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Hafen Brunsbüttel : Studie soll Druck auf Berlin erhöhen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Hafen-Gutachten belegt: Eine verbesserte Infrastruktur ist dringend erforderlich. Es werden Wachstum, mehr Umsatz und weitere Jobs erwartet.

Erstmals wurde jetzt in einem Gutachten die wirtschaftliche Bedeutung der drei Brunsbütteler Häfen ermittelt. Das Ergebnis der umfassende Studio wurde gestern von dem Beratungsunternehmen Competence in Ports an Logistics, kurz CPL, präsentiert. Im Herbst 2016 hatte Brunsbüttel Ports als Eigentümer und Betreiber der drei Häfen das Lübecker Unternehmen damit Beauftragt, die „regionalökonomischen Effekte“ der Häfen sowie ihre Verflechtung mit der Stadt und der Region zu untersuchen. „Mit dem unabhängigen Gutachten wollen wir ihre Bedeutung verdeutlichen“, sagte Hafenchef Frank Schnabel und unterstrich: „Auf politischer Bundesebene wurde immer mit falschen Prognosen und Zahlen gerechnet, die wir jetzt wiederlegen können.“

Das Gutachten soll helfen, dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen in und um Brunsbüttel nachträglich noch in den Bundesverkehrswegeplan 2030 zu bringen. Allen voran den zweigleisigen Ausbau der Güterbahntrasse Wilster-Brunsbüttel und dessen Elektrifizierung, die Sanierung des Güterbahnhofs Brunsbüttel und die Verlagerung der Bahntrasse um das Werk der Total Bitumen herum. Wichtig seien aber auch der dreispurige Ausbau der B5 über Wilster hinaus sowie der Ausbau der A20 inklusive Elbquerung.

„Wir setzen auf die Unterstützung unserer Bundestagsabgeordneten aus der Region und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, die mit diesem Gutachten klare Fakten vorweisen können. Eigentlich kann in Berlin nun keiner mehr nein zum Ausbau der Bahntrasse sagen“, so Schnabel. In den vergangenen Jahren seien immer wieder Projekte an der Ostküste Schleswig-Holsteins und in Niedersachsen vorgezogen worden, die in ihrer Notwendigkeit nicht höher einzustufen gewesen seien. „Wir verlangen lediglich eine Gleichbehandlung und hoffen, mit der Studie das Bundesverkehrsministerium zum Umdenken bewegen zu können.“

Laut Gutachten verzeichneten die drei Häfen im vergangenen Jahr einen Gesamtumschlag von annährend zwölf Millionen Tonnen. Damit konnte das Unternehmen innerhalb von nur sechs Jahren den Umschlag um 25 Prozent steigern. Eine Steigerung, die weit über der Vorhersage des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur liegt. Das Ministerium hatte in seiner Seeverkehrsprognose den drei Brunsbütteler Häfen gerade mal ein Wachstum von eineinhalb Prozent prognostiziert. Auch wenn Brunsbüttel mit den Umschlagszahlen hinter Lübeck liegt, so sind die Häfen in der Schleusenstadt den Ostseehafen im Bereich Wertschöpfung deutlich voraus.

Insgesamt sind 7086 Mitarbeiter in den beiden Kanalhäfen sowie dem Elbehafen beschäftigt. Die Zahl der Beschäftigten, die von den Brunsbütteler Häfen abhängigen sind, ist deutlich höher. „Diese generierten einen Nettoumsatz von rund 5,8 Milliarden Euro und eine Bruttowertschöpfung von etwa 870 Millionen Euro“, so CPL-Gutachter Jobst Schlennstedt.

Die wirtschaftliche Bedeutung insbesondere des Elbehafens wird aus Sicht des Gutachters in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen. Bereits angesiedelte Unternehmen und wie kürzlich bekannt wurde der niederländische Konzern Gasunie wollen in Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet investieren. Projekte für rund 800 Millionen Euro sind geplant.

Mittelfristig sieht das Beratungsunternehmen die Chance, dass in Brunsbüttel bis zu 1000 weitere hafenabhängige Arbeitsplätze entstehen werden. „Das Transportpotenzial wird sich mittelfristig mehr als verdoppeln. Dafür reiche die Infrastruktur bei weitem nicht aus.

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