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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Museumsschiffer : Schlepper macht den Hafen flott

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit das alte Glückstädter Arbeitsschiff nach Flensburg kam, steigen die Mitgliederzahlen im Förderverein der Museumsschiffer

Das ist Technik aus der Zeit, als Opa noch jung war. Nix Schaltkreise, nix App, nix Software. Aber dafür Ventilstößel, mechanische Wippen und Federn, die das Herz des technischen Dinosauriers im Takt halten. Dieses Herz schlägt im Innern des Schleppers „Flensburg“, und die Bewegung der offen sichtbaren, alten Technik ist so schön, dass man ihr lange zuschauen kann.

Seit der ehemalige Glückstädter Schlepper vor zwei Jahren im Flensburger Hafen ein neues Zuhause fand, hat er hier eine gute Zeit gehabt und die Attraktivität der musealen Flensburger Goldküste – des historischen Hafens – gesteigert. Auf die Frage „Wie geht’s denn dem Schlepper“, kommt es von Hafenkapitän Frank Petry ganz salopp: „Er tuckert so vor sich hin.“ Das umschreibt einen guten Gang der Dinge. Seit die Crew um Vorbesitzer Alfred Mantwitz aus Glückstadt das zunehmende Alter der Mannschaft zum Anlass nahm, die „Flensburg“ in die Hände der Flensburger Museumsschiffer zu geben, geht es aufwärts. In den Förderverein „Motorgüterschiff Gesine“, unter dessen Dach die „Flensburg“ aufgenommen wurde, traten zusätzliche Mitglieder ein, deren Interesse vor allem dem Schlepper gilt. Inzwischen ist der Name des Vereins auch um den Zusatz „...und Schlepper ,Flensburg‘“ erweitert worden.

An Bord ist die Zahl der helfenden Hände angestiegen. „Man kann nie genug davon haben“, sagt Petry. Aber der aktuelle Zustand ist durchaus zufriedenstellend. Gearbeitet wird jeden Dienstag und jeden Freitag von 10 bis 13 Uhr. Und zu tun ist einiges. Zwar schiebt der Schlepper „Flensburg“ keinen so großen Sanierungsstau vor sich her wie manches andere Museumsschiff. Die Arbeiten im Frühjahr waren noch im üblichen Umfang: Aufslippen, Unterwasserschiff reinigen, Aufbringen neuer Opfer-Anoden, Anstrich. Trotzdem bleibt noch einiges zu tun. Petry: „Die Elektrik ist eine große Baustelle.“ Kabel und Kontakte sind wie der Antrieb aus den späten 40er Jahren. Und da geht schon mal die eine oder andere Isolationkaputt. Um das nicht bei einer Charterfahrt zu erleben, ist jetzt die Crew damit beschäftigt, die Elektrik zu erneuern. Dabei muss nicht auf irgendwelche Denkmalschutzvorgaben geachtet werden, denn der Schlepper ist kein Denkmal.

Gut hat sich das Charter-Geschäft entwickelt. Der Schlepper bietet 35 Plätze an Bord, eine Stunde kostet 250 Euro, zwei Stunden sind das Minimum für eine Charterfahrt. Die kann in die Innenförde führen, zum Beispiel rund um die Ochseninseln. Dafür ist der Tiefgang des Schleppers unproblematisch. Nur eines ist seit der Übergabe der „Flensburg“ nicht mehr geschehen: Die alte Crew aus Glückstadt war seitdem nicht mehr in Flensburg, um auf Fördetour zu gehen. 

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erstellt am 04.Aug.2016 | 17:14 Uhr

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