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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

St. Margarethen kauft Netz-Aktien

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nächste Gemeinde steigt in die Schleswig-Holstein Netz AG ein

Die Gemeinde St. Margarethen will nun auch in das Aktiengeschäft einsteigen – und reiht sich damit in die Riege zahlreicher Wilstermarschgemeinden ein, die ihr Geld gewinnbringend anlegen wollen. Die Gemeindevertretung unter Vorsitz von Bürgermeister Volker Bolten entschied mehrheitlich mit sieben Stimmen bei zwei Gegenstimmen den Kauf von 85 Aktien der Schleswig-Holstein Netz AG zum Preis von insgesamt knapp 400  000 Euro. An der Sitzung nahmen die Gemeindevertreter Inga Block und Inken Rotzoll nicht teil.

Der Kaufpreis soll aus den flüssigen Mittel der Gemeinde bezahlt werden, die zurzeit bei 800  000 Euro liegen. Die Verzinsung mit einem Garantiesatz von jährlich 2,73 Prozent in der fünfjährigen Laufzeit liegt deutlich über dem Zinssatz der Geldinstitute. „Wir wollen keine Kreditfinanzierung“, stellte Bolten in der Diskussion voran. Schon jetzt steht fest, dass das Aktienpaket nach fünf Jahren wieder veräußert werden soll, um dann wieder Liquidität für den Gemeindehaushalt zu gewinnen.

Schon im Finanzausschuss hatte es mit vier Stimmen bei einer Enthaltung eine Mehrheit für das Aktiengeschäft gegeben. Diesmal stimmten als einzige die Abgeordneten Hans-Siem Krey und Norbert Balke dagegen. „Angesichts der unübersichtlichen Situation auf dem Energiemarkt kann ich kein Vertrauen in diesen Aktienerwerb gewinnen“, begründete Krey seine ablehnende Haltung.

Die gute Finanzlage der Gemeinde wurde auch bei der einstimmigen Genehmigung des Jahresabschlusses 2015 erkennbar. Mit dem Überschuss von fast 27  000 Euro sollen die Rücklagen weiter gestärkt werden. Schon jetzt rechnet die Verwaltung auch für die künftigen Jahre mit Haushaltsüberschüssen. Zum Jahresende 2015 machte das Geldvermögen der Gemeinde mehr als 800  000 Euro aus. Es werden zwar langfristige Verbindlichkeiten von über 1,3 Millionen Euro ausgewiesen, doch handelt es sich bei den aufgenommenen Krediten um rentierliche Schulden, „die für Investitionen in den Abwasserbereich eingegangen worden sind und somit durch die Abwassergebühren gedeckt werden“, stellte Bürgermeister Volker Bolten in seinem Lagebericht fest. Im Übrigen wurden über- und außerplanmäßige Aufwendungen in Höhe von knapp 143  000 Euro nachträglich genehmigt.

Die Jahresbilanz weist zum Jahresende 2015 eine Gesamtsumme von 6,1 Millionen Euro aus, 10  000 Euro weniger als Ende 2014. Auf rund 4,7 Millionen Euro belaufen sich die gesamten Rücklagen der Gemeinde, von denen aber fast die Hälfte zweckgebunden sind – unter anderem für die Abwasserbeseitigung oder Sonderposten für Erschließungsmaßnahmen. Der Gebührenausgleich beinhaltet Überschüsse aus der Abwasserbeseitigung in Höhe von 100  000 Euro, die in den vergangenen Jahren aufgelaufen sind und über die Abwassergebühr wieder an die Gebührenschuldner zurückfließen.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 17:43 Uhr

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