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Grossrazzia der Polizei : Tierquälerei auf Dithmarscher Bauernhof

vom

700 Rinder sind laut Polizei in „erschreckendem Allgemein- und Ernährungszustand“. Fünf Kühe mussten sofort eingeschläfert werden.

Süderheistedt | Bei einer Razzia haben Ermittler erschreckende Zustände bei einem Milchbauern in Dithmarschen aufgedeckt. Viele der rund 700 Rinder auf dem Bauernhof in Süderheistedt waren abgemagert, wie die Itzehoer Polizeisprecherin Merle Neufeld am Donnerstag sagte. Fünf Kühe musste der Tierarzt noch während der Durchsuchung einschläfern, um sie von ihren Leiden zu erlösen.

Weitere 47 Tiere wurden untersucht und behandelt. Ein Großaufgebot von Polizei, Ordnungsamt und Veterinärbehörden brauchte zwei Tage, um die Zustände in dem Betrieb zu dokumentieren: „Kollegen berichteten, es sah furchtbar aus - schreckliche Zustände“, sagte Polizeisprecherin Neufeld.

Unter Auflagen darf der Landwirt seinen Betrieb zunächst weiterführen. Der Bauer soll den Hof schon länger vernachlässigt haben. Nach Angaben der Polizei war der Gesundheits- und Pflegezustand vieler Tiere besorgniserregend, die Kälber zum Teil stark verschmutzt. Auch die Stallungen seien teils stark verdreckt gewesen, zu dunkel und zu eng. Bei der Geburt ihrer Kälber mussten die Kühe auf nacktem Betonboden stehen. Silagesäfte strömten laut Polizei ungehindert und in großen Mengen in angrenzende Gräben und Flüsse beziehungsweise versickerten auf Wiesen, Asbestabfälle und landwirtschaftliche Fahrzeugwracks lagen auf dem zum Teil verwilderten Gelände.

Aufmerksam geworden waren die Behörden, nachdem eine „unverhältnismäßig hohe Sterberate von mehreren hundert Rindern und die Nichteinhaltung von ordnungsrechtlichen Auflagen“ bekanntgeworden war, sagte Neufeld. Insgesamt seien 28 Kräfte der Staatsanwaltschaft Itzehoe sowie der entsprechenden Fachabteilungen aus den Kreisen Dithmarschen, Steinburg und Nordfriesland und der Stadt Neumünster an der Razzia beteiligt gewesen.

Auf dem Milch-Hof des Bauern waren den Angaben zufolge schon einmal erhebliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und gegen umweltrechtliche Bestimmungen festgestellt worden. „Darauf erfolgten damals neben der Einleitung von Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren drastische Auflagen, die dem Landwirt mit festen Terminen zur Umsetzung bekanntgegeben wurden“, sagte Neufeld. Die Razzia habe jedoch ergeben, dass der Landwirt sich nicht darum gekümmert habe. Die Behörden werden jetzt anhand der Unterlagen und Bilder am Schreibtisch die Missstände auflisten und bearbeiten, damit entsprechende Maßnahmen von den zuständigen Stellen angeordnet werden können. Gleichzeitig wurde gegen den Milchbauern ein Strafverfahren wegen mehrerer, wiederholender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und das Umweltrecht eingeleitet.

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erstellt am 18.Dez.2014 | 15:50 Uhr

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