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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 08:49 Uhr

Städtebau : Stadtstraße muss verengt werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinbeis bietet Hilfe für Neubau der Rhinbrücke an / Landesstraßenbauamt spricht von vorübergehender Lösung

Glückstadt hat ein Brückenproblem mit Auswirkungen. Die rund 60 Jahre alte Rhinbrücke in der Stadtstraße ist zwar „nicht marode“, so Iris Dautwitz, Leiterin Geschäftsbereich Landesbetrieb für Straßenbau. Aber die Lastwagen werden immer schwerer, dafür ist die Brücke nicht ausgelegt. Mit der Folge, dass die Fahrbahnbreite von jetzt sieben Meter auf künftig 5,50 Meter im Bereich der Brücke eingeengt wird. „Sattelkraftfahrzeuge und Lastzüge dürfen sich zukünftig auf der Brücke nicht begegnen“, erklärt Iris Dautwitz. „Begegnen sich zwei Sattelkraftfahrzeuge, hat das stadteinwärts fahrende Fahrzeug zu warten.“ Die Einengung soll jetzt kurzfristig angelegt werden.

Rund 7000 Pkw und Lkw fahren täglich auf der Stadtstraße. Für den gesamten Durchgangsverkehr könnte die Einengung ein Problem werden. So auch für die Papierfabrik Steinbeis als direktem Anlieger der Straße. Denn viele Lastwagen steuern das Unternehmen an. „Wir legen Wert darauf, dass die Brücke saniert wird“, sagt Steinbeis-Geschäftsführer Ulrich Feuersinger auf Anfrage unserer Zeitung. Und sollte die neu errichtet werden müssen: „Wir werden behilflich sein, dass eine Behelfsbrücke gebaut werden kann.“ Denn auf der rechten Seite – kommend aus Glückstadt – gehören die Grundstücke Steinbeis. Gespräche zwischen der Firmenleitung und dem Straßenbaubetrieb hat es noch nicht gegeben.

Zur Frage unserer Zeitung, ob eine neue Brücke gebaut oder saniert werden muss, sagt Iris Dautwitz: „Der bauliche Erhaltungszustand ist mit der Bewertungsziffer 2,5 als ein noch ausreichender Bauwerkszustand definiert.“ Das hieße, dass sowohl eine laufende Unterhaltung wie auch eine kurzfristige Instandsetzung erforderlich sei. Hauptsächlich deshalb, weil der Belag der Fahrbahn schadhaft sei. Bei Prüfungen der Brücke seien keine Schäden aufgefallen, die durch eine Überlastung des Bauwerkes entstanden sein könnten.

Weil eine Einengung der Straße aber keine dauerhafte Lösung ist, soll kurzfristig mit den Planungen einer neuen Brücke begonnen werden. „Untersucht wird auf jeden Fall die Möglichkeit des Baus einer Behelfsumfahrung für die Dauer der Bauzeit für den Ersatzneubau.“

Eine Ampellösung kommt nicht in Frage. Die Rückstaugefahr bis in den Kreisel Christian-IV-Straße am Hafen ist zu groß. Die jetzt geplante Einengung wird ähnlich der sein wie auf der Brücke in Kollmar. Dort gibt es einen Engpass auf der B 431 in der Kurve Deichreihe. In Kollmar gibt es eine Leitschwelle, in Glückstadt wird eine Wand von zirka 50 Zentimeter Höhe errichtet.

Die heutige Rhinbrücke wurde 1956 gebaut worden und ist auf die Querträger-Stöße geschweißt. Für die Gründung der Flusspfeiler wurden seinerzeit die Holzpfahlgründungen der ursprünglichen Brücke aus dem Jahr 1868 genommen. Allerdings gab es vor 60 Jahren bei weitem nicht ein so hohes Verkehrsaufkommen wie heute.

Die Stadt Glückstadt hatte vor einigen Jahren ein Verkehrs-Gutachten in Auftrag gegeben. Die Gutachter gaben die Prognose ab: Ist die A  20 bei Glückstadt fertig, werden zirka 13 000 Autos und Lastwagen täglich über die Stadtstraße fahren. Doch vorher gibt es ein anderes Problem. Im Planfeststellungsverfahren zum Bau des Elbtunnels steht: Über Jahre sollen dann Lastwagen im Minutentakt den Erdaushub über die Stadtstraße abfahren.

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erstellt am 07.Aug.2016 | 07:50 Uhr

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