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Norddeutsche Rundschau

21. Februar 2017 | 06:14 Uhr

Kontrolle : Sicheres Gefühl hinterm Elbdeich

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Die Herbstdeichschau zwischen Büttel und Sperrwerk fällt positiv aus. Insgesamt wird ein guter Unterhaltungszustand festgestellt.

„Die Elbdeiche sind in einem guten Unterhaltungszustand.“ Das ist das Fazit am Ende des Protokolls der gestrigen Herbstdeichschau zwischen Büttel und dem Störsperrwerk.

Davon überzeugt hatte sich auf Einladung des für die Unterhaltung der Landesschutzdeiche zuständigen Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) ein Gremium bestehend aus Landrat Torsten Wendt und Dieter Pape, Chef des Ordnungsamtes in der Steinburger Kreisverwaltung, Oberdeichgraf Klaus-Peter Krey, den Deichgrafen Hans-Heinrich Göttsche und Hauke Huusmann sowie für die Bundeswehr vom Kreisverbindungskommando Steinburg die Reservisten Oberstleutnant Jochen Schmidt, Oberstleutnant Christian Peter und Hauptfeldwebel Hans-Henning Saß. Mit LKN-Fachbereichsleiter Fabian Lücht, Baubetriebsleiter Siegfried Bornholdt (Itzehoe) und Abschlussleiter konstruktive Bauwerke Dirk Nagorny starteten die Beteiligten in zwei Gruppen – eine von Brokdorf Richtung Störsperrwerk, die andere von Büttel Richtung Brokdorf. Wobei letztere den ersten Teil bis St. Margarethen im Fahrzeug zurücklegte, danach zu Fuß den Deich entlang ging.

In Augenschein genommen wurden dabei sowohl der allgemeine Zustand des Deiches als auch die Bauwerke. Für die Gruppe um Fabian Lücht und Siegfried Bornhold startete die Deichschau am Schöpfwerk Brunsbüttel-Süd. Die Besonderheit: Das Schöpfwerk liegt auf Steinburger Gebiet, entwässert Dithmarscher Flächen. Die Zuständigkeiten sorgen zwar für Diskussionsstoff, aber nicht für Probleme. Knut Peters, Verbandsvorsteher des Sielverbandes Brunsbüttel-Eddelakerkoog, erwartete die Gruppe und unternahm mit ihr zunächst einmal eine historische Exkursion. Vor 251 Jahren sei in Höhe Holstenreck der Deich geschlossen worden – nach einer Sturmflut, die für Überschwemmungen bis nach St. Margarethen sorgte und die Ernte vernichtete. Der dänische König schickte 4000 Soldaten, um die Einheimischen dabei zu unterstützen, den Deich zu schließen. Der Zustand des Deiches war damals wie heute ein wichtiges Thema, was auch auf dem Fußmarsch entlang der Deichkrone deutlich wurde.

Mittlerweile bieten Deicherhöhungsmaßnahmen und veränderte Deichstrukturen durch ausreichend Angriffsfläche bei Sturmfluten Sicherheit. Und: Die Elbdeiche befinden sich „in absoluter Top-Pflege“, wie Oberdeichgraf Klaus-Peter Krey im Anschluss der Deichschau betonte. Das habe sich zuletzt bei Sturmtief Xaver auch deutlich gezeigt. Der Elbdeich in der Wilstermarsch hielt Stand.

„Wir müssen viel mehr die Mitteldeiche im Auge behalten aufgrund zunehmenden Binnenwassers.“ Der Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch, dessen Verbandsvorsteher Krey ist, ist zuständig für 70 Kilometer Deiche im Binnenland, der Elbdeich ist Landessache. Das LKN habe „unwahrscheinlich viel“ für den guten Zustand getan, der Landesschutzdeich sei „absolut wehrfähig“, bekräftigte Krey. Deichgraf Hans-Heinrich Göttsche stimmte zu: „Wir haben ein sicheres Gefühl hinter den Deichen.“

Landrat Torsten Wendt wies darauf hin, dass es im Kreis Steinburg für den Fall einer Sturmflut gute Katastrophenschutzpläne gebe. Die hätten sich bei Sturmtief Xaver bewährt. Da hatte der Landrat auf Empfehlung des LKN einen Katastrophenvoralarm ausgelöst – für Deichgrafen ebenso wie zu deren Unterstützung für die Feuerwehren. Auch die Bundeswehr steht zur Hilfe im Katastrophenfall bereit. Für den Landrat war die gestrige Deichschau übrigens auch wertvoll, um mit den Fachleuten zu sprechen und ein Gefühl dafür zu bekommen, was insgesamt für den Deichschutz geleistet werde.

Ins Protokoll im Anschluss an die Deichschau wurden auch die festgestellten Mängel geschrieben, die vom LKN anschließend abgearbeitet werden. Die Liste fiel kurz aus, auffällig waren Distel- und Wühlmausbefall in Teilbereichen, gegen die vorgegangen werden muss. „Sie stellen aber keine Gefahr dar“, unterstrich Betriebsbereichsleiter Siegfried Bornholdt. Das gelte ebenso für den Deichverlauf in der Krempermarsch, wo eine Woche zuvor die Herbstdeichschau stattfand. Auch dort ist der Elbdeich in einem guten Zustand, so Fachbereichsleiter Fabian Lücht. Auch dort gelte: „Nichts ist besorgniserregend.“


 

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erstellt am 23.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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