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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 21:29 Uhr

Kollmar : Rock ’n’ Roll auf Plattdeutsch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gerd Galonska lernt die niederdeutsche Sprache bei Henry Steckmeister, um damit Musik-Klassiker in ein neues Gewand zu kleiden.

Seit Oktober des vergangenen Jahres haben sie Vokabeln geübt, Redensarten interpretiert, Texte gelesen, miteinander gesprochen und die Grammatik studiert. Henry Steckmeister aus dem Ortsteil Steindeich in Kollmar hatte interessierte Erwachsene aufgerufen, mit ihm im Einzelunterricht die plattdeutsche Sprache zu erlernen, den Sprachschatz zu erweitern und sicherer anzuwenden.

Er ist mit dem Plattdeutschen groß geworden und kennt sich bestens aus. Sein fundiertes Wissen treibt ihn auch schon mal dazu, sich mit anderen Plattsnackern anzulegen. Dabei setzt er sich für ein korrektes Sprechen und Schreiben der Sprache ein.Nun ist das erste Wintersemester erfolgreich abgeschlossen und Henry Steckmeister ist zufrieden: „Mit 15 Personen haben wir angefangen. Bei jedem Teilnehmer war das Konzept gleich, lief aber doch sehr unterschiedlich und individuell ab.“ Jobst von Arnim aus Herzhorn hat sich für den Kurs gemeldet, da er oft mit Menschen zusammen ist, die plattdeutsch sprechen. „Ich konnte das nicht so gut und fühlte mich unsicher, deshalb habe ich hochdeutsch geantwortet. Inzwischen bin ich sicherer im freien Sprechen auf Plattdeutsch geworden.“ Neben dem alltäglichen Sprachgebrauch interessiert er sich besonders für politische Themen. Dazu hat er Zeitungsartikel mitgebracht, die sie dann gemeinsam besprochen haben. „Die Zeit verging wie im Fluge und ich werde im Winter weitermachen.“

Weitermachen will auch Gerd Galonska, denn die Zusammenarbeit hat ihm Spaß gemacht. Der Musiker (Saxophon, Gitarre und Gesang) in der nach ihm benannten „John Galonsy Band“ zeigt ein Vokabelheft und seine Aufzeichnungen zu den Redensarten sowie zur Grammatik.

Als Rockmusiker kann er sich noch an die plattdeutsche Welle vor 30 Jahren erinnern. „Dieser Kursus hat mich inspiriert, Rock-Klassiker neu auf Plattdeutsch zu arrangieren.“ Zusammen mit Henry Steckmeister hat er 15 Lieder umgetextet. Der Kinks-Song „Death of a Clown“ wurde zu „Hein Grappmoker is dood“ und der Otis-Redding-Klassiker „Sitting on the dock of the bay“ bekam den Titel „Ik sitt hier un kiek op de Bucht“.

Zur 400-Jahr-Feier der Stadt Glückstadt und zum 50. Geburtstag der Matjes-Wochen im nächsten Jahr plant Galonska ein besonderes Musikprojekt: Ein Abend auf Platt mit vielen Musikern aus verschiedenen Musikrichtungen wie Folk, Rock und Pop. Von einem kleinen Kreis von Musikern werden Stücke bereits geprobt und arrangiert. Gerd Galonska appelliert dazu aber an alle Musiker aus Glückstadt und Umgebung: „Für diese gewagte und interessante Mixtur suche ich Mitstreiter, die Spaß an derartigen Experimenten haben.“ Die Musiker sollen sich bei ihm melden, um in die weiteren Vorbereitungen einbezogen zu werden.

Ab Oktober will er wieder bei „Sir Henry“, wie Steckmeister von Insidern als Multitalent genannt wird, seine Kenntnisse in der plattdeutschen Sprache erweitern. Dann beginnt das neue Semester mit Kursen für Fortgeschrittene und für Anfänger.


> Kontakt: Henry Steckmeister 04128/507; Gerd Galonska 04124/7207

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