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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 01:39 Uhr

Seemannsmission : Tauschgeschäft in der Kanalstraße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Lotse in Rente und seine Frau erzählen von der ehrenamtlichen Arbeit in der Seemannsmission – Seeleute tauschen dort ihre Währung in Euro

„Als wir angefangen haben, wollten wir nur etwas zurückgeben, jetzt macht es einfach Spaß“, beschreibt Ilka Henne ihren Job. Sie und ihr Mann Eberhard sind seit zehn Jahren ehrenamtliche Helfer in der Deutschen Seemannsmission Brunsbüttel.

Eberhard Henne ist jahrelang zur See gefahren und war 25 Jahre Kanallotse. „Ich habe meinen Mann früher oft auf den Fahrten begleitet und so die Arbeit in den Seemannsmissionen kennen- und schätzen gelernt“, erklärt Ilka Henne weiter. „In meiner aktiven Zeit habe ich viel von den Seefahrerclubs profitiert“, sieht Eberhard Henne die Notwendigkeit der Missionen in den Häfen überall auf der Welt.
Das Ehepaar Henne gehört zu den Ehrenamtlern, die in der Zeit von 17 bis 22 Uhr den Seemannsclub in der Kanalstraße betreuen. „Wir machen das gerne, die Arbeit in einem netten Team und toller Atmosphäre macht Spaß“, betont Ilka Henne.

Immer neue Leute kennen lernen, Kontakte aufbauen und ganz nebenbei Menschen helfen, das sind ihre herausragenden Kriterien. Die Einsätze für die Seemannsmission sind überschaubar und werden meistens am Anfang des Monats besprochen, aber es kommt auch schon mal zu spontanen Terminen.

Im Club gibt es neben Getränken und kleinen Snacks auch einige persönliche Bedarfsartikel und Souvenirs für die Seeleute zu kaufen, außerdem die Telefonkarten und der Devisenumtausch in Euro. „Es ist unverständlich, warum es in einer Hafenstadt wie Brunsbüttel kein Bankinstitut gibt, in dem Seefahrer am Tag ihr Geld tauschen können“, sagt Eberhard Henne. Neben dem Transfer von Devisen, den Seemannsdiakon Leon Meier für die Seeleute vornimmt, benötigen die Matrosen hiesiges Geld, um ihre Einkäufe zu tätigen. Ohne das Tauschangebot in der Seemannsmission könnten die ausländischen Seeleute ihre Geschäfte in der Stadt nicht erledigen.

Die Seemannsmission präsentiert sich mit Informationsständen bei Märkten oder Hafenfesten, auch dann sind die Ehrenamtler gefordert. „Dazu gehört auch der Auf- und Abbau, aber alles freiwillig, so wie jeder kann und möchte“, fügt Eberhard Henne hinzu.

Stationsleiter Leon Meier freut sich über die Unterstützung seiner ehrenamtlichen Helfer. „Ohne diese Hilfe könnten wir die Arbeit im Club oder bei der Öffentlichkeitsarbeit gar nicht leisten.“ Er möchte gerne neue Helfer im Team begrüßen und bittet um Mithilfe. „Man muss offen sein für die Welt – und Englisch sprechen“, sind die äußeren Bedingungen. Jede andere Fremdsprache erleichtert die Arbeit und den Seeleuten ihren Aufenthalt. „Wer Lust hat, kann einfach mal vorbeikommen und sich den Club angucken“, lädt Leon Meier Interessierte in die Kanalstraße ein.





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erstellt am 01.Okt.2014 | 17:04 Uhr

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