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Norddeutsche Rundschau

23. Februar 2017 | 19:36 Uhr

Festival-Projekt : Tanz unterm Meeresspiegel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Workshops und Konzerte sowohl in Wilster als auch in den Landgemeinden sollen das Publikum locken.

„Tanz unterm Meeresspiegel“ – Deutschlands tiefste Region soll ganz nach oben. Der Slogan weckt Aufmerksamkeit für ein neues Kulturprojekt. St. Margarethen ist wahrscheinlich dabei, Stördorf auch. Die Marsch präsentiert sich den Besuchern und mischt Künstler aus allen Kulturkreisen mit Kulturschaffenden aus der Region. Anton Brade stellte bei einem Infofrühstück im Kulturhaus die Projektplanung vor. Start soll zwischen dem 7. und 17. September 2017 sein – als Auftakt für ein jährliches Festival, das für eine strukturschwache Region die Identität und Zusammengehörigkeit fördern soll. Vor Bürgermeistern, Partei-, VHS- und Schulvertretern, Landfrauen und Mitgliedern der Wilsteraner Ratsversammlung sowie des Regionalvereins Wilstermarsch erläuterte der Kulturhaus-Geschäftsführer das Vorhaben, das Erfahrungen des erfolgreichen „25-Wochen“-Projekts aus dem vergangenen Jahr aufnehmen wird.

„Musiker aus New York treten gemeinsam mit dem Spielmannszug Wilster auf, das ist doch eine Traumaktion“, beschrieb Brade eines von vielen Szenarien der Zusammenarbeit. Wenn für einen Workshop Samba oder Tango auf dem Plan steht, könnten für die Versorgung südamerikanische und holsteinische Spezialitäten angeboten werden. Für den Festumzug in Wilster, der fester Bestandteil des Programms sein soll, mischen sich Gäste und Einheimische beim kostümierten Zug durch die Straßen, wie er 2015 auch schon stattfand. Einen gemeinsamen Abschluss kann sich Brade mit einer Veranstaltung im Colosseum vorstellen oder „Open Air“ am Markt vor dem Kulturhaus.

Doch vor allem ist der Meeresspiegel dabei Programm. Denn Wilster soll nur Ausgangs- und Sammelpunkt für die Aktionen sein, die das Geschehen in die Dörfer bringt. Workshops und Konzerte sollen sich dort abwechseln, auch regionale Künstler und Aktive einbinden und auswärtige Besucher aufs Land ziehen, wohin sie gegebenenfalls durch einen Shuttle-Service von Wilster aus gelangen. Veranstaltungsorte könnten Scheunen, Schulen, Gemeindehäuser oder im Freien auf der Wiese sein. Wie beispielsweise in Neuendorf-Sachsenbande, an der tiefsten Landstelle Deutschlands. „Mit einem kleinen Tanzboden am Besucherpavillon kann das wirkungsvoll werden“, sagte Vera Carstens von den Landfrauen.

„Das ist doch weltweit einmalig, damit müssen wir arbeiten“, animierte Anton Brade die Gemeinden. Das Maximalprogramm sieht zwei Wochenenden und die Tage dazwischen für einen Veranstaltungsreigen vor. Das schien einigen für den Anfang zu viel zu sein. „Aber ein langes Wochenende kann ich mir gut vorstellen“, sagte Ratsfrau Maren Hayenga. „Es kann wachsen, von Jahr zu Jahr erweitern wir“, erläuterten Anton Brade und Carsten Döhler vom Vorstand des Kulturvereins. Dieser kümmert sich um das Programm und die Dozenten, die Gemeinden stellen die Örtlichkeit, ehrenamtliche Helfer bürgen für einen vorab festgelegten Teil des Kulturprogramms. „Für einen Workshop muss man rund 500 Euro kalkulieren, für ein Konzert 1500 Euro. Wenn es eine Förderung gibt, müsste man nur die Hälfte gegenfinanzieren“, erläuterte Brade Details der ausgereiften Planung, die Amtsvorsteher Helmut Sievers an die Gemeinden weiterleiten wird. Anträge für die finanzielle Unterstützung wurden beispielsweise schon bei der AG Soziokultur gestellt. Auch der Regionalverein würde für den Anschub Mittel beisteuern, sagte dessen Vertreter Olaf Prüß. Ratsherr Helmut Jacobs sieht seine Einschätzung zum Kulturhaus als „Leuchtturm“ für die Region bestätigt. Und Bürgermeister Volker Bolten aus St. Margarethen will seine Gemeinde zur Beteiligung motivieren: „Interesse haben wir. Einen Workshop könnten wir sicher stemmen.“

Das neue Kulturhaus am Markt sei mit seinem Programm vom Start an gut angenommen worden, zieht dessen Leiter Anton Brade eine erste Bilanz. „Es haben sich alle Erwartungen erfüllt!“ Man habe auch viel bislang unbekanntes Publikum gewonnen, bei jeder Veranstaltung gebe es neue Gesichter. Auch die Gewerbetreibenden in Wilster begrüßten, dass damit wieder mehr Leben in die Stadt komme. „Jeder Besucher von außerhalb lässt neben dem Eintritt zu einer Veranstaltung auch weitere Euro in der Region“, betonte Hans-Werner Speerforck vom Regionalverein Wilstermarsch.

 


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