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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 09:48 Uhr

Verkehr in Itzehoe : Neuer Radstreifen in Wellenkamp

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit der Markierung auf dem Kamper Weg in Itzehoe wird die nächste Empfehlung des Masterplans Radverkehr umgesetzt. Allerdings bleibt noch viel zu tun.

Die weiße Linie und Radsymbole auf dem Kamper Weg machen klar: Zwischen dem Lübschen Kamp und dem Kreisel am Alsenskamp ist jetzt stadteinwärts ein Streifen auf der Fahrbahn reserviert für Radfahrer. Nur zum Ausweichen dürfen Autos diesen Straßenraum nutzen. Der Schutzstreifen ist eine von vielen Empfehlungen aus dem Masterplan Radverkehr. Und er ist mit überschaubaren Kosten der nächste kleine Schritt, der zeigen soll: Es passiert etwas.

Zuvor waren Bismarckstraße, Liethberg und Schulstraße zu Tempo-30-Zonen erklärt worden, damit Radler die Bismarckstraße künftig auch entgegen der Einbahnstraße nutzen können. Auch das keine große Investition. Um aber alles zu verwirklichen, was der Masterplan vorgibt, müssten nach der seitenlangen Aufstellung 1,9 Millionen Euro ausgegeben werden. Das wird nicht auf einmal geschehen, aber Bernd Voss, Fahrradbeauftragter der Stadt, sieht es noch realistischer: „Ich glaube, dass wir mehr brauchen als die angesetzten zehn Jahre.“

Als fahrradfreundliche Stadt mag Voss Itzehoe derzeit nicht bezeichnen: „Es war schon mal besser.“ In den 90er-Jahren sei viel getan worden unter anderem mit der Öffnung von Einbahnstraßen und ersten Schutzstreifen. Das sei stagniert aus Finanzgründen – denn was dann nötig gewesen wäre, hätte spürbar Geld gekostet. Inzwischen seien viele Radwege nach heutigem Standard zu schmal, die Straßenverkehrsordnung ist geändert und schicke alles, was fahre, auf die Straße, so Voss. Allein auf den Hauptrouten Langer Peter, Vor dem Delftor, Brunnenstieg und Sandberg stadtauswärts sind die Radwege noch bindend, ansonsten dürfen Radler sich aussuchen, ob sie die Straße nutzen. „Im Moment gibt es noch Autofahrer, für die das schwer zu verstehen ist“, weiß Voss.

Der Masterplan Radverkehr dient seit knapp einem Jahr als roter Faden und gibt unter anderem Empfehlungen für sechs Hauptachsen: Alte Landstraße, Edendorfer Straße, Wellenkamp/Münsterdorf, Oelixdorf und Heiligenstedten. Manche Investition lasse sich in anderen Vorhaben unterbringen, sagt Voss. So hofft er auf eine Lösung für die Kreuzung Brunnenstieg/ Kastanienallee/ Bargkoppel, wenn die neue Feuerwache an der Kastanienallee entsteht. Der Unfall der vergangenen Woche, bei dem ein 15-jähriger Radler schwer verletzt wurde, zeige die Komplexität dieser Kreuzung. Viele Neuerungen seien auch mit dem Bund abzustimmen, weil sie an Bundesstraßen stattfinden. So soll noch in diesem Jahr ein Schutzstreifen auf der Alten Landstraße und dem Juliengardeweg angelegt werden von der Königsberger Allee bis zur Berufsschule – aber wie können Radler am Langen Peter abbiegen? Sie sollen sich auch als Abbieger einsortieren dürfen, das aber müsse noch kenntlich gemacht werden, gerade auch für die subjektive Sicherheit, so Voss.

Überhaupt sei es dringlich, den Radverkehr auf Knotenpunkten möglichst gut zu führen, damit zum Beispiel Radler nicht zwei Rotphasen zum Abbiegen brauchen. Beim Weg von der Wellenkamper Chaussee nach links in die Straße Vor dem Delftor sei das gelungen, dafür wurde eine Aufstellfläche für Radler direkt vor der Ampel gekennzeichnet. Und: „Viele Kreuzungen sind so, dass die Radfahrer sehr umwegig geführt werden.“ Dürften sie gerade die Straße queren und nicht mit Schlenker über die Furt an der Ampel, halte das zwar den Autoverkehr länger auf – „aber letztlich ist es das, was die Förderung des Radverkehrs ausmacht“, sagt Voss.

Noch besser sind Strecken abseits der Straße. Ein „großer Wurf“ ist für ihn deshalb die Velo-Route auf der alten Bahntrasse aus Edendorf in die Stadt. Derzeit reicht sie bis zu den Itzehoer Versicherungen, Ziel ist ein Rad-Schnellweg bis zum Bahnhof. Gern sähe Voss, dass im kommenden Jahr das nächste Stück bis zur Lindenstraße gebaut wird. Doch das geht nur, wenn Geld bereit gestellt wird: „Da liegen noch die Gleise.“

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erstellt am 13.Sep.2016 | 05:38 Uhr

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