zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 22:57 Uhr

Wirtschaft : Steinbeis erschließt neue Märkte

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Glückstädter Unternehmen verkauft jetzt auch Papiere für Schulbedarf und für Studenten. Produktion nochmals gesteigert

Steinbeis wird in diesem Jahr mehr Papier produzieren als je zuvor. „Wir überschreiten die 300  000 Tonnen“, sagt Geschäftsführer Ulrich Feuersinger. „Wir produzieren in diesem Jahr zirka 10 000 Tonnen Papier mehr.“ Gemeinsam mit Geschäftsführer Michael Hunold spricht er über die Geschäftsentwicklung im vergangenen und in diesem Jahr sowie über künftige Pläne.

Das Recyclingpapier herstellende Unternehmen hat auch weitere Märkte erschlossen. „Uns ist es gelungen, die Absätze beim Büropapier zu steigern.“ So verkaufen die Glückstädter jetzt auch Papier an Behörden in Kalifornien. Dies rechnet sich nach dem jetzigen Stand des Dollars. Bleibt er so, soll das Geschäft ausgeweitet werden.

Die weniger gute Nachricht ist: „Wir sind nicht zufrieden mit den Erlösen“, sagt Feuersinger. Die Preise gehen zurück. „Das trifft die gesamte Branche zu, nicht nur Steinbeis.“ Die gesamte Branche klage auch über den zurückgehenden Absatz, hier sei Steinbeis jedoch nur in den Bereichen bei den Papieren für Magazine – bei den grafischen Papieren – betroffen.

Generell sei unklar, wie sich die Märkte weiterentwickeln. Ein Stichwort ist der Brexit, der Austritt Englands aus der EU. Denn Steinbeis liefert auch in das Königreich – 8000 Tonnen Papier für die Behörden. „Der Brexit macht uns Kopfzerbrechen“, sagt Feuersinger. Und unklar sei auch, wie sich das Pfund entwickele. „Für dieses Jahr sind wir bezüglich der Währung durch einen Vertrag noch abgesichert“, sagt der Geschäftsführer. Für 2017 gelte der Vertrag so nicht mehr, dann werde neu verhandelt.

Eine andere Frage ist, wie sich die geopolitische Lage durch die Ereignisse in der Türkei entwickeln. Denkbar sei, dass sich die Konjunktur negativ entwickele. Feuersinger spricht sogar von „Bauchschmerzen“ bezüglich der Lage.

Um für den Markt gewappnet zu sein, werde an Einsparungen gearbeitet. Dies betreffe die Energie, so die Geschäftsführer. Denn sie mache nach dem Kauf von Altpapier für die Produktion den größten Kostenblock aus, sagt Hunold. Er ist für den technischen Part bei Steinbeis zuständig und ist in Arbeitskreisen vertreten, die sich mit Energiesparmaßnahmen beschäftigen. So wird in einem Kreis mit anderen Vertretern der Wirtschaftsbranche überlegt, wie die bei Steinbeis produzierte Abwärme für andere genutzt werden kann. „Das Fortuna-Bad ist zu weit weg“, sagt er ein Beispiel, was alles geprüft wurde. Aber solche angedachten Entwicklungen seien die Zukunft.

Thema bei dem Unternehmen ist auch das Altpapier. Lesen die Menschen weniger, gibt es weniger Papier und es wird teurer. Es gäbe bereits Unternehmen, die statt Recyclingpapier jetzt Karton herstellen, sagt Hunold.

Denn der Onlinehandel nimmt zu, es werden mehr Verpackungen gebraucht. Doch Kartons landen wieder in der Papiertonne und sind wiederum keine Rohware, die für die Produktion bei Steinbeis geeignet ist. Um der sinkenden Qualität der Rohware, dem Altpapier, zu begegnen, wird bei Steinbeis ständig nach noch besseren Herstellungsverfahren geforscht. Denn Qualität ist dem Unternehmen von jeher wichtig, genauso wie der ökologische Gedanke.

Beim Thema Ökologie sehen die Geschäftsführer auch die große Chance des Unternehmens, welches bereits europaweit Marktführer für Recyclingpapier ist. Jüngst wurde ein neues Produkt auf den Markt gebracht. Papier für Schulbedarf und für Universitäten. „Wir müssen die Akzeptanz noch erhöhen“, sagt Feuersinger. Und Hunold erklärt, dass es immer noch nicht nachvollziehbar ist, warum die Menschen absolut weißes Papier haben wollen, wo sie täglich Zeitung lesen. Denn diese haben nur noch einen Weißegrad zwischen 60 bis 80 Prozent.

„Wir müssen gerade bei jungen Leuten Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Michael Hunold zum ökologischen Gedanken.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 24.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen