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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 09:23 Uhr

Denkmal : Neues Holz für die alte Aurora

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach der Renovierung des Galerieholländers in Wilster gibt es wieder „Rock in der Mühle“

Die luftige Höhe kann ihn nicht schrecken: Ronny Beckmann ist es gewohnt, an Mühlen herumzuturnen. Der gelernte Zimmermann und Inhaber des in Eggstedt angesiedelten Betriebes Lommatzsch Holzbau hat sich auf Mühlen spezialisiert. Und da muss er ohnehin schwindelfrei sein. In dieser Woche war er wieder einmal zu Reparaturarbeiten an der Rumflether Mühle Aurora angerückt. Mühlenwart Horst Dittberner hatte die Anregung gegeben, sich einmal das Heckwerk genauer anzuschauen. Tatsächlich: Hier mussten einige morsche Hölzer ausgetauscht werden.

Christina Sachse, Mitglied der Inhaberfamilie Martens und Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Rumflether Mühle, ist regelmäßige Instandhaltungsarbeiten an dem 1872 errichteten Galerieholländer gewohnt. „Jedes Jahr fließen hier 3000 bis 4000 Euro rein“, sagt sie. Für dieses Jahr wurde sogar mit 6400 Euro kalkuliert. Umso dankbarer ist sie für Spenden, ohne die der Erhalt des Denkmals gar nicht möglich wäre. Christina Sachse und ihre Mitstreiter freuen sich über Zuwendungen aus der Sparkassenstiftung und von Maler Böge. Weitere 300 Euro hatten kürzlich die Rotarier überwiesen. Und eine erhebliche Spende kam von Familie Wolfsteller. „So bleiben beim Verein nur noch 2000 Euro.“ Dafür sei die Vereinskasse gut gefüllt. „Man weiß ja auch nie, ob einmal eine größere Reparatur anfällt.“ Die letzte Großinvestition gab es vor acht Jahren. Für rund 32  000 Euro wurde ein Schaden am Rollenkranz beseitigt. Die Windrose hatte blockiert, das Flügelkreuz ließ sich nicht mehr in den Wind stellen.

Für eine Mühle wie die „Aurora“ ist die Funktionsfähigkeit lebenswichtig. „Die Mühle muss sich drehen“, weiß Mühlenbauer Ronny Beckmann. Zweimal im Jahr rückt er denn auch in Wilster an, um an der Windrose Schmierarbeiten in schwindelnder Höhe vorzunehmen. Diesmal kann er sich auf Holzarbeiten konzentrieren. Beckmann hat sibirische Lärche mitgebracht und schneidet die Teile vor Ort akkurat zurecht. Stück für Stück werden die maroden Teile an den mächtigen Flügeln ersetzt. Für weitere Arbeiten hoffen er und Christina Sachse erst einmal zur gründlichen Durchtrocknung auf einen richtig warmen Sommer. An dem Mühlengebäude hatte sich nämlich Wasser seinen Weg gesucht. Durchgefaulte Bretter wurden bereits ausgetauscht. Inzwischen ist die Galerie auch komplett mit Teerpappe abgedichtet. Ganz original ist diese Bauweise zwar nicht. „Der Denkmalschutz ist vor allem daran interessiert, dass so eine Mühle erhalten bleibt“, weiß Beckmann, dass auch beim Erhalt historischer Bausubstanz mit Kompromissen gearbeitet werden muss, damit es überhaupt noch finanzierbar bleibt.

Christina Sachse ist zuversichtlich, dass das wertvolle Familienerbstück eine gute Zukunft hat. Mit dem Förderverein sieht sie sich gut aufgestellt. Und die in der Mühle angebotenen Veranstaltungen kämen gut an. So sei der Adventsbasar alljährlich ein beliebter Treffpunkt vor allem für Hobbykünstler. Und am Sonnabend, 15. Oktober, gibt es zum fünften Mal „Rock in der Mühle“. Drei Bands werden erwartet, die natürlich alle für den guten Zweck spielen. Zu Gast sind Sven Urbatzka und Georg Schröder mit einfühlsamen Piano– und Gitarrensongs. Ebenfalls in den Mühlenspeicher kommt der gebürtige Wilsteraner und heute in Konstanz lebende Liedermacher Alex Behning. Mit ihm stehen Georg Schröder (Bass), Wulf Schnaase (Gitarre) und Detlef Martens (Schlagzeug) auf der Bühne. Daneben heizen mit Reloaded vier Hamburger Jungs den Besuchern mit rockigem Sound ein. Die Konzerte beginnen um 20 Uhr, Einlass in den Mühlenspeicher ist ab 19 Uhr. Für guten Ton sorgt übrigens Peter Lühnstedt. „Sein Honorar will er dem Mühlenverein spenden“, freut sich Christina Sachse auch darüber.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 06:16 Uhr

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