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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 11:09 Uhr

Abfallprobleme : Notstand bei den gelben Säcken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Wilstermarsch klagt über fehlenden Nachschub. Die Entsorgungsfirma verspricht Abhilfe ab der nächsten Woche, beklagt aber auch „exorbitanten Verbrauch“.

Otto Andresen ist stinksauer: Seit Jahren sortiert der Wilsteraner als ordnungsliebender Einwohner seinen Müll. Nur den für die gelben Säcke wird er nicht mehr richtig los. „Was ist da nur los?“, schimpft er nach einem wiederholten Besuch bei der Amtsverwaltung. Dort liegt normalerweise ein Kontingent an Müllsäcken für Verpackungsmüll für den Hausgebrauch bereit. Beim Amt kann man Andresen allerdings auch nicht weiterhelfen. Es werden einfach keine gelben Säcke mehr nachgeliefert.

Inzwischen ist das Thema auch in der Kommunalpolitik angekommen. Bei der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses warf die Bürgermeisterin von Kudensee, Anja Finke, das Problem mit den gelben Säcken in den Runde. „Was ist mit den gelben Säcken? In Dithmarschen gibt es welche, bei uns aber nicht.“ Bei der Amtsverwaltung konnte man da auch nur mit den Achseln zucken. „Da haben wir keinerlei Einfluss drauf“, meinte Sven Baumann als Chef der Liegenschaftsabteilung. „Offenbar kommen die ihren Pflichten nicht nach“, stellte Anja Finke mit Blick auf das für die Abfuhr zuständige Unternehmen fest. „Da muss Druck aufgebaut werden“, forderte sie, dass das Amt hier aktiv wird.

Ein Problem könnte allerdings auch darin liegen, dass immer dann, wenn gerade mal wieder Abfalltüten in einem Karton im Amtsflur bereit liegen, diese in Windeseile verschwunden sind. „Einige kommen da mit einem Rollgriff“, hatte auch Amtsvorsteher Helmut Sievers schon beobachtet. Beidenfleths Bürgermeister Peter Krey hingegen konnte noch nicht in die Kritik mit einstimmen. Wenn man an die vollen Tüten einen Zettel mit der Bitte um neue dranhängt, bekomme man auch immer eine Rolle. Zumindest in seiner Gemeinde funktioniere das noch.

Ab nächste Woche soll der Notstand aber ein Ende haben. Das jedenfalls kündigt das Kremperheider Abfuhrunternehmen Bischof an. Der Engpass sei, so heißt es von dort, auf einen exorbitanten Verbrauch zurückzuführen. So seien schon jetzt kreisweit eine halbe Million gelbe Säcke mehr verbraucht worden als kalkuliert. Deshalb sei die Ausgabe auf eine Rolle pro Haushalt reduziert worden – rein rechnerisch jedenfalls. Die Firma appelliert denn auch dringend, die Tüten nicht für andere Zwecke zu missbrauchen. Für den Transport von Leergut seien die nämlich ebenso wenig gedacht wie für das Einsammeln von Herbstlaub.

Beim Dualen System war von Lieferschwierigkeiten mit gelben Säcken nichts bekannt. Die Holding mit Sitz in Köln ist für den Grünen Punkt und damit die Verwertung von Verpackungsmüll zuständig. Nach Rücksprache mit dem Kremperheider Abfuhrunternehmer teilte Sprecher Norbert Völl mit, dass in Steinburg mehr Säcke ausgegeben als gefüllt wieder eingesammelt werden. Daher sollte die Ausgabe nicht mehr unkontrolliert erfolgen. Völl: „Das ist mit uns abgestimmt und in Ordnung, solange klar ist, dass jederzeit ausreichend Säcke für den Verbraucher zur Verfügung stehen.“

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erstellt am 22.Nov.2016 | 17:00 Uhr

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