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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 16:34 Uhr

Nostalgie : Treffen der Moped-Schrauber

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mehr als 100 Teilnehmer bei 15. Oldtimer-Veranstaltung in Wewelsfleth: Von der Rennmaschine bis zum Dreirad auf Krankenschein

Mehr als 100 Teilnehmer mit betagten motorisierten Zweirädern der 50- und 80-Kubikzentimeter-Klasse und zahlreiche Zuschauer trafen sich zum 15. Mal auf dem Gelände des Landgasthofs Lüders in Wewelsfleth. „Es war eine tolle Veranstaltung. Aufgrund der unbeständigen Witterung der vergangenen Tage hatten sich zwar einige Teilnehmer, darunter ein Oldtimerfreund aus Duisburg, kurzfristig abgemeldet, aber das hatte keinerlei Einfluss auf die gute Stimmung“, so Cheforganisator Bodo Carstens. Die Oldtimer-Fans, die erschienen waren, wurden für ihr kommen belohnt. Zahlreiche außergewöhnliche und seltene Maschinen gab es zu bewundern, darunter ein Rennmoped der Marke Zambelli aus dem Jahr 1955 von Bruno Paffendorf aus Hohenlockstedt.

„Ich habe den Rahmen dieser Victoria Vicky sehr günstig im Internet ersteigert, allerdings war sie in einem sehr schlechten Zustand“, erzählt Jörg Howiller aus Itzehoe. Rund 300 Arbeitsstunden und Restaurierungskosten in Höhe von etwa 3000 Euro hat der leidenschaftliche Schrauber und Zweiradliebhaber gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Bettina Weber in das 58 Jahre alte Gefährt investiert, um es wieder auf Vordermann zu bringen.

Etwas weniger aufwändig fiel die Restaurierung der 60 Jahre alten Victoria Vicky aus, die ebenfalls zu ihrem Bestand zählte. „Mir bringt das herumschrauben an so alten Maschinen unglaublich viel Spaß, auch wenn man sich dabei die Finger schmutzig macht und auch mal einen Fingernagel opfern muss“, so Bettina Weber.

„Dieses Fahrzeug gab es in der DDR auf Krankenschein“, weiß Manfred Schmidt. Seit acht Jahren ist das dreirädrige motorisierte Versehrtenfahrzeug der Marke Simson Duo im Besitz des Münsterdorfers. „Das Gefährt war ausgebrannt. Es musste komplett restauriert werden, aber es hat sich gelohnt“, zeigte sich Schmidt begeistert. „Ich habe insgesamt drei von denen. Das Duo, mit dem ich heute hier bin, fahre ich nur bei schönem Wetter“, so Andreas Petersen aus Großharrie bei Neumünster. Beide Duo-Besitzer haben die Erfahrung gemacht, dass diese motorisierten Dreiräder immer mehr Liebhaber finden. „Dementsprechend teuer sind die Fahrzeuge auch in der Anschaffung geworden“, sagt Dreirad-Freund Schmidt, der sich begeistert zeigte von der Oldtimer-Veranstaltung in der Störgemeinde.

„Wir kommen eigentlich jedes Jahr hier her. Hier kann man sich nicht nur mit Gleichgesinnten austauschen, sondern auch Menschen treffen, die zu Freunden geworden sind, auch wenn man sich nur das eine Mal im Jahr sieht“, waren sich die Oldtimerfreunde aus Flögeln (Niedersachsen) einig, die mit zwölf Teilnehmern angereist waren. Die weiteste Anreise hatte jedoch Ralf Schulz aus Bremen hinter sich. Rund 169 Kilometer legte dieser zurück, um an dem Oldtimer-Treffen teilzunehmen. Den Pokal für den ältesten Teilnehmer, der mit einem Moped angereist war, nahm der 83 Jahre alte Arno Zibner aus Brunsbüttel mit nach Hause. Den Pokal für das älteste Moped bekam indessen Dirk Parbst, der mit einer Zündapp Combinette aus dem Jahr 1952 teilnahm.

„Das Konzept stimmt, man merkt es immer wieder an den Besucherzahlen und an der Begeisterung der Teilnehmer“, war sich das Organisationsteam mit Bodo und Claudia Carsten sowie André und Christina Lüders einig.

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