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Norddeutsche Rundschau

02. Dezember 2016 | 19:12 Uhr

Trauer um ehemaligen Bürgervorsteher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Trauer um Günther Blödorn. Der ehemalige Glückstädter Bürgervorsteher ist nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben.

Jahrzehnte hat er sich in vielen Bereichen um die Belange der Glückstädter gekümmert. Und er war ein Politiker mit Leib und Seele. Der Sozialdemokrat konnte austeilen und einstecken – ihm ging es aber dabei immer um das Wohl der Bürger.

Günther Blödorn wurde am 20. März 1937 in Plathe, Hinterpommern, geboren. Im März 1945 kam er mit der großen Fluchtwelle nach Meldorf, wo er und seine Familie über Jahre in einem Barackenlager untergebracht wurden. Nach der mittleren Reife am Gymnasium in Meldorf, der Gelehrtenschule, begann er zunächst in Meldorf seine Beamtenlaufbahn bei der Post, später war er in Elmshorn im Postreise- und -paketdienst. Parallel dazu absolvierte er die Weiterbildung zum Diplom-Verwaltungswirt.

1961 heiratete er Elke Blödorn, geborene Brandt, aus Herzhorn. 1963 zog die Familie nach Glückstadt, wo auch seine drei Kinder Niels, Jens und Maren aufwuchsen. Mit dem Hausbau 1970 am Dänenkamp wurde deren Schulweg zum Detlefsengymnasium verkürzt. 1973 gab es weiteren Familienzuwachs mit Langhaardackel Pelle. Zwischen 1996 und 2016 kamen dann noch sechs Enkelkinder hinzu. Seine Familie sagt über ihn, dass er sein Leben lang Opel-Fahrer, Mallorca-Urlauber, Fortuna-Bad-Gänger und Verfasser zahlreicher Gedichte und Reiseberichte war. Früh wollte er sich auch für Glückstadt einbringen. Seit 1978 war er für die SPD Stadtvertreter, Mitglied des Magistrats und zudem von 1986 bis 1990 Bürgervorsteher. Er war Vorsitzender des DGB-Ortskartells, Mitglied des DGB-Kreisvorstands und er engagierte sich für die Volkshochschule, die Arbeiterwohlfahrt, für den Landesverband der Vertriebenen, in der Pommerschen Landsmannschaft, in der evangelischen Kirche. Außerdem war er zeitweise auch Klassenelternvertreter.

Seine Kinder sagen, dass er ihnen „Anstand, Ehrlichkeit, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und Gottvertrauen mit auf den Weg gegeben hat“.

In einem im Herbst 2001 im Hamburger Abendblatt veröffentlichten Artikel über „Die gestohlene Kindheit“ mit seinen Erinnerungen zu Flucht und Vertreibung war sein Fazit: „Mit dem Haus und einer gesunden Familie habe ich doch mein Lebensziel erreicht. Ich bin glücklich.“ Dabei streckte Günther Blödorn die Arme in seinem Wohnzimmer aus, als wollte er die Welt umarmen.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 16:19 Uhr

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