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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 15:20 Uhr

Plage : Ratten vermehren sich rasant

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Grundstückseigentümer in Glückstadt werden aufgefordert, die Nagetiere zu bekämpfen. Glückstädterin warnt vor Gefahren von ausgelegten Ködern

Die Nagetiere sind wieder im Anmarsch. „Die Ratten vermehren sich rasant“, sagt Bauamtsleiter Lüder Busch. So auch in Glückstadt. Deshalb erinnert er daran, dass Grundstückseigentümer verpflichtet sind, einen Befall von Ratten zu melden. Deshalb haben einige Glückstädter inzwischen Post von der Stadt Glückstadt erhalten. In den Briefen werden sie aufgefordert, die Nager zu bekämpfen. „Rattengift gibt es in jedem Baumarkt“, so der Bauamtsleiter.

Eine schlechte Erfahrung in Sachen Rattengift hat jetzt vor einigen Tagen Irina Kluge gemacht. Die 45-Jährige war mit einem Hund, auf den sie nur aufpasste, in der Stadtstraße unterwegs. Sie kam von einem Discounter und ging auf dem Gehweg in Richtung Innenstadt. Kurz bevor sie in die Stadtstraße einbog, lief der Hund an der zwei Meter langen Leine auf das Grundstück einer dort ansässigen Firma und schnüffelte in einem Beet. Irina Kluge zog den Hund zurück und entdeckte dabei das auf dem Grundstück ausgelegte Rattengift. Es entsetzte sie, dass dort Gift lag. Und das dieses nicht kenntlich war. „Hier hätten auch Kinder in Gefahr geraten können“, sagt Irina Kluge. Die frühere Verwaltungsmitarbeiterin wandte sich an die Glückstädter Polizei und das Ordnungsamt der Stadt.

Marie-Charlot Ehmke als zuständige Mitarbeiterin im Rathaus setzte sich sofort mit dem Grundstückseigentümer in Verbindung – der unmittelbar reagierte. Das Gift liegt nun ein Stück zurückversetzt – versehen mit einem Warnschild. Zudem wurde an der Eingangstür des Unternehmens ein entsprechender Hinweis angebracht. Irina Kluge irritierte, dass ihr sowohl bei der Polizei als auch beim Ordnungsamt gesagt wurde, sie hätte das Grundstück nicht betreten dürfen, weil es ein Privatgrundstück sei. Das sieht Kluge anders, denn aus ihrer Sicht ist das Grundstück frei zugänglich und der Hund sei an der langen Leine dort spontan hingelaufen. Auch anderen Tieren, schlimmstenfalls sogar neugierigen Kindern, hätte so etwas passieren können.

Lüder Busch bestätigt den Fall auf dem vermeintlichen Privatgrundstück, weist aber auch darauf hin: „Rattengift ist so auszulegen, dass keine Tiere und Menschen gefährdet werden. Die Bekämpfung von Ratten ist grundsätzlich Aufgabe der Grundstückseigentümer.“ Sie müssen dafür sorgen, dass sowohl die Nager als auch die Ursache für den Befall beseitigt werden.

Das verstärkte Rattenaufkommen kann verschiedene Ursachen haben. Unter anderem, dass die Tiere wie Vögel oder Enten gefüttert werden. Auch Biotonnen, Komposthaufen oder nicht richtig entsorgte Müllreste sind Ziel der Nager. „Ratten sind Allesfresser“, sagt Busch. Jetzt, wo im Stadtgebiet und in Glückstadt-Nord wieder vermehrt Ratten gesichtet wurden, werden Grundstückseigentümer per Brief von der Stadt aufgefordert, die ungeliebten und gefährliche Krankheiten übertragenden Nager flächendeckend und über die einzelnen Grundstücksgrenzen hinaus gezielt zu bekämpfen. Grundlage dafür sei nach Angaben des Bauamtsleiters eine Verordnung des Kreises Steinburg zur Bekämpfung von Ratten. Diese verpflichtet, die Tiere und die Zeichen eines Rattenbefalls unverzüglich dem zuständigen Ordnungsamt zu melden. Darüber hinaus seien Bekämpfungsmaßnahmen auch im eigenen Interesse notwendig, weil Ratten Schäden an Gebäuden verursachen und zum Beispiel Kabel anknabbern. Köder gibt es beispielsweise in Baumärkten. Alternativ besteht die Möglichkeit, eine noch wirksamere Rattenbekämpfung einem Schädlingsbekämpfer zu überlassen.

Entsprechende Meldungen über einen festgestellten Rattenbefall werden weiterhin von Marie-Charlot Ehmke entgegengenommen. Diese wird anschließend die voraussichtlich erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen kontrollieren.


> Info: Marie-Charlot Ehmke,

Telefon: 04124/930-412 oder

Fax: 04124/930-66412 oder

E-Mail: M.Ehmke@glueckstadt.de

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erstellt am 01.Sep.2016 | 17:00 Uhr

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