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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 10:43 Uhr

Hoher besuch : Stark durch Vielfalt und Gemeinschaft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Propst beeindruckt von Besuch in den Kirchengemeinden Glückstadt und Borsfleth.

„Lebendig. Vielfältig. Vorbildlich.“ Glückstadt hat es Propst Thomas Bergemann und seinem Stellvertreter Torsten Becker angetan, wie im Pressegespräch im Rahmen der pröpstlichen Visitation deutlich wurde. Noch bis morgen sind sie in der Stadt und im Nachbarort Borsfleth unterwegs, um sich einen Einblick vm Gemeindeleben zu verschaffen. „Der Blick von außen ist uns wichtig, damit wir wissen, ob wir auf dem richtigen Weg sind“, begrüßte Pastor Stefan Egenberger die pröpstliche Visitation.

Zum allerersten Mal erstreckte sich diese über acht statt sieben Tage. „Von Sonntag bis Sonntag bietet einen tollen Rahmen“, befand Bergemann. Mit dem Besuch des Borsflether Gottesdienstes starteten er und Becker. Borsfleth ist eine eigenständige Kirchengemeinde, arbeitet aufgrund der Verbundpfarrstelle von Pastorin Gabriele Schinkel aber eng mit Glückstadt zusammen. Morgen endet die Visitation mit einem Gottesdienst in der Glückstädter Stadtkirche um 10 Uhr, bei dem Bergemann die Predigt und Becker Worte an die Gemeinde über die Ereignisse der vergangenen Woche sprechen wird.

Auf dem Fahrrad ging es Montagvormittag auf Erkundungstour. Gesellig wurde es am Abend, als die Kirchengemeinde Ehrenamtliche aus Politik, Feuerwehr und Sport ins Restaurant „Anno 1617“ eingeladen hatte – und die zahlreich erschienen. Bergemann: „Eines unserer Anliegen ist es, dass Kirche nicht nur auf sich guckt, sondern mit dem Ortsleben vernetzt ist. Das funktioniert hier ausgesprochen gut.“

Einen Anteil daran habe die Kirchenmusik, eines der Aushängeschilder der Gemeinde, was vor allem Kirchenmusiker Florian Hanssen geschuldet sei, so der Propst. Während anderorts Kirchenchöre verzweifelt um neue Sänger kämpfen, „können es die Kinder nicht abwarten, ihren fünften Geburtstag zu feiern, um endlich im Kinderchor mitsingen zu können“, berichtete Corinna Kahl, Mitglied des Kirchengemeinderates. Derzeit sind 45 Jungen und Mädchen im Kinderchor und rund 60 Erwachsene im Kirchenchor aktiv, die mit ihrer Sangeskunst Publikum sogar von außerhalb locken, wie Pastor Christian Schröder betonte.

Auch das Langzeitprojekt der Gemeinde dreht sich um Musik, eine neue Orgel muss her. „140  000 Euro sind schon durch Spenden zusammengekommen“, nennt Pastor Egenberger Zahlen. Nun habe man das Angebot eines Orgelbauers eingeholt. „Den Entwurf wollen wir in der nächsten Gemeindesitzung vorstellen.“ Das benötige Restbudget wolle man über so genannte Pfeifenpaten in die Kasse bekommen, erklärte Pastor Schröder.

Positive Bilanz zog die Kirchengemeinde in Bezug auf die Arbeit des Kitawerkes, das die Trägerschaft der evangelischen Kitas übernommen hat. Er könne nun viel besser seine Aufgaben als Pastor widmen, so Egenberger. „Der Schritt hat auf beiden Seiten enorme Erleichterung gebracht.“

Zeit für die Menschen in der Gemeinde zu finden und schnell auf gesellschaftliche Veränderungen im Ort reagieren zu können, gelinge den Glückstädtern auch durch ihr gutes Gebäudekonzept, lobte Bergemann. Statt auf mehrere Standorte verteilt, konzentriere sich alles das Gebäude neben der Kirche. Das sieht auch Egenberger so: „Unsere Hauptaufgabe soll nicht das Gebäudemanagement sein, sondern wir wollen unsere Arbeit der Stadt zur Verfügung stellen.“ Als Beispiel wurde die Flüchtlingswelle genannt. Unter der Regie der ehrenamtlichen Helferin Brigitte Burghold war ruckzuck ein Begegnungscafé auf die Beine gestellt worden, zu dem sich in Spitzenzeiten 200 Leute trafen. Das gibt es zwar nicht mehr, „wenn sich die Situation wieder ändert, wird es wieder Thema sein“, versprach Pastorin Schinkel.

Großes Lob gab es auch für die Vielfalt an Angeboten, wie Familien-, Jugend-, Literatur und den meditativen Gottesdienst. „Wir schaffen die Möglichkeit, dass sich viele Leute in den Angeboten wiederfinden“, so Egenberger. Die vorbildliche Arbeit in der Kirchengemeinde ist auch der Landeskirche nicht entgangen. Bergemann: „Weil die Gemeinde so vielfältig ist, ist seit einiger Zeit auch Ausbildungsgemeinde. Wenn die Landeskirche der Gemeinde Vikare zuweist, ist das ein Qualitätsmerkmal.“




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erstellt am 24.Sep.2016 | 15:00 Uhr

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