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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 19:46 Uhr

Niederdeutsch : Plattdüütsch lernen mit Sir Henry

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In seinem Haus in Kollmar bietet Henry Steckmeister erneut Unterricht op Platt an – für alle, die ihre Kenntnisse vervollkommnen möchten.

Die plattdeutsche Sprache ist seine Leidenschaft und zugleich Mission für ihn: Es ist seine Muttersprache und auch heute noch seine Gebrauchssprache, und sie möchte Henry Steckmeister am Leben erhalten. Der Kollmaraner, der im Ortsteil Steindeich gleich neben dem ehemaligen Leuchtturm wohnt, möchte auch andere für die Sprache begeistern. „Damit das Plattdeutsche nicht verloren geht und in seinen facettenreichen Möglichkeiten neu entdeckt werden kann, biete ich im Winter wieder ein Seminar für Erwachsene an, um die Sprache zu erlernen oder zu vervollkommnen.“

Ab Oktober will er einmal wöchentlich bis zum März in seinem schmucken Reetdachhaus die Sprache systematisch schulen. Dazu werden Vokabeln geübt und die Aussprache, die Grammatik und Redewendungen. „Erst wenn man die Redewendungen versteht und anwenden kann, beherrscht man eine Sprache richtig. Wörtliche Übersetzungen helfen da oft nicht weiter. ‚He hett sik suer dohn‘ oder ‚Dor hett een Uul seeten‘ kann man nicht wörtlich übersetzen.“

Bereits im vorigen Winter hatte Steckmeister einen Kurs erstmalig angeboten – und es hat ihm Spaß gemacht. In einem Vokabelheft haben die Teilnehmer Wörter nach Sachbereichen geordnet aufgeschrieben. Mit den Wörtern und Fachbegriffen vermittelt Steckmeister auch gern ein Stück Heimatkunde und sein Wissen über den Deichbau und die Schifffahrt. Der gelernte Zimmermann ist selbst einige Jahre zur See gefahren. Sein eigener Name geht auf den Deichbau zurück. „Der Name Steckmeister kommt von dem holländischen Steckmest und bedeutet Land ausstechen und vermessen. Durch die lutherische Sprachreform im Mittelalter wurde aus Mest dann Meister.“

Einige Kursteilnehmer des vergangenen Jahres wollen auf den Grundkurs aufbauend weitermachen, dabei ist dann das Lesen und freie Sprechen sowie Schreiben von freien Texten der Schwerpunkt. Aber der 76-jährige Henry Steckmeister, den seine Kursteilnehmer liebevoll Sir Henry nennen, wünscht sich auch Neueinsteiger. Je nach Sprachstand und individuellen Wünschen wird dann entschieden, ob Einzel- oder Gruppenunterricht erfolgen kann oder gewünscht wird. Interessierte sollen sich bei ihm bis Ende des Monats melden und mit ihm einen individuellen Lernplan erstellen.

>  Kontakt: Henry Steckmeister, 04128/ 507.


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