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Norddeutsche Rundschau

27. September 2016 | 20:57 Uhr

Vereine : Personalkrise beim SV Brokdorf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Keiner will stellvertretender Vorsitzender werden / Auch für SV-Chef Jürgen Stöver wird schon ein Nachfolger gesucht.

Der Sportverein Brokdorf ist mit jetzt 624 Mitgliedern der größte Verein in der Elbgemeinde. Dennoch zeigen sich dunkle Wolken über der Zukunft des Vereins. Den Mitgliedern gelang es nicht, auf der Hauptversammlung im Sportcasino das freigewordene Amt des 2. Vorsitzenden neu zu besetzen. Der bisherige Amtsinhaber Ditmar Radtke hatte sich nach neun Jahren nicht wieder zur Wahl gestellt. Die fehlende Bereitschaft, sich ehrenamtlich für den Sportverein zu engagieren, bedauerte der Vorsitzende Jürgen Stöver, der schon im vergangenen Jahr angekündigt hatte, dass auch für ihn 2017 Schluss sein werde. Dann wäre die Doppelspitze des Vorstandes unbesetzt. Die Satzung sieht vor, dass die beiden Vorsitzenden und der Kassenwart mindestens zu zweit den Verein vertreten dürfen. „Wenn sich bis zum nächsten Jahr kein neuer 1. und 2. Vorsitzender finden, müssten wir uns über die Auflösung des Vereins unterhalten“, malte Stöver ein düsteres Bild. Nun setzen alle darauf, dass sich im Laufe der nächsten Monate Freiwillige finden lassen.

Auch der stellvertretende Kassenwart Mirco Block, der dieses Amt vier Jahre bekleidet hatte, stand nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Seine Nachfolgerin ist Inga Nielsen, die einstimmig gewählt wurde. Schriftführer Armin Meyer wurde nach drei Jahren von Katja Adebar abgelöst. Für Sportwart Stefan Thode gab es ebenfalls nach drei Jahren eine einstimmige Wiederwahl. Dem Festausschuss gehören Danny Schuster und Armin Meyer an, Kassenprüfer sind Kai Peters und Mirco Block. Als Mitglieder des Beschwerdeausschusses wurden Karl-Heinz Langbehn, Karl-Heinz Koenig und Klaus Peters wiedergewählt.

Zu den 624 Vereinsmitgliedern gehören 192 Jugendliche, teilte Jürgen Stöver mit. Im Übrigen sind es 366 männliche und 258 weibliche Mitglieder. Stöver freute sich, dass das Finanzamt inzwischen die Gemeinnützigkeit des Sportvereins erneut bestätigt habe. Weil die Sporthalle für Veranstaltungen außerhalb des Sportbetriebs aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, wurde der Hallenflohmarkt am 10. April in die Eishalle verlegt. Auf die Weihnachtsfeier müsse sogar komplett verzichtet werden.

Das einst als „Spiel ohne Grenzen“ angekündigte Sportvergnügen auf dem Sportplatz wird am 12. Juni als „Sport ohne Grenzen“ veranstaltet. Die Bezeichnung „Spiel ohne Grenzen“ sei markenrechtlich geschützt und dürfe nicht verwendet werden, erzählte Jürgen Stöver. Diese Aussage bestätigte auch Bürgermeisterin Elke Göttsche. Sie erinnerte an ein „Splash-Diving-Turnier“ im Freibad – wie sich später herausstellte, ebenfalls ein geschützter Titel. „Das hat die Gemeinde rund 4000 Euro gekostet“, versetzte Elke Göttsche die SVB-Mitglieder in Erstaunen über die unerwarteten rechtlichen Konsequenzen.

Die Bürgermeisterin rief zur Teilnahme an der Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“ am 19. März auf. Treffpunkt zum Dorfputz ist um 9.45 Uhr am Feuerwehrgerätehaus. Dem SV Brokdorf schlug sie vor, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Asylbewerber als neue Mitbürger in den Sportbetrieb integrieren könnte. Jürgen Stöver erwiderte, dass es bereits einen Vorstandsbeschluss gebe, den Flüchtlingen ein halbes beitragsfreies Jahr anzubieten. „Bei mir sind schon zwei Beitrittserklärungen eingegangen“, sagte Stöver.

Sportwart Stefan Thode erzählte über die sportlichen Ergebnisse der Fußballmannschaften, über die eigene D-Jugend und eine neu formierte E-Jugend, die auf eine sehr gute Resonanz gestoßen sei. Über den Eissport im Elbe Ice Stadion (EIS) berichtete Obmann Lutz Stüven. Er dankte den beiden Sportwarten Kai Hennings und Carsten Holm für ihr Engagement und kündigte für den 19. März ein Saisonabschlussturnier mit Mannschaften aus Hamburg und Usedom an. Ein erstes Eltern-Kind-Turnier könnte ganz lustig werden, meinte Stüven und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Der Sanitäter ist schon bestellt.“ Der Eishockeysparte gehören derzeit 37 Kinder und 52 Erwachsene an.

Den positiven Kassenbericht legte in Vertretung der erkrankten Kassenführerin Melanie Sievers deren Stellvertreter Mirco Block vor, dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt.

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