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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 03:12 Uhr

Falschparker : Stadt kassiert 255 000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einnahmen Im Itzehoe im Vergleich zum Vorjahr gesunken / Keine Schwerpunktkontrollen

„Guten Tag, Frau Polizistin“, wird Birte Pusch von einem Kunden begrüßt, als sie den Netto-Parkplatz an der Brunnenstraße betritt. Ihr Versuch, den Mann eines besseren zu belehren („Ich bin nur vom Ordnungsamt“) scheitert: „Sie sind von der Polizei, das sehe ich doch.“ Missverständnisse gehören zum Berufsalltag von Birte Pusch, dieses war eins der harmloseren.

Es kommt immer wieder mal vor, dass die Verkehrsüberwacherin – so die offizielle Berufsbezeichnung – die Wut der Parksünder zu spüren bekommt, denen sie ein Knöllchen an die Windschutzscheibe heftet. „Die meisten sind allerdings ganz nett“, sagt sie. In den meisten Fällen würden die Leute einsehen, dass sie einen Fehler gemacht haben. „Besonders gut finde ich, wenn die Autofahrer Humor zeigen.“ Ihr Lieblingsspruch, den ihr ein Falschparker hinterher rief: „Sie haben da was verloren.“

Auf dem Netto-Parkplatz hat Pusch viel zu tun: Zehn Autos entdeckt sie, in denen nicht – wie vorgeschrieben – die Parkscheibe liegt. Mit wenigen Handgriffen vermerkt sie Autotyp, Farbe und – ganz wichtig für den Beweis – die Stellung der Radventile in einer App auf ihrem Smartphone. Keine zehn Sekunden später spuckt der mobile Drucker in ihrer Tasche auch schon den Strafzettel aus. Sitzt jemand im Auto, dann schaut Pusch erst gar nicht hin. „Warten ist erlaubt.“ Und auch wenn der Autobesitzer schon im Anmarsch ist, lässt sie Gnade walten.

„Auf dem Netto-Parkplatz vergessen immer viele ihre Parkscheibe einzulegen“, sagt Pusch. Ansonsten gebe es keine besonderen Schwerpunkte in der Stadt. „Falsch geparkt wird überall, mal auf dem Bürgersteig, mal vor dem abgesenkten Bordstein und mal auf dem Behindertenparkplatz.“ In der Gartenstraße entdeckt sie einen Opel, der auf dem Taxiplatz steht. 15 Euro werden dafür fällig.

Dass im Moment keine besonderen Schwerpunktkontrollen gefahren werden, bestätigt auch Puschs Kollege aus dem Innendienst, Sven-Harder Tank. Routinemäßig seien insgesamt fünf Verkehrsüberwacher auf vier Touren in der Stadt unterwegs. Im vergangenen Jahr kamen so für die Stadt rund 255  000 Euro zusammen (siehe Infokasten). Dass die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen sind, erklärt Tank mit personellen Gründen. Im zweiten Halbjahr waren nur vier Kollegen unterwegs – in den Vorjahren waren es sechs.

Birte Pusch erwischt an einem normalen Tag im Durchschnitt etwa 20 Falschparker – mal mehr, mal weniger. Allerdings spielen für sie in ihrem Berufsalltag Zahlen und Vorschriften nur eine untergeordnete Rolle: Ihr sei wichtig, viel unterwegs zu sein und mit Leuten zu tun zu haben. „Ich mache das seit fünf Jahren und es macht mir immer noch Spaß.“


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erstellt am 03.Jun.2016 | 05:35 Uhr

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