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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 15:31 Uhr

Krankenpflege-Ausbildung : Noch ein Neubau am Klinikum Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausbildungszentrum für 6 Millionen Euro soll ab Frühjahr 2017 gebaut werden. Die Zahl der Krankenpflegeschüler wird deutlich erhöht.

Das neue Zentrum für psychosoziale Medizin ist noch nicht fertig gestellt, da steht am Klinikum bereits das nächste Millionenprojekt in den Startlöchern. Einen „richtig großen Schritt nach vorn“ könne das Itzehoer Krankenhaus nun machen, sagt Reinhold Wenzlaff, Verbandsvorsteher des Klinikums. Im Frühjahr 2017 soll mit dem Bau eines Bildungszentrums an der Robert-Koch-Straße gegenüber dem Haupteingang begonnen werden. Das Land fördert den rund 6 Millionen Euro teuren Neubau mit 4,5 Millionen Euro aus einem Programm zur Förderung der Integration in den Gesundheitsberufen.

„Wir haben sehr dicke Bretter gebohrt, um dieses Projekt auf den Weg zu bringen“, sagt Wenzlaff. Seit drei Jahren hätten Klinikleitung und Aufsichtsgremien die Ausbildung als strategisch besonders wichtigen Bereich identifiziert. „Uns droht in Zukunft ein Fachkräftemangel und da müssen wir jetzt entschlossen gegensteuern.“ Es sei wichtig, als Arbeitgeber mit modernen Räumen und technischen Möglichkeiten öffentlich in Erscheinung zu treten, ergänzt Pflegedirektor Michael Müller. Nur so könne man im Wettbewerb um den Nachwuchs erfolgreich sein.

Beim Werben um Fördermittel beim Land war man aber lange „relativ erfolglos“, so Wenzlaff. Um so größer sei nun die Freude bei den Verantwortlichen über die Zusage aus Kiel. „Dass die Mittel aus einem Topf zur Integrationsförderung kommen, sehe ich auch als Anerkennung für die besondere Leistung der Mitarbeiter des Klinikums in diesem Bereich“, sagt Wenzlaff.

Bereits heute seien unter den 2200 Mitarbeitern Menschen aus 52 Nationen. „Das können in Zukunft gern noch mehr werden, denn schließlich werden wir auch mehr Patienten mit Migrationshintergrund haben.“ Integrativ werde das Bildungszentrum in mehrfacher Hinsicht als „Leuchtturmprojekt“ in der Region wirken, ist Wenzlaff sicher.

Klinikdirektor Bernhard Ziegler plant den Spatenstich für den Neubau für das Frühjahr 2017. Zunächst müssten nun die baurechtlichen Dinge abgeschlossen werden und die konkrete Planung mit dem Sozialministerium als Fördermittelgeber abgestimmt werden. Die 1,5 Millionen Euro will Ziegler aus Eigenmitteln des Klinikums finanzieren. Er rechnet mit einer Bauzeit von etwa 18 Monaten.

Läuft alles so, wie es sich die Klinikleitung vorstellt, wird ein modernes Simulationszentrum neben Hörsälen und Konferenzräumen das Herzstück des Bildungszentrums. „Dort können wir für Pfleger und Ärzte alle möglichen Situationen aus dem Krankenhausalltag simulieren, damit sie als Teams, deren Bewältigung üben können“, sagt Michael Müller. Solche Simulationen würden nachweislich die Qualität in Medizin und Pflege erhöhen. „Das Learning-by-Doing-Prinzip“ am lebenden Patienten in der praktischen Ausbildung wird künftig zunehmend durch Simulationen abgelöst“, fügt Chefarzt Michael Kappus hinzu. Bisher hätten dafür in Itzehoe die technischen Voraussetzungen gefehlt. Das werde sich nun in Zukunft ändern.

Neben der Krankenpflegeschule, deren Zahl an Klassen laut Ziegler von vier auf sechs steigen soll, sollen auch ärztliche Fort- und Weiterbildungen und die Ausbildung von Physiotherapeuten auf den 1700 Quadratmetern des Neubaus ab 2018 Platz finden.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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