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Umwelt : Naturschützer kämpfen um jedes Grün

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Nabu-Ortsgruppe Wilstermarsch zieht für 2016 eine durchwachsene Bilanz. Besonders schlecht steht es um die Eulen.

Für die Gruppe Wilstermarsch des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) mit ihren gut 150 Mitgliedern war das Jahr 2016 vollgestopft mit viel Arbeit und vielen Terminen. Das stellte der langjährige Vorsitzende Peter Kock in seinem Jahresbericht auf der Hauptversammlung im „Landhaus“ fest. Er räumte ein, dass die Pflege der Kopfweiden, Grünanlagen und der Biotope schon über die körperliche Leistungsfähigkeit der Vorstandsmitglieder hinausgehe. In Absprache mit der Stadt werde die Pflege der Grünanlage neben dem Alten Rathaus dem städtischen Bauhof zu übertragen. Der Nabu habe dort Rosen gepflanzt.

Aktiv Einfluss genommen habe der Nabu an neuen Bebauungsplänen in der Wilstermarsch. Vor allem in Wewelsfleth und Brokdorf werde wertvolles Grünland für neue Wohnungsbauten geopfert. Dort müssen die Gemeinden mit erheblichen Auflagen für entsprechende Ausgleichsflächen rechnen.

„Im letzten Jahr haben wir jede Menge Nistkästen gebaut“, so Kock. Außerdem seien im Stadtgebiet rund 120 Nistkästen gesäubert und teilweise repariert worden, unter anderem im Bürgermeistergarten, Stadtpark und in der Kleingartenanlage Brook. Zwei neue Nistkästen für den Eisvogel – Kosten 1300 Euro – wurden angebracht.

Im Naturkundlichen Heimatmuseum gab es 320 Eintragungen von Besuchern im Gästebuch. Dort wird in einem Ausstellungsfenster der Waldkauz als Vogel des Jahres präsentiert. Im Museum müssten von Milben befallene Tierpräparate durch neue ersetzt werden, eine Maßnahme in Zusammenarbeit mit der Umweltlotterie Bingo. Die mit 4000 Euro bezifferten Kosten werden von ihr mit 60 Prozent bezuschusst. Ersetzt werden müsse auch das Bienenvolk, das im vergangenen Jahr einer Bienenseuche zum Opfer gefallen sei. Seinen Bericht schloss Peter Kock mit einem Dank an alle Helferinnen und Helfer, ohne die die Vereinsarbeit nicht zu leisten sei.

Für die Jugend, so sagte deren Betreuerin Christa Kock, sei 2016 „ein schönes und interessantes Jahr“ gewesen. Peter Brandt habe eine Aupartie mit seinem „Aukieker“ gesponsert, und ein weiterer Höhepunkt sei eine Fahrt an die Nordsee gewesen, zu der die Sparkasse Westholstein eingeladen hatte. Freude und Spaß in und mit der Natur stehe für die acht Nabu-Kinder im Vordergrund.

Nach dem Kassenbericht von Schatzmeister Hans-Otto Wulf wurde der Vorstand einstimmig entlastet, ebenfalls einstimmig erfolgte die Wiederwahl des Vorsitzenden und des Schatzmeisters.

Auf Unverständnis und scharfe Kritik stießen bei den Nabu-Mitgliedern Maßnahmen der Stadt, die Grünanlagen mehr und mehr auszulichten und die Flächen durch Vlies und Kieselsteine zu ersetzen – wie jüngst an der Ecke Steindamm/Lange Reihe geschehen. „Da haben Regenwürmer, Wildkräuter und Blumen keine Chance mehr“, so Christa Kock. „Wenn man keine Blüten hat, haben wir auch keine Insekten mehr als Nahrung für viele Vögel und anderes Getier“, stimmte Otto Andresen in die Kritik ein.

Horst Tobias legte das aktuelle Veranstaltungsprogramm der Nabu-Gruppen im Kreis Steinburg vor. Daran beteiligt sich die Gruppe Wilstermarsch mit einer Vogelstimmenwanderung im Herrenmoor am 24. Juni, einer Fahrradtour zu sehenswerten Punkten in der Wilstermarsch und abschließendem Grillfest in der Vereinshütte am 8. Juli sowie mit einer Herbstwanderung im St. Margarethener Außendeich am 18. November.

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