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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 05:37 Uhr

Neues Projekt: Marner Theatertage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Von Büchner über Kafka bis Tarantino: Wolf Eismann holt Schauspielensemble aus Essen ins Kultur- und Bürgerhaus

Der Name des Hauses behagt ihm nicht mehr so recht: „Kultur- und Bürgerhaus“ – das ist Wolf Eismann zu wenig aussagekräftig. Seit 2011 leitet der Journalist das zwei Jahre zuvor eröffnete KBH an der Schillerstraße in Marne. Noch ist die Umbenennung in einen zugkräftigeren Namen nur eine Idee, die Stadtpolitik soll darüber im November entscheiden. Konkret dagegen ist eine andere Neuerung: Im kommenden Jahr ruft Eismann die ersten Marner Theatertage aus. Ein ambitioniertes Projekt, bei dem er auf nicht minder engagierte Theatermacher aus Essen zurückgreift.

„Man muss immer mal etwas Neues ausprobieren“, sagt Eismann über sein jüngstes Vorhaben. „Über eine Woche sind an fünf Abenden vom vom 14. bis 19. Februar 2017 fünf verschiedene Inszenierungen zu sehen.“ Bis es losgeht, ist noch Zeit. Doch der Vorverkauf für das Fünf-Tage-Ticket ist bereits angelaufen. Eismann weiß, dass nicht unbedingt jeder fünf Mal hintereinander innerhalb einer Woche ins Theater gehen möchte. Kein Problem, das Ticket ist übertragbar.

Überzeugt ist der Wahl-Marner von den gebotenen Inhalten der Aufführungen. Das Ensemble des Theater Essen-Süd verfüge selbst nur über eine kleine Bühne, da müsse nichts abgespeckt werden fürs Kultur- und Bürgerhaus. Und die Schauspieler, eine junge Truppe, habe sich dem Theater „bis zur Selbstausbeutung“ verschrieben. Sie werden in Marne Georg Büchners „Woyzeck“ ebenso zeigen wie „Die Verwandlung“ von Franz Kafka oder Quentin Tarantinos „Reservoir Dogs“. Auf die kleine Bühne im KBH bringen die Essener auch das – nach Ansicht von Wolf Eismann eigentlich unspielbare – „Die Schwärmer“ von Robert Musil. Die gesamte Truppe ist zehn Akteure groß, es werden aber nie alle gemeinsam auf der kleine Bühne stehen. Dadurch bleibt Raum für Theater-Workshops mit den Theater-AGs vom Marner Gymnasium und dem Berufsbildungs-Zentrum Dithmarschen.

„Die Idee zu den Theatertagen kam eigentlich ganz spontan“, erzählt Eismann. Im Gespräch mit Philipp Steimel, der bereits mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ im KBH vors Publikum trat, und mit Raphael Batzik, der gemeinsam mit Steimel Goehtes „Faust“ nach Marne brachte, wurde die Idee der Theatertage geboren. Alle Stücke sind für eine kleine Bühne inszeniert. Das passt, ist der KBH-Leiter überzeugt. Ohnehin, so Eismann: „Der Februar ist ein guter Monat, da wollen die Leute abends noch nicht zum Grillen in den Garten.“

Vielleicht, hofft er, lockt die Veranstaltung auch ein neues Publikum an die Schillerstraße. Während viele andere freie Theater oft klagen, wie schwierig es ist, junge Erwachsene als Publikum zu gewinnen, gehen vor allem junge Menschen zwischen 20 und 40 ins Theater Essen-Süd. „Wir nutzen soziale Medien wie Facebook, Twitter und Instagram“, erläutert Batzik. Wenn das Angebot gut angenommen wird, möchte Eismann die Marner Theatertage zu einer regelmäßigen Reihe machen. Entsprechende Bühnen gebe es genug.

Unterstützt wird er einmal mehr vom Freundeskreis, der die Aufgabe eines Fördervereins für das Kultur- und Bürgerhaus übernommen hat. Immerhin müssen im Februar zehn Schauspieler untergebracht werden. Wenn alles gut läuft, klappt dies privat. Sonst müsse noch eine Ferienwohnung gemietet werden. Dafür springe dann der Freundeskreis ein. Hotelkosten sind bei dem kleinen Etat des Hauses nicht drin.

Wer ein Fünf-Tage-Ticket für die Marner Theatertage erwirbt, macht automatisch bei einer Verlosung mit: Es gibt drei Jahreskarten fürs KBH zu gewinnen. Das lohnt sich, ist Wolf Eismann überzeugt.

>  Das Fünf-Tage-Ticket kostet 50 Euro (Jugendliche: 30 Euro) und ist übertragbar. Einzeltickets gibt es erst ab Januar 2017. Sie kosten 15 Euro (10 Euro).

>  Internet: www.kbh-marne.de



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erstellt am 24.Okt.2016 | 00:00 Uhr

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