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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 03:01 Uhr

Kandidat aus Hohenlockstedt : „The Biggest Loser“ Sandro öffnet Herz und Kühlschrank

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Von 139 auf 103 Kilo, Tendenz abnehmend: „The Biggest Loser“-Kandidat aus Hohenlockstedt spricht über das Erfolgsgeheimnis der Abspeckshow

Rund 2,5 Millionen Zuschauer verfolgten vergangene Woche das Finale der Abnehmshow „The Biggest Loser“ (TBL) auf Sat 1. Unter den 20 Kandidaten war diese Staffel auch ein Hohenlockstedter. Sandro Schade (21) startete mit 139 Kilo bei 1,83 Meter Größe, speckte ganze 37 Kilo ab und schaffte es trotz Knieverletzung auf Platz 8. Für ihn war die Show ein Sprungbrett in ein neues Leben. Im Interview verriet er Abnehm-Tipps, wie eine Frau sein Herz erobert und wie authentisch das TV-Format wirklich ist. Und ließ unsere Redakteurin sogar einen Blick in seinen Kühlschrank werfen…

Sandro, vor knapp einer Woche lief das Finale von „The Biggest Loser“. Die Sendung ist vorbei – und Dein Diätprogramm?
Sandro Schade: Ich bin stolz und glücklich, dass es vorbei ist, aber irgendwie fehlt mir die Zeit auch. Ich habe mit der Sendung viel erreicht: 36 Kilo abgenommen. Aktuell wiege ich 103 Kilo, das Abnehmen geht für mich weiter. Mein Ziel sind 85 Kilogramm. Aber wegen meiner Knieverletzung konnte ich lange keinen Sport machen und nur über eine gesunde Ernährung Gewicht verlieren. Seit Anfang des Monats spiele ich aber endlich wieder Handball bei den HSG Störtal Hummeln.

Vorher: Zu Beginn der Show wog Sandro Schade.
Vorher: Zu Beginn der Show wog Sandro Schade. Foto: SAT.1/ Martin Rottenkolber
Nachher: Trotz Knieverletzung speckte der Hohenlockstedter bisher 36 Kilo ab.
Nachher: Trotz Knieverletzung speckte der Hohenlockstedter bisher 36 Kilo ab. Foto: Röhrs
 


 

 

 

 

 

 

 

 

Gesunde Ernährung, Sport – das sind ja nun keine Geheimtipps im Kampf gegen die Pfunde, die in der Show vermittelt werden. Die gibt’s in jeder zweiten Zeitschrift zu lesen. Trotzdem schafften es die TBL-Kandidaten erst in der Show abzuspecken. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Show?
Wenn du vor laufender Kamera abnimmst, bist du einem extremen Druck ausgesetzt, weil du in der Öffentlichkeit stehst und den Leuten beweisen möchtest, dass du es schaffen kannst. Außerdem hat man das Preisgeld von 50  000 Euro im Kopf. Und es ist etwas anderes, von den Trainern vor Ort motiviert als bloß vor dem Fernseher sitzen. Ich wollte alles aus mir herausholen. Bei einer Sporteinheit musste ich mich vor Anstrengung zweimal übergeben, so fertig war ich. Ich habe etwas getrunken und weitergemacht. Ich bin bis an meine Grenzen gegangen. Ich kann jedem nur empfehlen, da teilzunehmen. Auch wenn es anfangs Überwindung kostet, sich halbnackt zu zeigen.

Manche behaupten, die Studio-Waage sei eine Attrappe…
Ja, aber das ist doch völlig egal. Das ist halt Show. Am Ende steht da das richtige Gewicht. Bei mir stimmte es immer. Ich kann absolut kein schlechtes Wort über The Biggest Loser sagen. Das ist kein Fake. Es sind die Kandidaten, die wieder zunehmen, die gegen die Show hetzen.

