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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 03:14 Uhr

24 Stunden in der Wilstermarsch : Sicherheit rund um die Uhr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auch in den Nachtstunden wacht das Auge des Gesetzes / Um Mitternacht auf Streifenfahrt durch die Wilstermarsch

Auch wenn die Wilstermarsch ihre wohlverdiente Nachtruhe hält, wacht das Auge des Gesetzes über die Bürger. Die Polizeiwache in Wilster ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Wenn die Beamten nicht gerade zu einem Einsatz gerufen werden, ist die Station im Regelfall besetzt. Auch um Mitternacht. „In der Nacht ist es meist etwas ruhiger als im Tagdienst“, erläutert Rüdiger Mengel. Der Polizeioberkommissar ist seit 44 Jahren bei der Polizei und kennt in Wilster und Umgebung fast jeden und alles. „Wenn die Grashalme in die andere Richtung zeigen, ist was im Busch“, umschreibt Mengel seine eigene Intuition. „Ich merke das einfach.“ Meistens handelt es sich um Bagatellfälle, wie bei den Jugendlichen, die während eines nächtlichen Fußballspiels die Nachtruhe der Nachbarn störten. Nach kurzer Erläuterung an die Jugendlichen gingen diese wie auch der Nachbar friedlich ins Bett.

Eine Schicht dauert zwölf Stunden und in der Regel beginnen die Beamten ihren Dienst mit dem üblichen Berichteschreiben. „Wir sind eine endbearbeitende Dienststelle und haben dadurch mehr Schreibarbeiten zu erledigen“, erklärt Rüdiger Mengel. Am frühen Abend stehen manchmal Sonderaufgaben, wie die Begleitung von Umzügen durch die Stadt oder in den Gemeinden, an. Zu unterschiedlichen Zeiten wird Streife gefahren und Observationen vorgenommen. Dabei ist die Polizei nicht die einzige überwachende Instanz. Auch der Zoll und die Bundespolizei sind in der Wilstermarsch im Einsatz, zum Beispiel bei Bahnunfällen oder Schiffseinsätzen. „Wir hatten schon Nächte, wo kein einziger Einsatz war.“ Die Wilsteraner Polizei ist auch unterstützend in Glückstadt und Brunsbüttel tätig, wie auch umgekehrt die Einsatzkräfte in die Wilstermarsch kommen.

Streifenfahrten werden im ganzen Stadtgebiet und in den Umlandgemeinden vorgenommen. Dazu müssen sich die beiden Diensthabenden bei der Einsatzleitstelle anmelden und, wenn nötig, auch zwischendurch bekanntgeben, wo und warum sie tätig werden. „Es ist im Job fast unverzichtbar, die Anwohner und Fahrzeuge im Revier zu kennen“, sagt Rüdiger Mengel. Auf der Fahrt durch das Stadtgebiet fährt er oft Wege, die „normalen“ Passanten oder Verkehrsteilnehmern unbekannt sind – und auch bleiben sollten. Eine Gruppe Jugendlicher sucht in der Rathausstraße Pokemons und wird ermahnt, vorsichtig zu sein. Ein Kraftfahrzeug kommt der Polizei verdächtig vor, doch bevor Mengel das Kennzeichen von der Leitstelle überprüfen lassen kann, geht über Funk ein Einsatz ein. Autofahrer haben auf der Straße neben dem Deich der Wilster Au ein Fahrrad gefunden. Der Radler lag schlafend am Deich und war nach Ansprache aufgesprungen und weggelaufen. Die Streifenwagenbesatzung fährt zum beschriebenen Punkt und sucht mit Taschenlampen das Auufer ab. Gefunden wird der Mann an dem Abend nicht, das Fahrrad aber sichergestellt. Rüdiger Mengel und seine Kollegin, Polizeihauptmeisterin Sandra Egge, danken den Kraftfahrern für ihre Aufmerksamkeit und setzen ihre Streifenfahrt fort. Auf der Wache heißt es dann wieder: Bericht schreiben und am nächsten Tag versuchen, den Eigentümer des Fahrrades ausfindig machen.

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