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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 11:17 Uhr

Glückstadt : Stadtklinik wird verkauft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Hamburger Unternehmer Ejad Shanti plant die Stadtklinik Glückstadt in ein Privatkrankenhaus umzuwandeln. Die bestehenden Artpraxen sollen erhalten bleiben.

Die Stadtklinik wird an Ejad Shanti verkauft. Der Hamburger Unternehmer plant, das Haus in eine Privatklinik umzuwandeln. Die jetzt bestehenden Praxen im Haus bleiben. „Es gibt nur Gewinner“, sagt Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler zum Gesamtpaket, welches ausgehandelt wurde.

Der neue Eigentümer will die Zimmer komfortabler ausbauen, bevor dort Patienten einziehen. Die Rede ist von einer Kapazität bis zu 40 Betten, jetzt sind es 60 Betten. Die Operationen finden dann im Klinikum Itzehoe statt. Für Ziegler eine gute Lösung: „Wir haben in Itzehoe keine ausreichenden Betten, aber genug Kapazitäten, um operieren zu können.“

Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. „Ich hoffe aber, dass es noch im Juli klappt“, sagt Ziegler. Es seien noch vertragliche Regelungen auszuarbeiten. Über den Verkaufspreis schweigt er. Er liege aber im siebenstelligen Bereich, so viel gibt er bekannt.

Was Ziegler sehr am Herzen liegt: Dass das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Haus bleiben kann. Vertraglich soll eine lange Laufzeit vereinbart werden.

Ejad Shanti betreibt in Hamburg eine Firma, die Medizinprodukte für Gefäßerkrankungen herstellt. Diese vertreibt er weltweit – von Brasilien bis in den arabischen Raum. Für eine Stellungnahme – was er genau plant – war der Geschäftsmann gestern nicht erreichbar, weil er sich auf Geschäftsreise befand.

Laut Bernhard Ziegler plant der neue Eigentümer, dass er mit der Stadtklinik in der Golf-Region werben wird. Dorthin habe er Kontakte, dort gebe es Bedarf an hervorragender deutscher Medizin. „Nach Amerika steht Deutschland an Platz zwei “, sagt Ziegler zu dem hohen Stellenwert, den die deutsche Medizin im Ausland hat. Patienten von dort werden dann nach Glückstadt kommen für bestimmte Operationen, die sich verbinden lassen mit einer Operation in Itzehoe und einer Versorgung in Glückstadt. Als Beispiele nennt der Krankenhausdirektor Hüft- und Knieoperationen.

Neben dem umfangreichen Vertragswerk sind bis auf den Notar-Termin alle Hürden genommen. Die Stadtklinik gehört zum Klinikum Itzehoe, befindet sich in der Trägerschaft des Zweckverbands des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe. Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes hat dem Verkauf jetzt zugestimmt. Zudem kam es mit der Stadt Glückstadt zu einer Einigung über das Grundstück. Dieses war dem Zweckverband 2007 kostenlos überlassen worden, als das Klinikum das Glückstädter Krankenhaus von der Paracelsus-Gruppe kaufte. Allerdings mit der Klausel, dass bei einem Verkauf Geld an die Stadt fließt. Jetzt einigten sich Stadtvertreter und Krankenhausdirektor darauf, dass der Zweckverband statt der geforderten 180 000 Euro nur 120 000 zahlt. Grund ist, dass Ziegler die Langfristigkeit der Praxen in der Stadtklinik zugesagt hat. „Wir legen Wert auf die medizinische Versorgung für Glückstadt“, sagt Ziegler.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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