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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 23:09 Uhr

Konjunkturumfrage : Steinburgs Wirtschaft brummt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreis Steinburg ist bei Personalentwicklung, Investitionen und Umsätzen im ersten Halbjahr spitze. Sorge bereitet zunehmender Mangel von Fachkräften.

Die Wirtschaft im Kreis Steinburg befindet sich im Aufschwung. Das ist der Tenor der Konjunkturumfrage des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste (UVUW) für das erste Halbjahr. 130 Mitgliedsunternehmen insgesamt haben sich an der Erhebung durch den UVUW beteiligt.

Verbands-Geschäftsführer Ken Blöcker bewertete das Ergebnis als Ausdruck einer robusten Wirtschaft im Unterelbe-Raum: „Die generelle Entwicklung des vergangenen Halbjahres war erfreulich.“ Ein konjunktureller Wetterumschwung sei auch in den anstehenden sechs Monaten nicht zu erwarten. Die Werte im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2015 sind beinahe durchweg besser. Mehr als ein Drittel der Unternehmen im Verbandsgebiet haben ihre Auftragseingänge in den vergangenen sechs Monaten steigern können (37 Prozent) und zudem ihren Personalbestand erhöht (36 Prozent). Knapp zwei Drittel (61 Prozent) beurteilen ihre Umsatzentwicklung als günstig. Sorge bereitet indes der zunehmende Mangel an Fachkräften. Und das betrifft in besonderer Weise den Kreis Steinburg.

Kein anderer Kreis leidet unter dem Mangel von qualifiziertem Personal wie Steinburg. 57 Prozent der befragten Unternehmen fühlen sich durch das Fehlen von Fachkräften in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt. Co-Geschäftsführer Sebastian Koch unterstrich: „Es geht dabei nicht nur um hochqualifizierte Kräfte, sondern es fehlt in vielen Bereichen gut ausgebildetes Personal.“ Lutz Bitomsky, Verbandsvorsitzender, sieht sich als Geschäftsführer der Metallverarbeitungsfirma Walter Otto Müller seit langem mit diesen Problemen konfrontiert: „Neben bereits ausgebildetem Personal, wird es zusehends schwieriger Auszubildende zu finden.“ Diesem Problem entgegen stehen die aktuellen Zahlen bei der Entwicklung des Personalbestands der Steinburger Unternehmen. Denn innerhalb der vergangenen sechs Monate sind diese Werte explodiert. Gaben im Winter 2015 gerade einmal 6 Prozent der Unternehmen an, ihren Personalbestand zuletzt vergrößert zu haben, waren es in er aktuellen Erhebung 42 Prozent. Auch bei den Investitionen und der Umsatzentwicklung steht Steinburg an der Spitze im Verbandsgebiet. 38 Prozent der Arbeitgeber haben ihre Investitionen erhöht (Verbandsdurchschnitt: 25 Prozent) und 74 Prozent gehen von steigendem Umsatz für die kommenden Monate aus (Verbandsdurchschnitt: 61 Prozent).

„Damit holt Steinburg das nach, was wir in anderen Kreisen bereits zu früheren Zeitpunkten festgestellt haben“, so Ken Blöcker. Als Grund für die überdurchschnittlich gute Entwicklung hat Lutz Bitomsky einen psychologischen Effekt ausgemacht. „Ich glaube, dass die Unternehmen in unserem Kreis mehr Vertrauen in eine positive Zukunft haben, als es anderswo der Fall ist“, erklärte er. Allerdings müssten die Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen werden, so der Appell: „Es muss Platz für Investitionen geschaffen werden. Wir brauchen in Steinburg und besonders im stadtnahen Umfeld Itzehoes ausgewiesene Gewerbeflächen, um attraktiv für Neuansiedlungen von Unternehmen zu bleiben“, sagte Bitomsky.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 16:56 Uhr

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