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Norddeutsche Rundschau

29. September 2016 | 15:33 Uhr

Verkehr in Itzehoe : Neue Chance für die Nordumgehung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Bund will für 17,7 Millionen Euro eine nördliche Umgehung Itzehoes bauen. Auf Initiative der CDU soll sich die Ratsversammlung für eine zügige Umsetzung aussprechen.

Lange war es ruhig um eine nördliche Umgehungsstraße Itzehoes, jetzt kommt plötzlich wieder Leben in die Diskussion. Anfang August wurde bekannt, dass die Nordumgehung als Projekt mit „vordringlichem Bedarf“ in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden war (wir berichteten). Heute soll die Ratsversammlung über eine Resolution der CDU-Fraktion abstimmen, die sich für eine möglichst rasche Umsetzung des Projekts ausspricht.

Eine nördliche Umgehungsstraße von der B  206 bis zur A  23 würde vor allem den Langen Peter vom Durchgangsverkehr entlasten. Zuletzt war 2011 über eine solche Tangente diskutiert worden. Weil sie damals noch unter „weiterer Bedarf“ im Verkehrswegeplan geführt wurde, standen die Chancen auf eine Realisierung durch den Bund allerdings schlecht. Eine kleinere Lösung, bei der die Kreisstraße vom Hungrigen Wolf nach Hohenaspe bis zur Landesstraße 127 bei Ottenbüttel verlängert werden sollte, scheiterte an der fehlenden Zustimmung der Umlandgemeinden.

Weil man eine Entlastung der Ortsdurchfahrt Itzehoe weiter für erforderlich halte, habe das Kieler Verkehrsministerium das Projekt erneut für den Bundesverkehrswegeplan vorgeschlagen, sagt dessen Sprecher Harald Haase. Mit der Einstufung „vordringlicher Bedarf“ steigen die Chanchen auf Realisierung: Bis 2030 sollen alle Projekte dieser Kategorie umgesetzt sein. In welcher Reihenfolge, steht noch nicht fest.

Grobe Planungen für die Nordumgehung hat das Bundesverkehrsministerium schon jetzt veröffentlicht. Demnach soll die Trasse bei Schlotfeld an der B  206 beginnen, bei Amönenwarte die B  77 kreuzen und nördlich des Itzehoer Stadtforstes bis zur Autobahnauffahrt Itzehoe-Nord führen (siehe Grafik). Es handele sich um „einen groben, möglichen Verlauf der Trasse“. Die tatsächliche Linie werde erst mit Aufnahme der Planungen erarbeitet, so Harald Haase. Die Kosten, die allein der Bund trägt, werden mit 17,7 Millionen Euro veranschlagt.

Nach ersten Untersuchungen bescheinigt das Bundesverkehrsministerium dem Projekt positive Effekte für Itzehoe, aber auch für Hohenaspe und Hohenlockstedt – unter anderem eine Aufwertung des Wohnumfeldes, eine Verbesserung des Immissionsschutzes und die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis wird mit einem Faktor von 9,7 beziffert – für Verkehrsprojekte ein ausgesprochen hoher Wert.

Auf der anderen Seite werden auch mögliche negative Folgen des Neubaus für Natur und Umwelt nicht verschwiegen. So verläuft die Trasse durch das FFH-Gebiet Rantzau-Tal, eine Verträglichkeitsprüfung werde erforderlich, so Haase. Schon jetzt sehen die Planungen den Bau einer so genannten Grünbrücke vor, auf der wildlebende Tiere die Fahrbahn überqueren können.

Für die Vertreter der örtlichen CDU überwiegen die Vorteile der geplanten Umgehung. „Entlastet werden mehr als 5000 Itzehoer, belastet werden null“, sagt Ortsvorsitzender Markus Müller. „Weil der Bund alles finanziert, entstehen keinerlei Kosten für die Stadt. Das ist eine Riesenchance für Itzehoe“, ergänzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heinz Köhnke.

Zwar liegt die Entscheidung über Bau und Planung allein beim Bund, dennoch könne ein positives Votum der Ratsversammlung beschleunigende Wirkung haben. Hans Emil Lorenz von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Itzehoe (UWI) kündigte in einer Pressemitteilung bereits seine Zustimmung an. Auf Nachfrage erklärten auch die Bürgermeister von Ottenbüttel und Hohenaspe, Heinz Maaß und Hans-Georg Wendrich, ein solches Projekt zu begrüßen – solange die Trasse nicht über ihr Gemeindegebiet verlaufe, wie es 2011 schon einmal diskutiert worden war.


> Die Ratsversammlung tagt heute um 17 Uhr im Ständesaal des Historischen Rathauses. Die bisherigen Planungen zur Nordumgehung sind auf dem Online-Portal zum Bundesverkehrswegeplan unter www.bvwp-projekte.de einsehbar.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 05:19 Uhr

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