Stichwort Scripted Reality: Viele TV-Formate stehen in der Kritik, nicht authentisch zu sein. Wie nah war denn der Sandro aus dem Fernsehen dem echten Sandro?
Bei The Biggest Loser ist nichts gescriptet. Ich habe alles gesagt und gemacht, was ich wollte. Im Finale habe ich zum Beispiel vor meinem alten Ich blank gezogen. Und bei der Probe zum Finale wurde mir gesagt, dass ich das Sakko anlassen soll. Das habe ich aber nicht gemacht. Ich wollte mein neues Tattoo zeigen, also habe ich es trotzdem ausgezogen. Ich habe mich nicht verstellt. Nur einmal kam etwas falsch rüber. Als ich mich im Viertelfinale verletzte, wurde das so dargestellt, als hätte ich mich aufgegeben. Da habe ich die Produktion angeschrieben, dass ich das nicht okay fand. Denn ich habe noch alles versucht, um weiterzumachen: Mit Betäubungsspritzen im Knie habe ich auch die zweite Challenge noch mitgemacht, bin dann aber erneut gestürzt und wusste: Da geht nichts mehr. Um Jan nicht im Weg zu stehen, bin ich dann ausgestiegen – die Challenges waren ja im Teammodus. Leider ist Jan am Ende nur Zweiter geworden. Ich hätte ihm den Sieg gegönnt.

Dein Aus war ein sehr emotionaler Moment für dich…
Als ich bei der Aufzeichnung des Finales hinter der Bühne noch mal meine besten Szenen sah, hatte ich Tränen in den Augen. Das Camp wollte mich einfach nicht haben. Nachdem ich den Einzug ins Camp verpasste hatte, wollte ich im Viertelfinale zeigen, dass ich sportlich fit bin. Als ich mir dann bei der Challenge das Knie verletzte, habe ich vor lauter Enttäuschung geweint, weil ich es gerade als Jüngster allen beweisen wollte, aber nicht mehr konnte.

Viele verfolgen Deinen Weg weiter bei Facebook. Du hast über 1200 Likes. Bist du eine Art Vorbild für deine Follower?
Viele fragen nach Tipps. Ich rate denen, sich die Videos von Daniel Aminati anzusehen, mit denen ich ja auch Zuhause als Web-Kandidat gearbeitet habe. Da ist für jeden was dabei. Und man sollte viel stilles Wasser trinken und Kohlenhydrate meiden. Und nicht zu radikal abnehmen. Sonst kommt der Jojo-Effekt. Einmal in der Woche erlaube ich mir aber einen Cheat-Day, an dem alles erlaubt ist. Da gibt es auch mal Pizza. Ansonsten achte ich auf meine Ernährung.

Und wie war es bei den Dreharbeiten. Das Fernsehteam hat sich ja sicherlich nicht nur von Salat und Wasser ernährt.
Bei den Aufzeichnungen im Camp haben die Kandidaten noch separat gegessen. Im Viertelfinale waren die Crew, Trainer und Kandidaten aber zusammen in einem Speiseraum. Für die gab es dann Gerichte wie Spaghetti Bolognese. Da hätten wir uns auch bedienen können, aber das hat keiner gemacht. Man gewöhnt sich daran, zu verzichten.

Wie hat sich dein Leben seit TBL verändert?
Eigentlich nicht großartig. Ab und zu werde ich auf der Straße angesprochen, aber das hält sich in Grenzen. Und man merkt, wenn die Leute einen erkennen und tuscheln. Ich bin im Moment selbstständig und mache viel für meinen Youtube-Channel Alejandro Takito. Und ich kann so viel verraten: Es wird noch was kommen. Es laufen derzeit ein paar Castings, aber mehr kann ich dazu noch nicht sagen.

Und wie hast du dich mit TBL verändert?
Ich bin selbstbewusster geworden, gehe jetzt auch mehr auf Frauen zu. Aber die Richtige war leider noch nicht dabei.

Wie stellst Du Dir denn deine Traumfrau vor?

Wie sie aussieht, ist nicht wichtig – ob dick, dünn, blond oder brünett: egal. Der Charakter muss stimmen. Ein süßes und vor allem spontanes Mädel, mit dem man einfach mal irgendwo hinfahren kann, wäre schön.

Durch Deinen Gewichtsverlust hast du ja einige Dehnungsstreifen und die Haut hängt ein wenig. Kommt eine Operation für dich in Frage?
Nein. Meine Haut erinnert mich immer daran, was ich meinem Körper angetan habe. Und wen das stört, der hat mich auch nicht verdient.

Darf ich mal einen Blick in deinen Kühlschrank werfen?
Klar (lacht). (Sandro öffnet den Kühlschrank, in dem Eier, Vollkorntoast, Milch, gefüllte Paprikaschoten, Radieschen und Kinderriegel liegen.) Ich lebe noch mit meiner Mutter zusammen, das ist nicht alles mein Kram. Aber so viel Gemüse war da früher nicht drin.

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erstellt am 14.Jun.2016 | 17:17 Uhr

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