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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 11:15 Uhr

Kultur : Neuer Krimi um skurrile Rentnerin

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Autorin Anja Marschall aus Wewelsfleth präsentiert „Lizzi und die schweren Jungs“. Premierenlesung am 18. Juli in Wilster.

Eigentlich will sie doch nur ihre Ruhe haben, doch schon ist Rentnerin Elisabeth Böttcher mitten in ihrem nächsten Fall als „Detektivin wider Willen“. Dafür gesorgt hat Anja Marschall. Die Autorin aus Wewelsfleth veröffentlicht mit „Lizzi und die schweren Jungs“ nach „Lizzis letzter Tango“ den zweiten Band ihrer Krimireihe, erschienen im Aufbau-Verlag Berlin. Premierenlesung wird auf Einladung des Vereins Leselust und der Stadtbücherei am Montag, 18. Juli, in Wilster sein. Beginn: 19.30 Uhr im Spiegelsaal des Neuen Rathauses, Rathausstraße 4. Der Eintritt ist frei, der Verein freut sich aber über Spenden für seine Arbeit. Da das Platzangebot begrenzt ist, wird um Anmeldung unter 04823/921336 gebeten.

Mit den Recherchen zu „Lizzi und die schweren Jungs“ war Anja Marschall schon vor Erscheinen des ersten Bandes im September vergangenen Jahres gestartet. Ein viertel Jahr lang sah sich die Schriftstellerin dafür auf der Hamburger Reeperbahn nebst Umgebung um. „Das Hamburger Polizeipräsidium hat mir sogar erlaubt, in der Davidwache zu recherchieren; das war großes Glück“, erzählt Anja Marschall begeistert. Dazu gehörte auch das kurze Probeliegen in der Ausnüchterungszelle. Ein Hauptkommissar habe sie dann über die Feinheiten des Kiezlebens informiert. „Die Recherche war sehr interessant und aufregend, obwohl ich selbst gebürtige Hamburgerin bin“, fügt sie hinzu. Sie habe neue Eindrücke beim Blick hinter den glamourösen St.-Pauli-Vorhang erhalten. „Das war schon sehr exklusiv.“ Ebenso das Schießtraining, an dem sie beim Landeskriminalamt München teilgenommen hat. „Ein Foto davon steht auf meiner Website“, fügt sie lächelnd hinzu.

Dabei gab es eine Phase, in der ihr nicht mehr zum Lachen zumute war – nach einem schweren Verkehrsunfall im November (wir berichteten). Doch unterkriegen ließ sich die 53-Jährige nicht. Im Krankenbett schrieb sie weiter an ihrem Krimi und beendete ihn. „Jetzt bin ich wieder auf den Füßen, allerdings nur mit Gehhilfen.“ Und das werde auch weiterhin so bleiben. Das hält sie aber nicht davon ab, mit „Lizzi“ wieder auf Lesereisen zu gehen, war gerade in Berlin und Hamburg. „Aber nicht mit vollem Tempo, dafür bin ich noch nicht belastbar genug“, ergänzt sie. Sie hoffe, bis Ende des Jahres wieder fit zu sein.

Nun freut sie sich auf die Premierenlesung in Wilster. „Dort werde ich auch über meine Recherchearbeit berichten“, kündigt sie an. Und so wird das Publikum tiefer einsteigen können in das neue, lustige Krimiabenteuer von Lizzi, die sich im Auftrag einer Rockerbande auf die Suche nach einem verschwundenen Rentnerehepaar macht. Lizzi und ihr Team, bestehend aus Kriminalhauptkommissar a.D. Pfeiffer und Pflegerin Mareike, geraten schnell in gefährliche Situationen. Sie bekommen es mit Banden, einem Mafiaboss, einem Kulissenmaler vom Dom, einem Bettler und einem schwulen Sexartikelverkäufer mit Latexallergie zu tun.

Der Krimi ist gespickt mit skurrilen Charakteren und viel Lokalkolorit, eine Liebeserklärung der Autorin an ihre Geburtsstadt. Und sie hat selbst ihr Herz an ihre Protagonistin verloren. Die Seniorin mit Kopftuch, Trenchcoat und großer Handtasche ist resolut und pfiffig, wünscht sich einen gemütlichen Lebensabend, doch die Kriminellen der Hansestadt lassen sie nicht zur Ruhe kommen. „Der Charakter von Lizzi ist in seiner Art sehr unkonventionell, das mag ich“, so Anja Marschall. 

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Lizzi und die schweren Jungs: Taschenbuch, erschienen im Aufbau-Verlag; ISBN: 978-3-7466-3218-6; 9,99 Euro; Infos: www.anja-marschall.de

 

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erstellt am 06.Jul.2016 | 05:01 Uhr

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