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Vergrämung : Panikschreie sollen Krähen schrecken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das „Bird Guard-System“ soll das Liethgebiet in Kellinghusen retten: Mit Panikschreien sollen dort die Krähen vertrieben werden.

Warnschreie von Artgenossen sollen die Krähen aus der Lieth vertreiben. Das Gerät namens „Bird Guard“ soll den schwarzen Vögeln Gefahr im Brutgebiet signalisieren. „Es verbreitet in zufallsgesteuerten Intervallen Panikschreie“, erklärt Stephan Hallmann von der Firma Ornitec. Als Störfaktor im Naherholungsgebiet Lieth erweisen sich die geschützten Vögel seit vielen Jahren. Sie machen Lärm und Dreck und treten zudem noch in laut krächzenden Familienverbänden auf. Bislang versuchte die Stadt, die Population mit Knalllauten in Schach zu halten.

„Der Einsatz der Schussanlagen hat sich bewährt“, erklärt Bürgermeister Axel Pietsch. Zusätzliche manuelle Knallgeräusche zu unregelmäßigen Zeiten – gestattet allein den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs – hätten den Erfolg der Aktion noch gesteigert. Als Beweis für den positiven Effekt führt der Bürgermeister einen Versuch ohne Vergrämungsmaßnahmen an. „Laut Zählung durch den Bauhof wuchs die Kolonie sofort auf doppelt so viele Vögel an,“ so Pietsch. Entsprechend massiv zugenommen hätten in dem Zeitraum auch die Hinweise von genervten Anliegern und Spaziergängern.

Allerdings lassen sich die schlauen Vögel auch durch die jährliche Maßnahme nicht vom Nestbau im Liethgebiet abhalten. Zahlreiche Nester schaukeln in den Baumwipfeln im Bereich zwischen der Clausthal- und der Liethtreppe am Polizeigebäude. „Wir haben vielen diskutiert und ausprobiert“, sagt Malte Wicke, als Bürgervorsteher, Schulverbandsvorsteher und Mitglied im Umwelt- und Hochwasserausschuss.

Entsprechend horchten die Stadtvertreter auf, als sie von Erfolgen der Methode Panikschreie hörten. „Wir haben auf die Erneuerung eines defekten Schussapparats verzichtet und stattdessen ein ‚Bird Guard‘ erworben“, erklärt Pietsch. Die Warnschreie seien echt und stammten von Beringungssituationen, welche die Vögel als bedrohlich empfänden und die Artgenossen durch entsprechende Lautgebung warnten.

Durch hochwertige Technik wiedergegeben, sollen die Schreie nun auch den Lieth-Krähen die Botschaft vermitteln, dass es in der bislang so gemütlichen Heimstätte nicht mehr sicher ist. Im Bereich der Grundschul-Turnhalle befestigten Guido Schlupp und Daniel Waldhaus eine Stahlvorrichtung, die den „Bird Guard“ tragen soll. Vergrämt werden darf noch bis zum 15. März. Eine Verlängerung bis Ende März sei jedoch beantragt, sagt Annika Gluth von der Bauverwaltung.

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