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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 06:10 Uhr

Musikszene : Riesenerfolg für Itzehoer Rap-Duo

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Über den Wettbewerb Snipes Jam Session gelang Blizz & Chin 2016 der Sprung auf die ganz großen Bühnen neben Stars wie Sido.

Das Haus der Jugend. Private Partys. Sie waren lange die Bühne für Nils Jacobs und Marek Meier. In diesem Jahr aber ließen die beiden 28-Jährigen als Rap-Duo Blizz & Chin ihre Heimatstadt weit hinter sich: Die Itzehoer traten bundesweit bei mehreren Festivals auf.

Schon im Kinderzimmer sangen sie zusammen zu Michael Jackson, sie sind Cousins und gleichzeitig eng befreundet. Jeder probierte sich aus, Marek Meier (Chin) zum Beispiel in der Metal-Musik. „Aber wir haben immer wieder als Rap-Duo zusammengefunden“, sagt Nils Jacobs alias Blizz. Denn sie harmonierten sehr gut, gerade auch bei Live-Auftritten.

Warum ist Deutsch-Rap „die große Leidenschaft“, wie Jacobs sagt? Das Lebensgefühl im Hip-Hop spielt dabei eine Rolle, „und wir können uns mit deutschen Texten schlichtweg am besten ausdrücken“. Diese Musik kenne keine Grenzen: „Für mich ist das fast schon Therapie, ich kann alles verarbeiten.“ Bei einer Privatparty vor zehn Jahren traten Blizz & Chin das erste Mal gemeinsam auf, viele Shows folgten, mal solo, mal als Duo, mal mit anderen Partnern aus der großen Itzehoer Rap-Szene. Aus heutiger Sicht sei das fast ein Trainingscamp gewesen, sagt Meier: „Ohne diese kleinen Auftritte vorab hätten wir die Shows in diesem Jahr gar nicht machen können.“

Aus „Jux und Dollerei“ meldeten sie sich an zum Wettbewerb „Snipes Jam Session“ in Hamburg. Blauäugig hätten sie es genommen, wie es kam – und das sei wohl das Erfolgsrezept gewesen, meint Jacobs. Sieg bei der Vorrunde in Hamburg, ebenso im Halbfinale in Hannover und beim Finale in Köln: Plötzlich waren Blizz & Chin die Newcomer des Jahres als Live-Crew. Der Lohn war ein Auftritt beim Out4Fame-Festival im Ruhrgebiet, das erste Mal auf einer „Riesenbühne“, auf der später auch Stars wie Sido, De La Soul und Kool Savas spielten. „Eine geile Erfahrung“, sagt Jacobs. Weitere folgten, denn Blizz & Chin wurden unter anderem gebucht für das Spack-Festival in Rheinland-Pfalz und das Winjam-Festival in Winsen an der Luhe. Sie seien als erste Rap-Gruppe aus Itzehoe so weit herausgekommen, sagt Jacobs. Doch „das Konzert des Jahres“ fand in der Heimat statt: Ende April in der Lauschbar.

Denn vor vollem Haus feierte Jacobs die Release-Party für seine erste CD „Aus dem Fundus“ mit älteren und neuen Stücken. 400 Exemplare sind verkauft, jetzt kann das Werk auf der Hip-Hop-Plattform mzee.com gratis heruntergeladen werden. Nach den Festival-Auftritten gehe es nun um weitere Projekte, sagt der 28-Jährige, zu dessen Team Kai Scholtysik von der Künstleragentur Neunzehn89 als Manager und Grafiker sowie Tobias Siegler als Produzent gehören.

„Gigantisch“ und eine Bestätigung sei dieses Jahr gewesen, so Jacobs. Nie hätten sie sich ausgemalt, so schnell an diesen Punkt zu kommen. Eine gemeinsame Platte mit Meier sei in Planung, dieser will zudem den Schwung für seine Solo-Songs nutzen. Jacobs selbst nimmt sich eine „kreative Auszeit“. Das Warten auf neue Musik werde aber nicht lange dauern. „Einen Song zu schreiben, ist wie ein gutes Gespräch. Ich scheue mich nicht davor zu sagen, wie ich mich fühle.“ Das Schönste bei Live-Auftritten ist für ihn die positive Rückmeldung des Publikums. „Es bringt immer Laune, auf der Bühne zu stehen und seine eigenen Songs zu spielen.“

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erstellt am 27.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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