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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 17:06 Uhr

Neue Wege für den Marktplatz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bauausschuss: Politiker stimmen für barrierefreie, gepflasterte Querungen zwischen dem Kopfsteinpflaster / CDU will altes Stadtbild erhalten

Der historische Marktplatz bekommt Wege mit ebenen Steinen. Dies beschlossen die Politiker im Bauausschuss gegen die Stimmen der CDU. Die Entscheidung über die Gestaltung der Barrierefreiheit in der großen Kremperstraße wurde vertagt.

Wie diese ebenen Pflasterstreifen auf dem Markt aussehen sollen und wie sie über das jetzige Kopfsteinpflaster führen, das wird noch festgelegt. Diskutiert werden hier zwei Varianten. Fest steht jetzt aber, dass für das Areal farblich abgestimmte, geschliffene Granitsteine vorgesehen sind. Die Baukosten liegen zwischen 150 000 und 180 000 Euro.

Diskutiert wurde ausgiebig, bevor der Beschluss fiel. Ausschussvorsitzende Birgit Steup (Grüne) plädierte zunächst für die „ganz große Lösung“. Das heißt, den Marktplatz insgesamt so umzubauen, dass dort nur glatte Steine liegen. „Wohlwissend, dass es sehr teuer wird.“

Horst Meiners (CDU) warb wiederum dafür, „das Stadtbild“ nicht zu verändern. Nur in der Kremperstraße sei über eine geglättete Fläche nachzudenken. Zudem wies er darauf hin, dass es an anderer Stelle viel größere Probleme mit Straßen gäbe. Als Beispiel nannte er Glückstadt-Nord. Walter Alpen (CDU) stimmte ihm zu: „Der Markt gehört zur historischen Stadt, er darf nicht verunstaltet werden. Die Bürger sollten zunächst befragt werden, wie sie den Marktplatz gerne hätten.“

Jörn Ehlers (FDP) äußerte sich zwischen beiden Positionen abwägend. „Eigentlich ist der Marktplatz schön, aber viele Menschen sind in ihrer Mobilität eingeschränkt.“ Harro Burghold stellte für die Piraten klar, dass sowohl Marktplatz als auch Kremperstraße in einem Zuge neu gestaltet werden sollten. „Vielleicht können wir dann den Marktplatz sogar zum Parken freigeben.“ Für die Restaurierung des gesamten Platzes sprach sich Siegfried Hansen (Piraten) aus. „Ganz oder gar nicht – der Markt ist eine Zumutung für Menschen mit Rollstuhl.“

Ganz klar für die Wegepflasterung plädierte Meike Sierck (SPD). „Später können wir uns über die Varianten einigen“, erklärte die Stadtvertreterin. Sie stellte dann den Antrag, die Baumaßnahme Große Kremperstraße aus der Beschlussfassung herauszunehmen. Dieser ging mit sieben Ja-Stimmen, einer Enthaltung der Piraten und einer Nein-Stimme aus der CDU durch. Ursprünglich angedacht war, die Gehwege der „Großen Kremper Straße“ um 50 Zentimeter zu verbreitern. Als Nachteil sah die Verwaltung unter anderem: hohe Kosten, eine schwierige Höhenlage, besonders bei der Entwässerung. Ebenso sei eine Außengastronomie während der Bauarbeiten nicht möglich.

Gegen den dann folgenden Grundsatzbeschluss stimmten die drei CDU-Politiker. Der Beschluss jetzt sieht vor, dass es sich um ein Zukunftsprojekt Daseinsfürsorge handelt. Die Ingenieurgemeinschaft Sass & Kollegen, Albersdorf, hat laut Verwaltung als wirtschaftlichster Bieter den Auftrag für die Projektentwicklung erhalten. In Vorbereitung für den Bauausschuss wurden die Varianten dem Büro „raum+ prozess“, dem Seniorenbeirat, dem Marktmeister und der Denkmalbehörde zur Stellungnahme vorgelegt. „Grundsätzlich fand die Projektentwicklung allgemeine Zustimmung“, heißt es von Seiten der Verwaltung.

Die Projektentwicklung dient als Vorlage für die Städtebauförderung. Nach Zustimmung des Innenministerium werden dann Einzelmaßnahmen in den zuständigen städtischen Gremien weiter geplant.

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erstellt am 16.Jun.2016 | 16:28 Uhr

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