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Norddeutsche Rundschau

17. Januar 2017 | 16:09 Uhr

Freizeit : Sonnenhonig made in Glückstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Herrscher über rund 400 000 Bienen: Martin Meiners und Anne Schröder sind erfolgreiche Hobby-Imker.

Martin Meiners und Anne Schröder haben ein besonderes Hobby für sich entdeckt: Sie sind Imker geworden. Im idyllisch gelegenen Garten ihres Hauses haben sie tausende von fleißigen Bienen, die ihnen besten Honig bescheren – echten Glückstädter Stadthonig.

„Wir wollten etwas Nützliches in der Natur machen“, sagt Martin Meiners über die Beweggründe. Vor drei Jahren nahmen er und seine Lebensgefährtin ein Angebot eines Imkervereins in Herzhorn an und belegten einen Kurs. „Mit den Bienen sehen wir die Natur genauer“, sagt Meiners heute. „Und der tolle Effekt ist: Wir bekommen einen super-leckeren Honig.“ Ausschlaggebend war für den Glückstädter auch, dass er das Hobby so gut mit seinem Spielzeuggeschäft und seinen diversen Ehrenämtern verbinden kann. Denn sein Hauptgeschäft ist von Oktober bis März und Sitzungen im Rathaus als Stadtvertreter gibt es im Sommer weniger. Die Bienen aber sind im Sommer aktiv. „Die letzte Honig-Ernte ist im August.“

Wenn Martin Meiners und Anne Schröder zu ihren Bienen gehen, ziehen sie eine weiße Jacke an und stülpen einen Imker-Hut über. Anne Schröder zieht zusätzlich Handschuhe an, denn die 55-Jährige ist allergisch gegen Bienenstiche. Ihr Partner geht mit der Situation lockerer um, obwohl er schon öfter den Bienenstachel zu spüren bekam. Empfindliche Reaktionen haben sich bei ihm mit der Zeit gelegt. Gerade wurde er in die Nase gestochen, es ist ein kurzer Schmerz, den er Minuten später kaum noch merkt.

An diesem Tag sind sie damit beschäftigt, jede Wabe einzeln hochzuheben. Denn sie müssen Ausbuchtungen beseitigen, damit dort keine neue Königin schlüpfen kann. „Das machen wir alle neun Tage“, erklärt Martin Meiners. Es gebe im Stock nur eine Königin, die in der Imker-Fachsprache Weichsel genannt wird. Ist das Volk aber unzufrieden, entscheidet es, weiterzuziehen. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Imker das Problem, dass ihnen ihre ersten beiden Völker wegschwärmten. „Ein Anfängerfehler.“ Die Nachbarn alarmierten sie und sie konnten die Tiere am Baum „einfangen“. Dort hingen die Bienen im Schwarm. Martin Meiners spritzte sie mit Wasser ein, schüttelte sie vom Ast und fing sie im Beutel auf. „Völlig ungefährlich“, sagt er zu dieser Aktion. 50 000 Bienen hat ein Stock, sieben davon stehen in Kästen im eigenen Garten, einer bei seinem Cousin. Rund 400 000 Bienen sind es insgesamt. „Die Nachbar merken nichts davon“, sagt der 54-Jährige. „Denn die Bienen fliegen alle vor den Stock und kommen aus drei bis vier Metern Höhe angeflogen. An manchen Tagen riecht das ganze Grundstück nur noch nach Honig.“ Ihn imponiert, wie intelligent die Bienen sind. „Sie wissen wo das Futter ist und fliegen ganz effizient.“ Wie auf einer Landkarte merken sie sich die Futterquelle.

In diesem Jahr freuen sich Martin Meiners und Anne Schröder über eine reichhaltige Ernte. „Ein gutes Honigjahr. Gelb blühender Raps ist wie ein Magnet für Bienen“, schwärmt Meiners über den ersten Honig. Pro Volk gab es bisher 35 Kilo Honig, handgeschleudert in der heimischen Küche. Und auch danach waren die kleinen Flieger fleißig und holten aus den Glückstädter Gärten Nektar. „Hier gibt es genug Futter.“ Den Honig dürfen Martin Meiners und Anne Schröder auch verkaufen, weil sie eine Prüfung ablegten und ein Gütesiegel bekamen. Deshalb heißt es vor der morgendlichen Arbeit als Spielzeughändler und Erzieherin: Honig rühren, damit sich die Kristalle verteilen und so ein leckerer Honig „Frühtracht mit Raps“ oder „Sonnenhonig“ daraus werden kann.

Und einen Tipp haben sie für interessierte zukünftige Imker: einen Kurs besuchen. Sie selbst haben in ihren Anfängen einen Paten vom Imkerverein Krempe/Herzhorn an ihrer Seite gehabt und auch Beratung bei der Grundausstattung bekommen.



> Info: www.imkerverein-herzhorn.de

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