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Katastrophenschutz : Ohne Strom: Amt probt den Notfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wichtigste Erkenntnis nach Übung mit Notstromaggregat: Im Altbau des Verwaltungsgebäudes in Wilster würde es erst einmal dunkel bleiben.

Die ganze Wilstermarsch ohne elektrische Energie: Da muss zumindest die Einsatzzentrale für die Helfer betriebsfähig sein. Die Wehrabschnittsleitung, die bei Schneekatastrophen oder Hochwasser alle Fäden in der Hand hält, sitzt im Gebäude der Amtsverwaltung. Und im Notfall natürlich ebenso im Dunkeln wie der Rest der Bevölkerung. Damit genau das nicht passiert, wurde gestern der Einsatz eines Notstromaggregats getestet. Spannende Erkenntnis: Der Neubau des Amtsgebäudes kann im Notfall mit einer mobilen Stromerzeugung versorgt werden, der Altbau hingegen nicht. Da fliegen sofort die Sicherungen raus.

Für den Testlauf war die Feuerwehr Wilster mit einem Notstromaggregat vorgefahren, das einst nach der Schneekatastrophe in den 1970er Jahren angeschafft worden war. Das Gerät soll im Notfall die Gemeinschaftsschule mit Strom versorgen, die als Sammelunterkunft vorgesehen ist. „Starkstrom, 63 Ampere“, erklärt Thomas Rentzow, was von dem nicht gerade leisen Gerät an elektrischer Energie zu erwarten ist. Die Amtsverwaltung hatte den Inhaber der Itzehoer Elektrofirma Dittmann vorsorglich hinzugebeten. Später gesellte sich noch der örtliche Elektriker Helmut Wedemeyer dazu: „Ich bin ja am dichtesten dran, wenn was ist.“ Für beide gab es dann reichlich Gelegenheit zur Fachsimpelei. Derweil hakt Feuerwehrmann Björn Kröger seine Liste ab: Fahrstuhl gesperrt? Brandmeldeanlage abgemeldet? Alle Verbraucher im Amt auf Null?

Dann 30 Sekunden warten, damit sich die Kondensatoren entladen können und schließlich das Signal zum Umschalten. Im Neubau brannten schon Sekunden später wieder alle Lampen. Im Altbau ging gar nichts. Genau dort haben die Helfer allerdings ihre Besprechungsräume.

Sicherheitshalber hatten sämtliche Mitarbeiter an dem Nachmittag ihre Rechner heruntergefahren, damit die sensible EDV keinen Schaden durch etwaige Spannungsschwankungen nimmt. „Eigentlich braucht man hier nicht viel Strom. Die paar Rechner und Lampen“, ist Thomas Rentzow überzeugt, dass man die Amtsverwaltung bequem mit Notstrom versorgen kann. Ohnehin soll für diesen Zweck ein eigenes Gerät angeschafft werden, das möglichst von vornherein passend ausgestattet sein soll. Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck berichtet von laufenden Verhandlungen mit dem Kreis, der – auch finanziell – für den Katastrophenschutz zuständig ist. Die Wilstermarsch würde das Gerät allerdings gerne auch noch mit einem Teleskopmast ausstatten, mit dessen Hilfe nächtliche Unglücksorte optimal ausgeleuchtet werden können.

Nach rund einer Stunde schalteten Elektriker und Feuerwehrleute wieder auf Netzbetrieb um. Alles lief rund, nur von der Heizungsanlage gab es noch eine Störungsmeldung. Dazu gab es die Erkenntnis, dass man auch im Dunkeln immer aus dem Amtsgebäude herausfindet. Die beleuchteten Hinweisschilder für Notfälle werden mit Batterien versorgt.

Spannender ist aber die Frage, wie man bei längeren Ausfällen an Diesel für das Notstromaggregat herankommt. Bei generellem Stromausfall funktioniert nämlich auch die Tankstelle in der Nachbarschaft nicht mehr. Amtsvorsteher Helmut Sievers und Amtswehrführer Axel Erdmann sind aber froh, alle Schwachpunkte noch rechtzeitig bis zu einem möglichen Ernstfall ausmerzen zu können.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 05:14 Uhr

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