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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 11:25 Uhr

Ärger : So ein Schiet – Nachbarn stinkt’s

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Glückstädterin Frau entsorgt Abwasser einfach aus dem Fenster. Anwohner, Ämter und Hausverwaltung machtlos

Der Gestank von Urin und Reinigungsmitteln beißt in der Nase. Meinhard Jeschke (52) mag sich kaum noch im Garten aufhalten. „Eine Nachbarin kippt nachts Abwasser aus ihrem Fenster. Einmal hat sie ganze 17 Eimer hinuntergeschüttet.“ Das mache sie seit Januar, wahrscheinlich schon länger. Das viele Schmutzwasser hat bereits in den Garten unterhalb des Fensters gegraben. „Die Rohre in ihrer Wohnung sind verstopft, doch sie lässt niemanden rein, um die Leitungen wieder frei zu spülen“, sagt Jeschke. Auch auf Anfragen unserer Zeitung reagierte die Frau nicht, ebenso wenig auf Behördenbesuche.

Der 52-jährige Nachbar und weitere Bewohner des Wohnblocks informierten die Behörden. „Doch als die Beamten bei meiner Nachbarin an der Tür geklopft haben, hat sie nicht geöffnet“, sagt Jeschke. Auch schriftliche Kontaktaufnahmen seien gescheitert. „Auch als der Hausmeister mit dem Klempner vor der Tür stand, um die verstopften Abwasserleitungen durchzuspülen, machte sie die Tür nicht auf“, sagt der Nachbar. Warum sie die Leitungen nicht reparieren lasse, verstehe er nicht.

Das Umweltamt wurde von der Ordnungsbehörde eingeschaltet, Mitarbeiter nahmen Proben aus dem Loch im Garten. „Es handelt sich um häusliche Abwasser“, sagt Britta Glatki, Pressesprecherin des Kreises Steinburg, zu den Untersuchungen. „Die untere Wasserbehörde des Kreises hat in diesem Fall dafür Sorge zu tragen, dass eine Verschmutzung des Grundwassers und des Bodens verhindert wird.“ Auf Anordnung des Umweltamtes hat die Hausverwaltung des Wohnblocks mittlerweile die verschmutzte Erde entfernen lassen. Die Mulde wurde mit einer Teichfolie ausgelegt und abgesperrt.

Dennoch kippe die Mieterin weiterhin Reinigungsmittel, Abwaschwasser und Essensreste aus dem Fenster, teilt Christof Bartels, Inhaber der Hausverwaltung, mit. Deshalb wird der Aushub regelmäßig mit einer Pumpe geleert und in den Abwasserkanal geleitet.

„Der Mieterin wurde nach ordnungsgemäßer Abmahnung zum 29. April fristlos gekündigt. Alle Ämter sind eingeschaltet. Die Sozialdienste versuchen bei Gericht der Mieterin einen gerichtlich bestellten Betreuer an die Seite zu stellen“, erklärt Bartels zum jetzigen Sachstand jetzt. Für den Fall, dass die Mieterin nicht auszieht, droht er mit einer Räumungsklage. Mitarbeiter der Hausverwaltung hatten zuvor mehrmals versucht, mit der Frau in Kontakt zu treten, doch auch sie hatten keinen Erfolg.

Für Jeschke ist der Zustand unhaltbar. „In der Pfütze habe ich schon Besteck entdeckt und seltsame braune Brocken, aber die liegen nicht lange da, weil die Ratten sie holen.“ Die Tiere kommen aus dem anliegenden Wassergraben und nutzen das Abwasser als Nahrungsquelle. Der 52-Jährige hat die Ratten bei Dämmerung einmal beobachtet. „Erst kamen drei, dann sieben. Wenn die Nager da erstmal ein Nest gebaut haben, haben wir hier ein Problem.“ Er selbst wollte eigentlich Kartoffeln in dem gemeinsam genutzten Garten anbauen. Aber bei dem Gestank und den Substanzen, die vielleicht in den Boden eingedrungen seien, ginge das nicht. „Auch das gemeinsame Grillen mit den anderen Anwohnern fällt flach.“ Ob es eine Lösung des Problems gibt, ist noch unklar. Auch von Umzugswagen und Kartons sind bisher keine Spur vor dem Haus zu sehen.




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