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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Sanierung : Neue Technik für Trinkwasser

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Verbände aus Wilster und Brokstedt haben das alte Bundeswehr-Werk in Breitenburg-Nordoe für 750 000 Euro saniert.

Die Soldaten sind zwar schon seit mehr als zehn Jahren aus der ehemaligen Kaserne in Breitenburg ausgezogen, doch alte Bundeswehrtechnik war bis vor kurzem immer noch in Betrieb. Denn das Wasserwerk Nordoe, das seit 2008 von den Wasserbeschaffungsverbänden Unteres und Mittleres Störgebiet gemeinsam betrieben wird, lief noch mit den Geräten aus den 50er Jahren. Eine notwendige Sanierung wurde jetzt abgeschlossen. 750  000 Euro investierten die Verbände in den Bau einer neuen Aufbereitungsanlage. „Wir sind stolz darauf, was wir hier geschaffen haben“, sagte Horst Schack, Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Mittleres Störgebiet (mit Sitz in Brokstedt), bei einem Rundgang mit Bürgermeistern der Umlandgemeinden.

Seit den 50er Jahren lieferte das Nordoer Werk Trinkwasser – allerdings nur für die Kaserne und für den WBV Unteres Störgebiet (mit Sitz in Wilster), der damit Breitenburg-Nordoe versorgte. Etwas mehr als 100  000 Kubikmeter wurden jährlich gefördert, die genehmigte Menge lag bei 320  000 Kubikmeter. Nach Aufgabe der Kaserne im Jahr 2007 wurde ein neuer Eigentümer gesucht – die beiden Wasserbeschaffungsverbände gaben ein gemeinsames Angebot ab, da ihre Versorgungsgebiete unmittelbar an das Bundeswehr-Areal angrenzen. Im Oktober 2008 wurde der Vertrag unterzeichnet. Die Wasserverbände gründeten für Nordoe eine eigene Gesellschaft, in der sie zu gleichen Teilen Eigentümer sind. Mit dem Bau einer neuen Aufbereitungsanlage wurde im April 2015 begonnen, nachdem alle Unterlagen erstellt und genehmigt waren. Die gesamte Anlagentechnik wurde dabei parallel zum laufenden Betrieb erstellt. Und: „Das geplante Investitionsvolumen wurde nicht überschritten“, betont Norbert Graf, Vorsteher des WBV Unteres Störgebiet.

„Es war eine glückliche Fügung, dass wir das Werk gekauft haben“, sagt im Rückblick Horst Schack. Ein Grund des Kaufs: Die Verbände bezogen ihr Trinkwasser für die Gemeinden Breitenberg, Heiligenstedtenerkamp, Hodorf, Bahrenfleth (Unteres Störgebiet) sowie Dägeling, Münsterdorf und Kronsmoor (Mittleres Störgebiet) über die Stadtwerke Glückstadt, die es im Wasserwerk Krempermoor förderten. Doch in der Bevölkerung rumorte es wegen der Qualität. Deshalb wollten „wir eigenverantwortlich fördern und die Qualität des Trinkwassers für die im Umfeld liegenden Mitgliedsgemeinden dauerhaft sichern“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Möbius. „Für Münsterdorf war das Wasser aus Nordoe ein Quantensprung“, erklärt Bürgermeister Jörg Unganz.

Und auch die Gemeinde Kremperheide wollte Trinkwasser aus Nordoe, obwohl es nicht zum Versorgungsgebiet der beiden Verbände gehörte. Vor drei Jahren wurde deshalb ein Vertrag geschlossen, der die Belieferung der Gemeinde Kremperheide mit Trinkwasser aus Nordoe vorsieht. Die Verteilung des Wassers übernehmen weiter die Stadtwerke Glückstadt. Bis zu 111  000 Kubikmeter Wasser können geliefert werden. Insgesamt gibt das Werk 420  000 Kubikmeter im Jahr ab. Die maximale Fördermenge liegt bei 480  000 Kubikmeter.

Mit kaufen mussten die Verbände auch die dazugehörende Energiezentrale der Bundeswehr. Doch dafür hatten sie kein Interesse. Diese wurde abgebaut und dann verkauft. „Das hat sich jedoch als sehr schwierig gestaltet“, sagt Geschäftsführer Thomas Voß (Unteres Störgebiet). Schließlich habe man in Essen nach langer Suche doch noch einen Käufer gefunden.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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