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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 21:22 Uhr

Hafenwirtschaft : Schiffsverkehr auf der Stör nimmt zu

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Über 60 Frachter machen jedes Jahr im Itzehoer Hafen fest – ein enormer Standortvorteil für die dort ansässigen Unternehmen

Itzehoe eine Hafenstadt? So würden wohl nicht mal alt eingesessene Bewohner ihre Kreisstadt nennen. Manch einer weiß nicht einmal, wo der Hafen liegt. Und dennoch: An der Anlegestelle in der Hafenstraße machen jedes Jahr gut 60 Schiffe fest, Tendenz steigend. „Hauptsächlich kommen Frachtschiffe zu uns. Ausflugsschiffe legen höchstens ein- bis zweimal im Jahr bei uns an“, sagt Johann Schierbrock, Geschäftsführer der Mühlenwerke Rudolf Rusch.

Das Unternehmen ist seit vielen Jahrzehnten regelmäßiger Nutzer des Hafens, vor gut zehn Jahren übernahm es den Betrieb von den Stadtwerken. „Der Hafen ist für uns und für die angrenzenden Betriebe ein großer Standortvorteil“, sagt Schierbrock. Schließlich sei die Anlieferung von Rohstoffen auf dem Wasser deutlich günstiger als auf dem Landweg.

Jährlich rund 60 000 Tonnen Mehle und Schrote produzieren die Mühlenwerke. Weizen und Roggen werden hauptsächlich aus den Anbaugebieten entlang der Elbe bezogen. Zum Entladen der Schiffe stehen am Itzehoer Hafen ein Kran und zwei große Trichter bereit, mit denen die Ladung auf Lastwagen oder direkt auf das Firmengebäude verfrachtet werden kann. Nur Schüttgüter können angeliefert werden. „Container können wir in Itzehoe leider nicht löschen.“

Bis zu drei Schiffe finden an der Anlegestelle Platz. Da sie vor dem Delftor wenden müssen, bevor sie den Rückweg Richtung Elbe antreten, dürfen sie maximal 80 Meter lang sein. Höchstens drei Meter Tiefgang und 18 Meter Masthöhe sind wegen der Autobahnbrücke über die Stör erlaubt.

Neben den Mühlenwerken selbst nutzen auch benachbarte Unternehmen den Hafen: Der Landhandel Trede und von Pein bezieht Düngemittel auf dem Wasserweg, die Recyclingfirma ISR lässt Metalle per Schiff abtransportieren.

Die Verwaltung des Hafenbetriebs liegt allerdings bei den Mühlenwerken. Schierbrock selbst ist Sicherheitsbeauftragter, einige seiner Mitarbeiter wurden zu Kranführern ausgebildet. „Den Hafen zu betreiben, heißt auch, dass wir die Anlagen instand halten müssen.“ Für die Unterhaltung der Kaimauer und des Krans müsse das Unternehmen aufkommen. Hinzu komme sehr viel Verwaltungsarbeit, von der Abrechnung der Liegegebühren bis hin zum Führen von Statistiken.

Auch wenn der Itzehoer Hafenbetrieb sicherlich nicht mit dem in Hamburg oder Bremen vergleichbar sei: „Der Hafen hat Zukunft, weil er uns einen enormen Wettbewerbsvorteil verschafft.“

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erstellt am 16.Aug.2016 | 12:07 Uhr

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