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Norddeutsche Rundschau

26. Mai 2016 | 12:35 Uhr

Kunstfestival : Spannung und Leben in der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erstes Kunstfestival des Künstlerbundes Steinburg: Ausstellung im Wenzel-Hablik-Museum, Aktionen und Installationen draußen. Mitmachen der Bürger ist ausdrücklich erwünscht.

Augen auf in der Stadt. Das gilt eigentlich immer, doch im Alltag wird die gewohnte Umgebung kaum wahrgenommen – oder nur „so viel, wie nötig ist, um nicht dauernd irgendwo gegen zu stoßen“. Weil es seine Kollegen vom Künstlerbund geschafft haben, aus diesem Trott auszubrechen, lobte Vorsitzender Heinrich Kröger sie besonders. Im Wenzel-Hablik-Museum ist gestern das Kunstfestival „Kunst und Stadt“ eröffnet worden.

Beteiligt sind rund 25 Akteure, aus dem Künstlerbund, aber auch Gäste. Sie zeigen zum einen die Herbstausstellung im Museum, die im Jahr des Stadtjubiläums – 775 Jahre nach Verleihung der Stadtrechte – Itzehoe zum Thema hat. Doch, so Kröger, allein dies wäre zu einseitig gewesen, „wo die Stadt doch direkt vor der Tür liegt“. So wird sie mit Installationen und Aktionen bis zum 8. Dezember einbezogen, ebenso wie ihre Bürger. Kröger griff zurück auf das Goethe zugeschriebene Sprichwort „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ – und hob den Imperativ „Sieh!“ hervor. Auf Gutes in der Nähe müsse der Angesprochene erst gestoßen werden. Ob die Künstler Gutes gefunden hätten, sollten die Besucher beurteilen.

Ein Zitat nutzte auch Dr. Mechtild Hobl-Friedrich, Vorstand der Kulturstiftung Itzehoe: „Kunst muss lebendig machen“, gesagt vom französischen Maler Eugène Delacroix. „Deshalb gehört Kunst in die Stadt, deshalb gehören Kunst und Stadt zusammen, und deshalb gehört Kunst in den öffentlichen Raum“, so Hobl-Friedrich. Die Organisation des Festivals sei eine „grandiose Leistung“. Ihre Hoffnung: Die Kunst möge „manch einen bequem gewordenen Stadtgänger wieder lebendig werden lassen“, zu Diskussionen anregen und mit dem von ihr ausgehenden „pulsierenden Leben“ anstecken.

Denn mit dem Festival gratuliere der Künstlerbund der Stadt nicht nur, er interveniere und beziehe Position, sagte der freie Journalist Robert Hirse. Aus Kunst und Stadt werde dabei Kunst in der Stadt, mal deutlich sichtbar, mal nicht. Dabei treffe sie auch auf ungebetene, unfreiwillige oder unwissende Besucher, deren Reaktionen unberechenbar sein könnten. So könne öffentliche Kunst ein Spannungsfeld provozieren, meinte Hirse unter anderem mit Blick auf die Affen, die Christian Richter auf den Prinzessinnenfiguren im Prinzeßhofpark platzierte. Die teilnehmenden Künstler wünschten sich, „dass mittels der Kunst die Stadt neu entdeckt, wahrgenommen und diskutiert wird“. Und: dass die Bürger mitmachen. „Intervenieren Sie und beziehen Sie ganz fröhlich ganz viele Positionen“, ermunterte Hirse die Zuhörer. Schon jetzt wünschte er sich eine Wiederholung des Festivals. 2015 zum Beispiel habe Itzehoe das Stadtrecht seit 777 Jahren, der Künstlerbund werde 70.>

Internet: www.kuenstlerbund-steinburg.de.

 

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erstellt am 18.Nov.2013 | 05:00 Uhr

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