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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 05:33 Uhr

Glückstadt : Obdachlose ziehen in Container

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Weil die Obdachlosen-Unterkunft an der Stadtstraße belegt ist, greift Glückstadt nun auf Container zurück. Einige Politiker wünschen sich eine andere Lösung.

Die Stadt Glückstadt will Obdachlose vorerst in Wohn-Containern im Gewerbegebiet-Süd unterbringen. Der Grund: Das Haus für Obdachlose an der Stadtstraße ist voll belegt. Und in diesen Tagen stehen zwei Familien vor einer Zwangsräumung – darunter eine mit vier Kindern. Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, obdachlose Glückstädter unterzubringen. Im Sozialausschuss stand das Thema in der jüngsten Sitzung auf der Tagesordnung.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder findet die vorgeschlagene Lösung nicht gut. Der Standort der Container für Obdachlose befindet sich in der Straße „Im Keil“ – direkt auf dem Gelände eines Unternehmers. Dieser hat die Unterkünfte wie auch die Container-Anlage eine Straße weiter in der Segelmachertwiete an die Stadt vermietet. Ursprünglich wohnten am Keil Flüchtlinge, die später in die andere Container-Anlage umgezogen sind.

Ist der Platz „Im Keil“ nicht ausreichend für kommende Obdachlose, sollen Verhandlungen mit dem Pächter zum Aufstellen weiterer Wohn-Container aufgenommen werden. Dies sollten die Politiker eigentlich beschließen. Doch gab es großen Widerstand. Nach einer teils emotional geführten Debatte gab es den Kompromiss, die Obdachlosen wegen der aktuellen Notlage im Gewerbegebiet unterzubringen. Es wurde aber kein Grundsatzbeschluss gefasst, der für die Zukunft gilt.

Michael Kühl (SPD) sprach von einer „beängstigenden Lösung“ für die Menschen. „Unmenschlich“ , sagte Siegfried Hansen (Piraten). „Das kann nur eine Lösung für Notlagen sein.“ Bürgermeisterin Manja Biel argumentierte pro Container: „Sie sind besser ausgestattet als die Obdachlosenunterkunft.“ Die Container haben jeweils eine Nasszelle und es gibt eine Möglichkeit zu kochen. In der Obdachlosenunterkunft in der Stadtstraße mit elf Zimmern gibt es nur eine Gemeinschaftsdusche und keine Küche. Zudem, so Biel, müsse die Miete der Container sowieso von der Stadt bezahlt werden. Damit bezog sie sich auf den Vertrag der Stadt Glückstadt, der 2015 mit dem Unternehmer geschlossen wurde. 2,2 Millionen Euro zahlt die Stadt zehn Jahre lang für die Unterkünfte in den Containern in beiden Straßen an einen Unternehmer. Er hatte sie im Auftrag der Stadt aufgestellt und das Gelände hergerichtet. In einem Teil der Container leben heute Flüchtlinge.

Eine Fürsprecherin fand Glückstadts Verwaltungschefin in Christine von Bargen (Grüne): „Es ist sinnvoll die Container zu nutzen.“ Sie seien warm, trocken und hätten fließend Wasser.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 18:17 Uhr

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