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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 07:03 Uhr

Züge zwischen Hamburg und Sylt : NOB klagt über defekte Loks: Kompletter Flotte droht Stillstand

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Kieler Wirtschaftsministerium befürchtet erhebliche Einschränkungen im Verkehr der Nord-Ostsee-Bahn. Nordtarif soll bis 2017 stehen.

Glückstadt | 15 neuwertige Loks sind im Bestand der Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Aber: „Fünf sind gar nicht im Einsatz, zwei sind nicht verfügbar, drei haben Mängel.“ Das sagte Staatssekretär Frank Nägele bei seinem jüngsten Besuch in Glückstadt. Dort traf er mit Mitgliedern der städtischen Bahn-Gruppe im Rathaus zusammen. An dem kurzfristig anberaumten Termin nahmen Lutz Thieme, Heiko Schlüter, Ralf Krüger (FDP) und Brigitte Burghold (Piraten) von der Bahn-Arbeitsgruppe teil. In der vergangenen Woche hatte der Staatssekretär mit Vertretern von Eisenbahnunternehmen, die in Schleswig-Holstein tätig sind, Gespräche geführt. Die Ergebnisse präsentierte er am Montag als erstes in Glückstadt, weitere Standorte im Land werden folgen.

Nägele blickt bei diesem desaströsen Zustand einiger Loks mit Sorge in die Zukunft. Er wolle es nicht beschreien, aber er befürchte, dass im schlimmsten Fall „die ganze Flotte steht“. Das könne jeden Tag passieren. „Wir schlafen unruhig“, so der Staatssekretär. Er machte keinen Hehl daraus, dass die Loks der Firma Bombardier zu einem erheblichen Problem werden könnten. „Wir sind am Streiten“, sagte er zu den Gesprächen mit dem Hersteller. Dank richtete Nägele an Kay Goetze, den Marketingleiter der NOB, der ebenfalls nach Glückstadt gekommen war. Denn immerhin sei das Unternehmen in der Lage gewesen, sich drei Loks zu leihen. Wenn die NOB die Strecke Hamburg-Westerland am 14. Dezember an die Regio-Bahn übergeben muss, wird das Problem wohl nicht behoben sein. Denn die Regio-Bahn übernimmt dafür alle Loks und Waggons von der NOB. Goetze räumte ein: „Es ist schwierig, Ersatzteile zu bekommen.“

Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember soll auch der neue Halt in Glückstadt um 19.10 Uhr aus Richtung Hamburg eingerichtet sein. Der Termin steht, nur steht er nicht in allen gedruckten Fahrplänen. Dennis Fiedel, Pressesprecher des Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah-SH), sprach von einem Kommunikationsproblem. In den Internet-Fahrplänen werde der Halt aber stehen. Dazu merkte Nis Nissen, Geschäftsführer der Nordbahn an, dass es nicht einfach war, den Halt aufzunehmen, weil es dadurch Verschiebungen auf der Strecke gibt.

Weiterhin wurden Baumaßnahmen angesprochen. Diese betreffen zwar den Norden des Landes, hätten aber Auswirkungen auf die gesamte Strecke. Kay Goetze: „Umfangreiche Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Hamburg-Altona und Westerland führen zu erheblichen Auswirkungen auf den Regelfahrplan der Nord-Ostsee-Bahn.“ Deshalb werde es vom 31. Oktober bis 10. Dezember einen Sonderfahrplan für die Strecke Hamburg-Altona nach Westerland und zurück geben. Es komme teilweise zu geänderten Fahrtzeiten und zum Einsatz von Ersatzbussen. Besonders im Zeitraum zwischen dem 5. bis 8. November gebe es größere Abweichungen. „An diesen Tagen kann der Bahnhof Westerland leider nicht von Personenzügen angefahren werden“, so Goetze. Im Internet unter www.nob.de ist der Sonderfahrplan veröffentlicht, und auch die Reiseauskunft der Deutschen Bahn hat die Verbindungen und Abweichungen bereits im System hinterlegt. „Zusätzliche Verspätungen können leider nicht ausgeschlossen werden.“ Kunden können auch den Kundenservice unter 0180/7662 662 anrufen.

Heiko Schlüter von der Glückstädter Bahn-Gruppe ist selbst Pendler. Er beruhigte in Bezug auf Auswirkungen von Baumaßnahmen. Bereits seit dem Frühjahr gab es Baumaßnahmen auf dieser Strecke: „Sie waren in Glückstadt kaum zu merken.“ Lauter war die Kritik an den mangelhaften Informationen auf dem Bahnsteig. Bei einem vorangegangenen Gespräch in Glückstadt hatten die Vertreter der Bahn-Gruppe dies bereits einmal beklagt. Nägele versprach, sich darum zu kümmern. Und er versicherte, bei der Bahn nachzufragen, warum es immer noch keinen neuen Überstand am Bahnhofsgebäude gibt. Beim Thema Anschluss an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) bat Nägele um einen „Vertrauensvorschuss“ in Bezug auf ein anderes Modell. Er würde mit seinen Kollegen der anderen Bundesländer an einem Nordtarif arbeiten. „Ich hoffe auf ein Modell in 2017. Ich bin da guter Dinge.“

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erstellt am 19.Okt.2016 | 04:45 Uhr

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