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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Kommunalpolitik : Stadt sagt „Nein“ zur Förderung von Pferden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Pferde sind kein Sportgerät: Satzung in Glückstadt bleibt bis zur endgültigen Entscheidung weiter in Kraft.

Ist ein lebendes Pferd ein Sportgerät? Die spontane Antwort kann eigentlich nur „Nein“ heißen. Genau so sehen es auch die Mitglieder des Sozialausschusses, die während ihrer jüngsten Sitzung einem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht folgten. Diese hatte vorgeschlagen, die bestehenden Sportförderungsgrundsätze der Stadt Glückstadt unangetastet zu lassen. Darin ist vorgesehen, dass in letzter Konsequenz bei Zuschüssen auch Tiere wie Sportgeräte zu behandeln sind. Das Thema kam auf, weil ein Reitverein einen Zuschussantrag für ein Pferd und ein Pony gestellt hatte. Die Frage: Wie sind Tiere verwaltungstechnisch zu verbuchen?

Tiere sind keine Sachen. Über diese simple Tatsache waren sich alle einig. Doch wie sind lebende Tiere dann bezuschussungsfähig? Die SPD-Fraktion hatte angeregt, die Fördergrundsätze der Stadt so zu ändern, dass ausschließlich Sachmittel bezuschusst werden können. „Wir haben in der Verwaltung lange über das Thema nachgedacht“, sagte Bürgermeisterin Manja Biel. Da der Reitverein mit Tieren arbeite, käme es zu einer Ungleichbehandlung mit Blick auf andere Vereine, wenn kein Zuschuss möglich wäre. Am Ende scheint es sich beim Konflikt Tier/Sportgerät eher um ein ethisch-moralisches Problem zu handeln, das sich auf einen kurzen Nenner bringen lässt: Wie passt ein Pferd in das Paragrafenwerk der Stadt?

Diese Frage soll nun in den einzelnen Fraktionen geklärt werden. Bei der Abstimmung im Sozialausschuss folgte kein einziges Mitglied dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Was gleich das nächste Kuriosum nach sich zieht. Denn nun gelten erst einmal die bestehenden Sportförderungsgrundsätze weiter. Also genau jene, denen die Politiker ihr Okay verweigerten.

Bei Sportgeräten können die Antragsteller übrigens auf einen Zuschuss von bis zu einem Drittel der Beschaffungskosten hoffen. Förderfähig sind Geräte und Ausrüstung in einem Preissegment von 500 bis höchstens 2000 Euro. Nun darf gespannt abgewartet werden, wie Pferde in dieses Vorschriftenwerk eingebunden werden könnten. Und was passiert eigentlich mit einem von der Stadt geförderten altersschwachen Tier, das in Rente gehen muss? Eine Entsorgung wie bei „echten“ Sportgeräten ist naturgemäß nicht möglich. Auch diese Frage wird zu diskutieren sein.

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