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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 21:36 Uhr

Bildung, Kultur, Inklusion : Nächster Halt: Kulturbahnhof Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoes Bahnhof wird zum Kultur-Knotenpunkt. Die neue Einrichtung des Kulturvereins K9 nimmt ihre Arbeit auf. Erste Veranstaltung soll ein Radio-Seminar sein.

Ein unscheinbarer Eingang an der rechten Seite des Bahnhofs. Ein Treppenhaus, das Farbe vertragen könnte. Aber dann, im ersten Stock: sechs renovierte und helle Räume. Der „Kulturbahnhof Viktoria“ ist fast startklar.

Knapp fünf Monate ist es her, dass Ingrid Ebinal und Thomas Engel vom Büro „K9 Koordination für regionale Kultur“ (Itzehoe und Burg) die Zusage für Fördermittel bekamen. Die Büros und der Telefonanschluss müssen noch fertig eingerichtet werden, aber Engel sagt: „Wir stehen mittendrin. Wir sind zwar jetzt erst physisch hier, aber alle Projekte wurden fortgeführt.“

Bildung, Kultur, Inklusion, um diesen Dreiklang gehe es, sagt Engel und verweist auf das Beispiel „Stadtklänge“, die nach Itzehoe nun in Dithmarschen und später in Nordfriesland gesammelt werden (mehr auf www.stadtklang.city). Die Teilnahme an den Tagen der Industriekultur am Wasser wird koordiniert, wie vieles andere auch. Diverse Einrichtungen in der Region machten kulturelle Angebote, sagt Ebinal. „Unsere Aufgabe ist es, das zu bündeln. Es gibt im ganzen Westen kein soziokulturelles Zentrum.“

Denn darum geht es: kulturelle Teilhabe für alle. Ein Weg dahin ist die Kulturloge, mit der Karten für Veranstaltungen an Bedürftige weitergegeben werden. Noch im Herbst solle es losgehen, sagt Engel – „das muss wachsen“. Auch die Veranstalter hätten etwas davon, indem sie neues Klientel erschließen. Zunächst müssten die Tickets wohl erbettelt werden, doch das habe sich andernorts schnell geändert. Kulturlogen gibt es, ausgehend von Marburg, bundesweit. In Schleswig-Holstein wäre es laut Ebinal die erste. Auch Fahrdienste unter dem Stichwort „KultTour“ sind geplant.

Hauptamtlich betreut wird ebenfalls das Radio-Projekt mit dem Titel „Störfrequenz“. Westküste FM (Offener Kanal) aus Heide baut ein Studio ein, unter professioneller Betreuung kann jeder Interessierte Radio machen für Stadt und Kreis und Mitglied der Redaktion werden. Das Seminar Mitte Oktober (siehe Info-Kasten) wird das erste Angebot in den Räumen des Kulturbahnhofs. Noch im Oktober soll etwas zu hören sein, was in verschiedenen Themenbereichen produziert wurde. Die Liste der Vorhaben ist lang, unter der Überschrift Streetart soll es zum Beispiel eine Plakatwerkstatt geben und eine Werkstatt für Filme, die auf Fassaden projiziert werden sollen. Workshops sind geplant – zum Beispiel im Zukunftsarchiv. Das Angebot „Piccolinis“ richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Küchenkonzerten oder Tarantellas, italienischen Tänzen auf dem Bahnhofsvorplatz oder anderswo in der Stadt. „Wir wollen Akzente setzen, es geht nicht um große Veranstaltungen“, so Ebinal.

Auch der Bahnhof selbst wird Kunstobjekt: Wenzel-Hablik-Motive sollen auf die Fassade projiziert werden. Der Eingangsbereich wird nach Vorbild des Künstlers noch in diesem Jahr neu bemalt. 2017 soll die Decke des Innenraums mit einem Himmelbild versehen werden. „Itzehoe hat den Hablik-Bahnhof“, soll es laut Engel irgendwann heißen. Er ist Teil der Kunstschiene für Bahnhöfe die Westküste hinauf.

Für zwei Jahre ist der Kulturbahnhof finanziert durch Mittel des Soziofonds der Kulturstiftung des Bundes, des Landes, der EU und der Aktivregion. Auch ab 2018 seien die Voraussetzungen günstig, weil die Bedeutung der Kultur für die Daseinsvorsorge erkannt werde, so Engel. Und das Echo in Stadt und Region ist ohnehin gut: „Es kommt vieles, was für uns überraschend positiv ist“, sagt Ebinal. >

Infos: www.kuba-viktoria.de

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erstellt am 14.Sep.2016 | 05:29 Uhr

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