

Zuvor hatten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses mehr als eine Stunde über die neuen Streifen diskutiert, nachdem in den vergangenen Tagen und Wochen bereits zahlreiche Bürger ihren Unmut geäußert hatten (wir berichteten). Hauptkritikpunkt: Dort, wo die neuen Markierungen angelegt wurden, kommen zwei Autos nicht aneinander vorbei, ohne die Streifen zu befahren. „In der Theorie mag das passen“, so Ralph Busch von der CDU-Fraktion, „aber in der Praxis funktioniert das nicht.“ Ernst Molkenthin (Linke) wollte das sogar nachgemessen haben. „Wir gefährden die Radfahrer“, meinte Helmut Wrage (SPD).

Geduldig zitierte Bodo Schmedtje die Zahlen: 4,50 Meter sei die Fahrbahn in der Alten Landstraße breit, sein Passat messe gerade einmal 2,05 Meter in der Breite. „Das ist knapp, aber es passt.“ Außerdem dürften die Autofahrer, um auszuweichen, den Streifen ja befahren, so lange dort kein Radfahrer unterwegs sei.

Zuspruch erhielt Schmedtje unter anderem von Karl-Heinz Zander (Grüne): „Ich bin erschrocken von der Diskussion.“ In ganz Deutschland gebe es bereits solche Streifen. „Wir sollten jetzt bitte nicht so tun, als ob das Teufelswerk sei“, so Zander. Joachim Leve (IBF) pflichtete ihm bei: Die Maßnahme sei Teil des städtischen Masterplans Fahrradverkehr, der sei beschlossene Sache. „Nur weil einige Autofahrer Probleme damit haben, sollten wir den Beschluss nicht rückgängig machen.“

Ein CDU-Antrag, die Schutzstreifen „im Bereich von parallel vorhandenen Fahrradwegen“ zu beseitigen beziehungsweise zu unterlassen, wurde am Ende der Debatte von der Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder abgelehnt. An kritischen Punkten solle dennoch nachgebessert werden, so Bodo Schmedtje. Die Bürger seien aufgerufen, Gefahrenstellen bei der Stadt zu melden. „Wir schauen uns das dann an“, versicherte er. „Ich weiß, dass viele Radfahrer verunsichert sind. Aber ich bin überzeugt, dass die Schutzstreifen bald Normalität werden.“

Nachdem weitere Markierungsarbeiten aufgrund der Proteste zunächst gestoppt worden waren, müsse nun in der Stadtverwaltung beraten werden, wie es weitergehe, teilte Stadtsprecher Frank-Dieter Simon gestern auf Anfrage mit. Ebenso werde man sich über die Anregung von Kirsten Lutz (DAF) Gedanken machen, eine Bürgerversammlung zu dem Thema einzuberufen.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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