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Norddeutsche Rundschau

27. April 2017 | 09:15 Uhr

Segler : Saisonstart mit Schönheitsfehler

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Boot beim zu Wasser lassen in Wilster beschädigt. Die lange Dauer der Sanierung der Schleuse Kasenort bereitet Seglervereinigung Sorgen

Bevor die Segelsaison für die Wilsteraner Crews so richtig beginnen kann, wartet auf die Bootseigner erst einmal die Arbeit. Nachdem sie über die Wintermonate hinweg an ihren Yachten gearbeitet hatten, um sie seegängig zu halten, war jetzt das Slippen angesagt: die Boote wurden zu Wasser gelassen. Den ersten Termin am Brook hatten sie jetzt, zwei weitere folgen am 22. und 29. April. Nicht imer läuft alles glatt, ein Boot wurde beschädigt.

Mit den 13 Booten, die bereits Ende März wegen ihres Tiefgangs von mehr als 1,80 Meter per Kran in die Wilster Au gelassen worden waren, liegen dann 22 Schiffe im Hafen „Langes Rack“ und neun in dem von Kasenort. Sieben weitere befinden sich den Sommer über in Häfen der Ostsee und werden von dort aus in See stechen.

Bis Ende September/Anfang Oktober bleiben die beiden Bootshallen auf dem Gelände der Seglervereinigung Wilster weitgehend leer, dann folgt die Prozedur in umgekehrter Reihenfolge: Zuerst Slippen, dann am Bootskörper, der Takelage und an den technischen Einrichtungen werkeln. Schließlich soll zur nächsten Saison an den schwimmenden Sportgeräten wieder alles schier sein. Schier war auch alles an der „Penelope“, als sie auf dem Slipwagen stand. Doch dann geschah das Malheur: Während des Slipvorganges berührte der Schiffskörper das Metall der Anlage, und schon wurde ein langer Kratzer sichtbar. „Ärgerlich. Da polierst du Wochen lang wie ein Idiot, und dann so was“, ärgerte sich Peter Müller, der beim Slippen assistierte. Es blieb nur eines: Die „Penelope“ konnte nicht zu Wasser gelassen werden, sondern musste wieder in die Bootshalle zurückgebracht werden. „Der Schaden muss behoben werden“, sagte Peter Müller.

Weitaus besser erging es der „Tyra“. Eine gute halbe Stunde dauerte es, dann schwamm die Yacht von Wolfgang Kotheimer in der Wilster Au. „Für mich war das spitzenmäßig“, rief der Tyra-Skipper dem Beobachter am Ufer zu und entfernte sich in Richtung Kasenorter Schleuse. Dort wartete der Kran, mit dessen Hilfe der Mast aufgestellt werden sollte, der unmittelbar nach dem Slippen mit einem anderen Kran auf die „Tyra“ gelegt worden war.

Wohin die Fahrten dieser und anderer Yachten gehen werden? Die Antwort gab Hagen Reese, der Vorsitzende im SVW. Meistens werde auf der Elbe gesegelt, entweder nach Stade, Wedel und Hamburg oder in Richtung Brunsbüttel oder Cuxhaven. „Dazu nutzen wir die Tide. Wenn wenig Wind ist, schiebt sie uns.“ Wichtig sei nur, zum Tidenwechsel an der Störmündung zu sein, um bei auflaufendem Wasser in Richtung Hansestadt und bei ablaufendem Wasser gen Nordsee zu segeln. An langen Wochenenden ziehe es die Segler aber auch nach Helgoland, freut sich Hagen Reese schon auf ein Treffen dort mit den Vereinskameraden Björn Offermann und Karl-Heinz Faust sowie deren Crews.

Eigentlich könnte Hagen Reese der Segelsaison 2017 ganz entspannt entgegen sehen – wenn da die bevorstehenden Arbeiten an der Kasenorter Schleuse nicht wären. Im nächsten Jahr sollen sie losgehen und dann von Frühjahr bis in den Herbst hinein andauern. „In dieser Zeit können wir die Schleuse nicht nutzen“ Er habe Sorge, dass die Boote im kommenden Jahr früher als sonst und später als üblich geslippt werden müssen, weil sich, wie im öffentlichen Bereich nicht selten miterlebt, die Bauzeiten verlängern könnten. Sowohl im Frühjahr, als auch im Herbst seien aber Frostzeiten mit der Folge „Eisgang“ nicht ausgeschlossen.

Zumindest stellt sich der SVW-Vorsitzende schon jetzt darauf ein, dass sich die Slipzeiten gegenüber den Vorjahren auf wenige Tage konzentrieren werden. Wie dem auch immer sei, eines ist jetzt schon sicher: Wenn dann geslippt werden wird, werden sich wie in diesem Jahr wieder viele Helfer am Brook einfinden und mithelfen, die Boote ins Wasser zu bringen. Denn, so sagte Hagen Reese: „Slippen ist eine Gemeinschaftsarbeit der Bootseigner.“

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