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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 08:03 Uhr

Verkehr : Parken, bis die Sanduhr abläuft

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Stadtvertreter Ralf Krüger möchte in Glückstadt kostenfreies Halten mit dem Auto für acht Minuten einführen

Der Kunde will in der Apotheke nur kurz etwas abholen. Er hat sein Auto abgestellt, sucht Kleingeld und geht zum Automaten, um ein Parkticket zu ziehen. Er geht zurück, um den Schein ins Auto legen. Erst dann kann er in die Apotheke gehen, die er schon nach wenigen Augenblicken wieder verlässt. Zu viel Zeit, zu viel Mühe, sagt Ralf Krüger. Das geht auch anders. Der FDP-Stadtvertreter wird deshalb im nächsten Bauausschuss am 20. September einen Antrag stellen: Er möchte, dass in Glückstadt die „Parksanduhr“ eingeführt wird.

Damit sollen Autofahrer in der Stadt acht Minuten kostenfrei parken können. Sie wird auf der Fahrerseite an der Seitenscheibe mittels eines Saugnapfes befestigt. „Der Charme dabei ist, ich muss als Autofahrer nicht extra zum Parkautomaten gehen. Und der Parkplatz wird schneller wieder frei.“ Als Begründung führt der Stadtvertreter an: Viele wollen schnell etwas aus einem Geschäft holen oder etwas bei einer Reinigung abgeben. „Oder einfach nur einen Brief einwerfen“, so Krüger. „Doch genau das ist nicht gestattet.“ Der Betroffene müsste sich erst zum Parkscheinautomaten begeben und ein Tickt für 20 Minuten ziehen. Weil dies vielen in der Praxis zu aufwändig sei, würden sie riskieren von den Politessen aufgeschrieben zu werden. Mit der Folge: Das Einwerfen eines Briefes wird teuer – zehn Euro kostet das Parken ohne Schein.

Die Anschaffungskosten für solch eine Parksanduhr sind gering, sagt der Stadtvertreter. „Geschäfte könnten diese gegen Gebühr erwerben und an Kunden weitergeben.“ Die Idee dazu hatte FDP-Mitglied Karl-Ludwig Böhlen, sagt Krüger. Er selbst griff den Gedanken auf und recherchierte. Dabei stieß er auf ein Erfolgsmodell aus der Stadt Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg). „Dort wurde die Sandparkuhr 2013 als Modellversuch für zwei Jahre eingeführt. Sie wurde so erfolgreich angenommen, dass das Modell weitergeführt wird.“ Das Projekt wurde dort auf Anregung des Ortsverbandes des Bundes der Selbstständigen in Zusammenarbeit mit der lokalen Einzelhandelsgemeinschaft City-Ring und der Stadtverwaltung entwickelt und realisiert.

„Die Parksanduhr wird sehr positiv aufgenommen, da sie sehr unkompliziert einzusetzen ist“, teilte eine Kirchheimer Mitarbeiterin der dortigen Verwaltung Krüger mit. Verbreitet wurde sie auch, weil Geschäftsleute sie an Kunden verschenkten. Zudem werden die Sandparkuhren dort gegen eine Schutzgebühr in der Tourist-Info verkauft. Das kann sich Krüger auch für Glückstadt vorstellen. Die Uhren mit acht Minuten Durchlaufzeit sind eine Sonderanfertigung, es sind auch andere Zeiteinstellungen möglich. Denkbar ist für Ralf Krüger, der auch Vorsitzender des Verkehrs- und Gewerbevereins ist, dass umliegende Städte gefragt werden, ob sie sich an dem Projekt beteiligen. Denn dann sei die Anschaffung solcher Uhren wahrscheinlich günstiger.

Und eines hat er noch erfahren aus Kirchheim unter Teck: Dort wurden einfach Hinweisschilder auf die Parkautomaten geklebt, dass diese Sandparkuhren genutzt werden dürfen.

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erstellt am 10.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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