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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 14:33 Uhr

Demonstration : Starkes Zeichen für Erhalt der Radwege

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mehr als 200 Teilnehmer trafen sich an der Grevenkoper Feuerwache: Sie forderten den Erhalt ihrer Radwege an den Landesstraßen der Region. Unterstützung fanden sie beim Landrat und Politikern.

Seit seiner Wahl zum Grevenkoper Bürgermeister 2013 macht sich Hans-Otto Schröder für die Erhaltung und Instandsetzung der Radwege in seiner Gemeinde stark. Doch beim Radweg entlang der Landesstraße zwischen Steinburg und Krempe beißt er sich bislang die Zähne aus. Weite Teile des Wegs sind von Unkraut überwuchert. Wurzeln haben den Asphalt aufgebrochen und in eine unebene Holperpiste verwandelt.

Bislang weigert sich die Landespolitik beharrlich, die Strecke sanieren zu lassen. Hauptargument aus Kiel: Der Radweg werde nicht genügend genutzt. Und so fällt er in eine Kategorie, bei der in den Sternen steht, ob er jemals wieder hergerichtet wird. Die Lokalpolitiker um Bürgermeister Schröder fürchten sogar, dass der Weg irgendwann ganz wegfallen könnte, und die Radfahrer dann auf die viel befahrene Landesstraße ausweichen müssen.

„So weit darf es nicht kommen“, betonte Schröder immer wieder. Am Sonnabend luden er und seine Amtskollegen aus den Nachbargemeinden zu einer Protestveranstaltung an die Grevenkoper Feuerwache ein. Mehr als 200 Radfreunde folgten dem Ruf. „Ich hoffe, dass wir heute hier mit unserer Aktion Eindruck machen können“, sagte Schröder. Mit dabei waren auch Landrat Torsten Wendt, Amtsvorsteher Harm Früchtenicht sowie mehrere Bundes- und Landtagsabgeordnete. Der Musikzug der Feuerwehr Kremperheide sorgte musikalisch für Unterhaltung.

55  000 bis 60  000 Fahrzeuge würden Monat für Monat die Landesstraße nutzen, so Schröder. Bei einer so hohen Zahl sei ein Radweg dringend erforderlich. Generell könne es nicht sein, dass die einstmals von Steuergeldern bezahlten Wege nicht gepflegt würden. Dies sei Aufgabe der dafür verantwortlichen Politiker. „Wir wollen das Land zum Umdenken bewegen“, sagte der Bürgermeister. „Ich lade Minister Reinhard Meyer nach Grevenkop ein, sich hier vor Ort ein Bild zu machen.“ Kinder und Bürger dürften nicht „auf die lebensgefährliche Straße verbannt werden“. Dies gelte auch für die vielen Flüchtlinge, die meist auf Rädern unterwegs seien.

Amtsvorsteher Früchtenicht zeigte sich „überwältigt, dass so viele Bürger der Einladung gefolgt sind“. Auch Landrat Wendt betonte, dass er das Anliegen der Protestler „sehr gut nachvollziehen kann“. In Schleswig-Holstein werde seit vielen Jahren zu wenig Geld in den Erhalt der Infrastruktur gesteckt. Gleichzeitig versprach Wendt, dass Thema bei seinem nächsten Minister-Besuch anzusprechen. Es sei „nicht in Ordnung, wenn wir diese Infrastruktur verkommen lassen“, machte der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich deutlich. Und FDP-Landtagsmitglied Oliver Kumbartzky sagte: „Es wird Zeit, dass hier etwas passiert.“

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