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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 15:40 Uhr

Schleusenbau nimmt Konturen an

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hält am geplanten Fertigstellungstermin 2020 fest / Baustellenbesichtigung aus dem Infozentrum möglich

Unübersichtlich wirkt es nur für Außenstehende, was da auf Europas größter Wasserbaustelle geschieht. An allen Ecken und Ende der zukünftigen fünften Schleusenkammer, die dritte große mit einem Becken von 330 Metern Länge, 42 Metern Breite und 14 Metern Tiefe, wird gearbeitet – eine Art organisiertes Chaos.

Im Schlick vor der so genannten Mittelinsel, die die beiden kleinen von den beiden großen Schleusen trennt und durch die der 540 Millionen teure Neubau geführt werden soll, wird schichtweise nach Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Am 1. Oktober soll das abgeschlossen sein. Nebenan, am elbseitigen Ende der Insel, ist das Betonwerk entstanden – nur so kann die Großbaustelle mit dem nötigen Material ohne Zeitverluste versorgt werden. Davor werden bereits so genannte Füllbohlen, stählerne Spundwände, in den Boden gedrückt. Diese Arbeiten sind auch am anderen Ende, zum Kanal hin, in vollem Gange. Dadurch nimmt die Baustelle allmählich Konturen an.

Es sei schwierig, von außen Fortschritte zu erkennen, bestätigt Thomas Fischer. Der Pressesprecher des Brunsbütteler Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) verweist auf die typische Situation im Tiefbau. Häuser wachsen, nachdem das Fundament gelegt ist, recht schnell sichtbar in die Höhe. Auf der Schleusenbaustelle finden viele Arbeiten derzeit im Erdreich statt. Tiefbau eben.

Das Prinzip ist relativ simpel: Als erstes müssen die beiden Seitenwände erstellt werden. Danach werden diese mit langen, schräg eingebrachten Betonpfählen im Erdreich verankert. Erst dann geht es ans Ausbaggern des Lochs für die Schleusenkammer. Eigentlich würden nur Spundwände angelegt, erklärt Thomas Fischer das Verfahren. Doch weder Pressen, noch Rütteln oder Rammen ist möglich. Denn Erschütterungen müssten vermieden werden – die Baustelle befindet sich mitten zwischen den bestehenden Schleusenanlagen. „Die brechen uns sonst womöglich zusammen“, sagt Fischer. Daher kommen so genannte Schlitzwandgreifer zum Einsatz, die schmale Löcher bis in 40 Meter Tiefe baggern. In die werden dann Tragbohlen gesetzt und später dazwischen die Füllbohlen gewissermaßen eingehängt (wir berichteten).

Für die Fähre „St. Johannes“, die die Baustelle versorgt, ist ein Anleger in unmittelbarer Nähe gebaut worden. Das WSA hält eine eigene Fähre für den Rettungsfall vor.

Im April vorigen Jahres war mit den Arbeiten begonnen worden, 2020 soll die Kammer in Betrieb genommen werden. Thomas Fischer betont, dass von der geplanten Fertigstellung ausgegangen werde.

Wer sich für das Geschehen auf der Baustelle interessiert, ist mit den Schleusenführungen gut beraten. Im Schleuseninfozentrum ermöglichen Webcams den Blick auf die Baustelle.


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Führungen: dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags jeweils um 14 Uhr ab Tourist-Info.

>Internet: www.schleuseninfo.de.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 10:30 Uhr

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