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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 08:43 Uhr

Natur : Saatkrähen sorgen für Zwangspause

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusens grüne Visitenkarte hinkt dem Zeitplan hinterher / Immerhin: Die Wege laden zum Spaziergang ein

Als grüne Visitenkarte der Stadt taugt die Lieth derzeit kaum. Von einem schönen Anblick mag auch Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) nicht sprechen. Zum Spaziergang unterm Blätterdach laden einzig die gepflegten Wege am Fuß und auf dem Rücken des Höhenzugs ein. Im Gelände dazwischen sieht es derzeit noch nach Arbeit aus. Weder die Durchforstung noch die dortige Wegesanierung konnten zeitgerecht beendet werden. „Im nächsten Jahr ist alles besser“, versichert Pietsch.

Beim Rundgang mit Volker Ballin (Keli), Vorsitzender des Umweltgremiums, und Bauhofchef Markus Sindt-Wurr offenbaren sich an vielen Ecken des stadtnahen Erholungsgebiets Spuren einer im Vorjahr begonnenen waldwirtschaftlichen Maßnahme. Von der vorderen Liethtreppe am Polizeigebäude bis zu Beseler Allee erstreckt sich das Arbeitsgebiet. „Die Durchforstung muss alle zehn Jahre passieren, sonst gibt es keine vernünftige Forstverjüngung“, erklärt Ballin. In Kauf nehmen müssen Passanten und Spaziergänger währenddessen gesperrte Wege und Treppen sowie eine Optik wie bei Hempels unterm Sofa. Abgeholztes Kronenholz und Äste vermitteln in weiten Teilen des Geländes einen unaufgeräumten Eindruck.

Eigentlich sollten die Maßnahme und ihre Folgen schon vergessen sein. So hatten es die Forstbetriebsgemeinschaft Mittlere Stör und die Stadt vorgesehen, so war es mit den beteiligten Behörden abgesprochen. „Der Zeitplan musste jedoch nach hinten verschoben werden“, erklärt der Bürgermeister. Als erste Bremse erwies sich die Saatkrähen-Vergrämung ab 1. Februar. An die der achtwöchige Zwangspause schloss sich dann nahtlos die Brutzeit an. Motorsägen mussten schweigen, der Einsatz schweren Geräts war untersagt. „Das einzige, was wir erledigen konnten, waren geringfügige Reparaturen an den Handläufen der Treppen“, sagt Sindt-Wurr.

Erst Mitte Juli liefen die Arbeiten wieder an. Grünes Licht erhielten gleichzeitig die Holzkunden, die sich als „Selbstwerber“ in der Lieth mit Brennholz versorgen. „Interessenten können sich jetzt noch bei der Forstbetriebsgemeinschaft melden“, sagt der Bauhofleiter. Da für die Abholung kleine Traktoren und Transportfahrzeugen genutzt werden, startet der Wegebau erst, wenn das Holz komplett aus dem Gebiet raus ist. Überlegungen gebe es auch, wenig genutzte Strecken, die sich im Lauf der Zeit in Trampelpfade verwandelten, ganz aufzuheben, sagt Sindt-Wurr. Zudem sieht sein naturnahes Lieth-Konzept die Entfernung von einigen rotten Treppenanlagen vor. Auf diese Weise sollen zum größten Teil barrierefreie Wanderwege geschaffen und gleichzeitig der Pflegeaufwand für den städtischen Bauhof verringert werden. Trotzdem bleibe die Möglichkeit, durch die Lieth kreuz und quer von A nach B zu gelangen. „Als Alternativen bieten sich immer auch der obere, mittlere und untere Weg an“, unterstreicht Ballin.

> Kontakt für Holzkunden: Städtischer Bauhof, 04822/361163, Forstbetriebsgemeinschaft Mittler Stör, Manfred Garbrecht, 04822/2656.

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